ESSEN/ALGIER/GROSNY (Eigener Bericht) Am heutigen Donnerstag veröffentlicht die RWE AG ihre Geschäftsbilanz 2004. Der Konzern gehört zu den größten europäischen Energieunternehmen und beschäftigt weltweit knapp 100.000 Mitarbeiter. Analysten schätzen den Umsatz des Unternehmens im vergangenen Jahr auf mehr als 41 Milliarden Euro, der Nettogewinn wird bei rund 2,15 Milliarden Euro prognostiziert. In einem jährlich erscheinenden ,,Weltenergiereport"erläutert RWE die langfristigen (Geo-)Strategien der Energiebranche. ,,Risiken der zukünftigen Weltenergieversorgung"drohen demnach in Afrika, Lateinamerika und Asien. Die von RWE benannten Krisengebiete, darunter Algerien oder Tschetschenien, sind Schnittstellen westlicher Ressourcenkonkurrenz und kommen als Schauplätze zukünftiger Rohstoffkriege in Frage. ex.klusiv
BERLIN/BAMAKO/ALGIER Nach den deutschen Sicherheitsbehörden nutzt nun auch die deutsche Justiz die Geiselnahme in Nordwestafrika, um ihr Tätigkeitsfeld auf andere Staaten auszudehnen. Die deutschen Behörden bereiten internationale Haftbefehle vor, mit denen die Entführer der kürzlich in Mali freigekommenen deutschen Geiseln vor Gericht gebracht werden sollen. Sie nutzen damit zum ersten Mal ein im vergangenen Jahr verabschiedetes Gesetz, das es ihnen ermöglicht, ,,kriminelle und terroristische Vereinigungen"weltweit zu verfolgen. ex.klusiv
ALGIER Berlin nutzt die Entführung deutscher Touristen in Algerien, um den Einflussbereich der deutschen Sicherheitsapparate zu vergrößern. Auf ähnliche Weise ist es dem deutschen Innenministerium gelungen, nach dem Anschlag im tunesischen Djerba im April 2002 die tunesischen Behörden für eine immer intensivere Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich zu öffnen. Seit Ende der 1990er Jahre sind sowohl Deutschland als auch die Vereinigten Staaten um zunehmenden Einfluss in den Maghreb-Staaten bemüht. ex.klusiv
ALGIER Deutschland will im Zuge seiner ,,Außenwirtschaftsoffensive"auch seinen ökonomischen Einfluss in Algerien steigern und den französischen sowie US-amerikanischen Einfluss zurückdrängen. Das Interesse deutscher Firmen an Algerien ist ,,gewachsen", erklärt der deutsche ,,Afrika-Verein". Gleichzeitig ist Algerien nach Angaben des Auswärtigen Amtes ,,sehr an deutschen Investitionen interessiert". ex.klusiv
