• Die Wochenzeitung der staatlich geförderten "Landsmannschaft Ostpreußen" erklärt die Herero zu "Terroristen" und den deutschen Genozid an ihnen zum "Krieg gegen den Terror". ex.klusiv

  • BERLIN/LUANDA/WINDHOEK (Eigener Bericht) - Deutsche Unternehmen bemühen sich um Zugriff auf die zweitgrößten Erdgasreserven südlich der Sahara - in Angola. Die Vorkommen des Landes an Erdöl und Erdgas öffneten "der deutschen petrochemischen Industrie ähnliche Chancen wie in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens", urteilen Wirtschaftskreise. Deutsche Firmen versuchen sich schon jetzt für die Vergabe neuer Konzessionen in Stellung zu bringen, die nächstes Jahr durchgeführt werden soll. Zu den Hauptkonkurrenten der Bundesrepublik gehört dabei China, dessen wichtigster Erdöllieferant Angola ist. Die angolanischen Ölprofite erlauben es dem Land, in großem Maßstab Waren zu importieren - unter anderem aus Deutschland - und die weithin zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen - mit Beteiligung deutscher Firmen. Dabei handelt es sich auch um Infrastrukturprojekte, die von deutschen Unternehmen im südlichen Afrika benötigt werden, um die dort von ihnen produzierten Waren abzusetzen. Ermöglicht wird das für die deutsche Wirtschaft höchst profitable Geschäft von der deutschen Entwicklungshilfe. ex.klusiv

  • WINDHOEK/BERLIN (Eigener Bericht) - Nachfahren der Opfer deutscher Kolonialverbrechen in Namibia weiten ihre Entschädigungsforderungen aus. Die Vertreter der Herero haben am vergangenen Wochenende angekündigt, ein Bündnis mit anderen Opfergruppen des Völkermords im damaligen "Deutsch-Südwestafrika" zu schließen. Premierminister Angula schlägt eine "globale Kampagne für Wiedergutmachung (...) kolonialen Missbrauchs" vor. Tansanische Medien debattieren über mögliche Reparationsklagen ostafrikanischer Opfergruppen nach dem Vorbild der Herero. Auch im früheren "Deutsch-Ostafrika", dem heutigen Tansania, hatten deutsche Truppen Massaker verübt. Berlin lehnt die Zahlung von Entschädigungen kategorisch ab und sucht den namibischen Protest mit sogenannten Entwicklungsgeldern zu unterlaufen. Wie ein Sprecher des deutschen Parlaments erklärt, werde man mit einer "hemmungslosen Verurteilung" den Ergebnissen der Kolonialherrschaft ohnehin nicht gerecht. Schulsystem, Verkehrsinfrastruktur und andere "hilfreiche Pionierleistungen" hätten Namibia "in 31 Kolonialjahren deutsche Züge verliehen". Den Nachkommen der deutschen Kolonialisten widmet das öffentlich-rechtliche Fernsehen der Bundesrepublik zum wiederholten Mal eine mehrteilige "Doku-Soap". ex.klusiv

  • WINDHOEK/BERLIN (Eigener Bericht) - Mit scharfen Worten weisen Abgeordnete des deutschen Bundestages eine Entschädigungsinitiative des namibischen Parlaments zurück. Die Nationalversammlung in der Hauptstadt Windhoek diskutiert derzeit über einen Antrag der Bevölkerungsgruppe der Herero, ihre Forderung nach Reparationen für den deutschen Völkermord an ihren Vorfahren auf Regierungsebene zu verhandeln. Wie der Leiter einer Bundestagsdelegation erklärt, die sich in der vergangenen Woche zu Gesprächen in Namibia aufgehalten hat, sollen die Herero sich mäßigen und Entwicklungshilfezahlungen Deutschlands an seine ehemalige Kolonie als "Friedensdividende" akzeptieren. Im Zentrum heftiger Auseinandersetzungen zwischen den deutschen Parlamentariern und Mitgliedern der Regierung Namibias stand zudem die Landreform. Berlin drängt Windhoek, auf eine Beschleunigung der Umverteilung von Großgrundbesitz zu verzichten, und schützt damit Nachkommen deutscher Kolonialisten. Die Maßnahmen der deutschen Außenpolitik stoßen in dem südafrikanischen Land inzwischen auf heftige Proteste. Die Weigerung der Bundesregierung, Entschädigungszahlungen zu leisten, sei "Ausdruck eines nackten Rassismus gegenüber Schwarzen generell und den Herero speziell", erklärt ein Repräsentant der afrikanischen Völkermordopfer. ex.klusiv

  • Der Kolonialkrieg (1904-1908) in Namibia und seine Folgen Berlin 2003 (Ch. Links Verlag) 280 Seiten 22,90 Euro ISBN 3-86153-303-0 ex.klusiv

