• DÜSSELDORF (Eigener Bericht) - Mit der Übernahme des fünftgrößten niederländischen Energieversorgers NRE Energie setzt die deutsche Eon AG ihre Expansion fort. Die Akquisition, deren Vollzug vor wenigen Tagen gemeldet wurde, erfolgt im Vorfeld eines Angriffs auf den britischen Markt und lässt das Düsseldorfer Unternehmen in neue Dimensionen wachsen: Eon will zum weltweit führenden Strom- und Gasunternehmen aufsteigen. Dem deutschen Konzern ist es gelungen, strategische Positionen auf dem Energiemarkt Osteuropas einzunehmen. So dominiert Eon in wichtigen Transitländern der Energielieferungen aus dem Kaspischen Becken. Auch bei der Abschöpfung der russischen Ressourcen ist das deutsche Unternehmen in einer führenden Position. Im Westen will Eon die Firma Scottish Power übernehmen und hält dafür rund 20 Milliarden Euro bereit. Der Vorstoß nach Großbritannien ist nicht nur von wirtschaftlicher Bedeutung; mit dem Energiegeschäft verbindet Berlin politische Interessen und bringt London in Abhängigkeiten. ex.klusiv

  • Aussitzen

    DEN HAAG/BERLIN/WIEN (Eigener Bericht) - Nach dem Nein der Niederländer steht der EU-Verfassungsvertrag vor dem endgültigen Scheitern. Die niederländische Ablehnung erfolgte mit einer Mehrheit von fast zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen und kam gegen den erklärten Willen fast sämtlicher großer Parteien sowie trotz einer millionenschweren "Ja"-Kampagne der Regierung zustande. Die niederländische Niederlage gilt in Berlin wegen der dichten wirtschaftlichen und politischen Verflechtung der beiden Staaten als besonders schmerzlich. Ungeachtet der zweiten Abstimmungsniederlage in vier Tagen, die eine Ratifikation des Verfassungsvertrages auf demokratischem Wege unmöglich macht, erklärt der deutsche Kanzler: "Der Ratifikationsprozess muss weitergehen." ex.klusiv

  • Einsatzradius

    BERLIN Der deutsche Innenminister hat sich gegen Widerstände in der niederländischen Regierung durchgesetzt, die auf eine Beschränkung deutscher Polizeieinsätze auf niederländischem Territorium abzielten. Die Beschränkung wird aufgehoben, die Befugnisse der deutschen Repressionsbehörden in den Niederlanden sollen mit einem neuen ,,Polizei- und Justizvertrag"erweitert werden. Berlin hat inzwischen mit allen neun Nachbarstaaten entsprechende bilaterale Abkommen geschlossen, die den Vertragsparteien jeweils formal gleiche Rechte zugestehen, in ihrer Summe aber vor allem den Einsatzradius der deutschen Polizei vergrößern; sie kann nun von ,,Deutschbelgien"bis in die ehemaligen ,,Sudeten"-Gebiete hinein tätig werden. ex.klusiv

  • HAGEN/DEN HAAG NS-Kriegsverbrecher, die der Wehrmacht, der Waffen-SS oder der deutschen Polizei angehörten, genießen in Deutschland nach wie vor Schutz vor ausländischen Strafverfolgungsbehörden. Während sich die deutsche Justiz weltweite Strafverfolgungskompetenzen anmaßt, ist ein ,,Führererlass"vom Mai 1943, der ausländischen Mitgliedern der genannten Organisationen die deutsche Staatsbürgerschaft verleiht, von der deutschen Regierung bis heute nicht aufgehoben worden. Dies ermöglicht es den deutschen Behörden, das Verbot, deutsche Staatsbürger an fremde Staaten auszuliefern, auch auf von Nazideutschland eingebürgerte NS-Verbrecher anzuwenden. ex.klusiv

  • ,,Westfriesland"

    KIEL/DEN HAAG (Eigener Bericht) Deutsche Stabsstellen propagieren die ethnische Parzellierung Europas und widmen sich dabei auch den Niederlanden. Im dortigen ,,Küstenraum" sei eine ,,westfriesische Volksgruppe" beheimatet, die ,,der germanischen Sprachfamilie" angehöre, heißt es in einer aktuellen Berliner Ethno-Untersuchung. ,,Westfriesen" (gemeint sind niederländische Staatsbürger) und ihre deutschen Stammesverwandten (die ,,Nordfriesen" im Bundesland Schleswig-Holstein) seien zu einer (gesamt-),,friesischen Volksgruppe" zu zählen, die europaweiten ,,Minderheitenschutz" in Anspruch nehmen dürfe. ex.klusiv

  • AACHEN/EYNATTEN Einer der größten halbstaatlichen deutschen Verbände beginnt mit der Ausdehnung seiner Organisationsstruktur auf Territorien benachbarter Staaten. Der ,,Sozialverband VdK"hat am 8. April im belgischen Eynatten den ,,VdK-Ortsverband Euregio-Ostbelgien"gegründet, der dem VdK-Kreisverband im deutschen Aachen als dessen 13. Ortsverband zugeordnet ist. Die Eingliederung der südlichen Niederlande in das von dem deutschen Verband vertretene Gebiet steht bevor. ex.klusiv

  • BONN Die Deutsche Post expandiert weiterhin in ausländische Märkte - für die deutsche Presse eine ,,Expansion im Expresstempo". Binnen kurzem wurden nun Übernahmen in China, Chile, der Türkei und den Niederlanden gemeldet. ex.klusiv

  • EUPEN/AACHEN (Eigener Bericht) Zwei deutsche ,,Raumplaner"haben gute Chancen auf den Zuschlag für ein langfristig angelegtes Entwicklungsprojekt der belgischen Stadt Eupen. Bürgermeister und Opposition bewerten die Vorstellungen der Deutschen über die zukünftige Entwicklung der Region durchweg positiv. Der Vorgang reiht sich ein in zunehmende Versuche der deutschen ,,Raumplanung", belgisches Territorium deutschen Ordnungsvorstellungen zu unterwerfen. ex.klusiv

  • AACHEN (Eigener Bericht) Mit einem ,,bislang einmaligen grenzüberschreitenden Gemeinschaftsprojekt"festigt das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen seinen Einfluss auf belgischem und niederländischem Territorium. Das auf mehrere Jahre angelegte und mit hohen Summen ausgestattete Programm ,,Euregionale 2008", an dem sich deutsche, belgische und niederländische Körperschaften beteiligen, soll ,,nationale Grenzen (überschreiten), um die Potenziale des Nachbarn zu nutzen". Das Programm wird in Deutschland verwaltet, in seinem Entscheidungsgremium haben Deutsche eine überwältigende Mehrheit. ex.klusiv

  • BONN Die Deutsche Post übernimmt ein führendes niederländisches Unternehmen für Postwurfsendungen und greift damit die niederländische Konkurrenz auf dem Briefmarkt an. Die Übernahme ist nur die erste Station der ,,europäischen Briefstrategie"des deutschen Konzerns, weitere Übernahmekandidatinnen sind die dänische und die belgische Staatspost. ex.klusiv