  • WINDHOEK/BERLIN/KINSHASA (Eigener Bericht) - Unter deutschem Druck verzichtet Namibia auf eine Beschleunigung der Landreform und entscheidet sich gegen Interessen der schwarzen Bevölkerungsmehrheit. Die äußerst ungleiche Verteilung des bebaubaren Bodens geht auf die deutsche Kolonialära zurück. Teile der namibischen Regierung hatten verlangt, mit dieser Vergangenheit schneller zu brechen - vergeblich. Berlin warnt seit langem vor einer beschleunigten Bodenreform, die den Einfluss der weißen Großgrundbesitzer schmälern würde. Unter dieser Wirtschaftselite befinden sich zahlreiche Nachkommen deutscher Kolonialisten. Namibia gehört zu den besonderen Interessengebieten der deutschen Außenpolitik im südlichen Afrika. Die Bundesregierung hat kürzlich zugesagt, den Ausbau des Hafens von Walvis Bay mit hohen Beträgen zu fördern. Dabei handelt es sich um den einzigen Tiefseehafen an der Westküste des südlichen Afrika, der den dortigen Staaten als Handelsdrehscheibe dient. Walvis Bay wird auch von deutschen Kriegsschiffen genutzt. Gemeinsame Manöver mit den namibischen Streitkräften, die von der Bundeswehr seit 1992 unterstützt werden, gelten als nicht ausgeschlossen. Die europäische Militarisierung Afrikas wird beschleunigt. ex.klusiv

  • Rückschläge

    WINDHOEK/PRETORIA/BERLIN (Eigener Bericht) - Die amtierende Bundesregierung versucht afrikanische Opfergruppen der deutschen Kolonialverbrechen politisch zu spalten und ruft anhaltende Verstimmungen bei der namibischen Regierung hervor. Deswegen wird der namibische Staatspräsident Pohamba Ende November bei einem Deutschland-Aufenthalt für Klarstellungen sorgen, kündigt die Botschaft des Landes in Berlin an. Präsident Pohamba will mit der künftigen Bundesregierung insbesondere über ungewöhnliche deutsche Finanzierungspraktiken sprechen. Die noch im Amt befindliche Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul hat unter Umgehung der verantwortlichen Stellen in Windhoek den Transfer von 20 Millionen Euro aus dem Entwicklungsfonds angekündigt - offensichtlich verdeckte Entschädigungszahlungen, mit denen sich Berlin freikaufen will, ohne seine rechtlichen Verpflichtungen zu akzeptieren. Weiterer Gesprächspunkt ist die namibische Landreform. Mehrere Staaten im südlichen Afrika haben mit der Umverteilung von Großgrundbesitz begonnen, der sich bis heute zu bedeutenden Teilen im Besitz von Nachkommen europäischer Kolonialisten befindet. Berliner Versuche, die Enteignungen zu verhindern, da sie auch deutschsprachige Bevölkerungsteile betreffen, blieben erfolglos. ex.klusiv

  • WINDHOEK/BONN (Eigener Bericht) - Die Bundesregierung exportiert Armeeausrüstung im Wert von mehreren Millionen Euro nach Namibia und verlängert einen Militär-Kooperationsvertrag mit Windhoek bis zum Jahr 2008. Die ehemalige deutsche Kolonie hat in den vergangenen Jahren Kriegseinsätze in Angola und in der Demokratischen Republik Kongo durchgeführt und will sich stärker an innerafrikanischen Militärinterventionen beteiligen, wie sie von Berlin befürwortet werden. Deutsche Soldaten sind seit 1993 in Windhoek stationiert und werben für die Bundeswehr. Die Bemühungen der deutschen Militärs sind Teil konkurrierender Maßnahmen der ehemaligen Kolonialmächte, die in Afrika über soldatische Hilfsverbände verfügen wollen. Der millionenschweren deutschen Militärhilfe stehen armselige Entschädigungsangebote gegenüber, mit denen Berlin die Nachkommen der kaiserlichen Herero-Massaker stillstellen will. Die rechtsunverbindlichen Zahlungen ("Versöhnungs-Fonds") stoßen bei namibischen Opferverbänden auf Ablehnung. ex.klusiv

  • Deutsch-Südwest

    WINDHOEK Berlin wird sich mit ,,juristischer und technischer Hilfe"an der namibischen Landreform beteiligen. Dies kündigte der deutsche Außenminister bei einem Aufenthalt in Windhoek an. Dort sehen Großgrundbesitzer der deutschsprachigen Minderheit ihren Einfluss durch eine Aufteilung des Landes bedroht. Entschädigungsforderungen der Hereros, die ihr Land an die deutschen Kolonialherren verloren hatten und Opfer deutscher Kolonialmassaker wurden, weist Berlin weiterhin zurück. ex.klusiv