• RUMBEK/BERLIN (Eigener Bericht) - Entgegen anderslautenden Darstellungen ist die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller, seit Monaten in Verhandlungen über den Bau eines umstrittenen deutschen Eisenbahnprojekts im Sudan involviert. Dies bestätigen Recherchen von german-foreign-policy.com. Die milliardenschwere Streckenlegung soll den Abtransport der südsudanesischen Rohstoffe an die kenianische Küste ermöglichen und schafft damit die ökonomischen Voraussetzungen für eine Spaltung des Landes. Bereits im Februar traf sich Frau Müller (Bündnis 90/Die Grünen) mit dem jetzigen Chef der Rebellenorganisation SPLM, Salva Kiir, zu entsprechenden Verhandlungen im Sezessionsgebiet. Ihre Einreise erfolgte ohne Zustimmung der sudanesischen Zentralregierung und stellt eine offene Missachtung der Hoheitsrechte des Landes dar. Auf die eigenmächtigen Interventionen der deutschen Außenpolitik reagiert Khartum mit einer Einreiseblockade für deutsche Soldaten. ex.klusiv

  • Nation building

    BERLIN/JUBA (Eigener Bericht) Der Deutsche Bundestag hat am gestrigen Freitag (22. April) die Entsendung von Bundeswehreinheiten in den Südsudan beschlossen. Der Militäreinsatz ist grundsätzlich auf ,,das gesamte Territorium Sudans"mandatiert und ist ,,planerisch"auf eine Dauer von sechseinhalb Jahren angelegt. Berlin, das im Rahmen der UN-Mission ,,UNMIS"( ,,United Nations Mission in Sudan") das größte nationale Kontingent an Militärbeobachtern stellt, sichert sich damit bevorzugte Kontrollmöglichkeiten bis zur Abhaltung eines Sezessionsreferendums im Jahr 2011. Die Bevölkerung der südlichen Landesteile, in denen reiche Rohstoffbestände nachgewiesen sind, soll dann über die Gründung eines eigenen Staates entscheiden. An Separatisten im Südsudan leitet die Bundesregierung umfangreiche Finanzmittel ( ,,Entwicklungshilfe") und umgeht die Zentralregierung in Khartum. Mit Umsetzung des jetzigen Sudan-Beschlusses werden fast 7.000 deutsche Soldaten auf drei Kontinenten im Auslandseinsatz sein. ex.klusiv

  • Die Kongo-Bahn

    BERLIN/JUBA/BUNIA (Eigener Bericht) Die deutsche Firma Thormählen Schweißtechnik GmbH hat die Projektierung eines transnationalen Eisenbahnnetzes in Ostafrika abgeschlossen und beginnt mit der Umsetzung des Großprojekts. Dies bestätigt ein Sprecher des Unternehmens gegenüber german-foreign-policy.com. Die Arbeiten an den zukünftigen Bahnlinien, die über mehrere Tausend Kilometer reichen und auf etwa drei Milliarden Euro Gesamtkosten veranschlagt werden, sollen im Juni starten. Das Bauvorhaben gilt als das bedeutendste Eisenbahnprojekt in Afrika seit rund 100 Jahren und soll den Abtransport riesiger Ressourcenvorkommen ermöglichen. Wegen der erhofften Veräußerungsgewinne entscheidet die Linienführung über Armut oder Reichtumsteilhabe in den Anrainerstaaten. Ausgangspunkt des Thormählen-Bahnnetzes ist der Südsudan, wo Separatisten der SPLM/A Verfügung über die dortigen Ölvorkommen beanspruchen. Sie werden von der deutschen Regierung massiv unterstützt. Berlin kündigt an, zur Entsendung von Bundeswehrsoldaten bereit zu sein. Das deutsche Einflussgebiet reicht bis in in den Nordost-Kongo, der an die Thormählen-Bahn angeschlossen werden soll. In der kongolesischen Rohstoffzone intervenierten EU-Truppen bereits vor rund zwei Jahren. ex.klusiv

  • Schweißtechnik

    BERLIN/RUMBEK (Eigener Bericht) Das Auswärtige Amt hat Staatsministerin Kerstin Müller (Bündnis 90/Die Grünen) am vergangenen Sonntag zu mehrtägigen Gesprächen in den Südsudan und nach Uganda entsandt. Im Sudan versucht Berlin die Zentralregierung durch Verweigerung von EU-Entwicklungshilfegeldern zu schwächen, aber will im Süden des Landes Infrastrukturmaßnahmen kreditieren. Dort übernimmt die Sezessionsbewegung SPLM die Macht, in deren Einflussbereich die deutsche Regierung dreistellige Millionenbeträge fließen lassen will. Das deutsche Investitionsgebiet eignet sich für eigene Stützpunktinteressen, die auch auf die Nachbarländer zielen. Zu den zentralen Bauvorhaben deutscher Unternehmen gehört eine Eisenbahnverbindung zum Abtransport der südsudanesischen Erdölvorkommen. Durch die ausländischen Rohstoffprojekte ermutigt, versucht eine neue Sezessionsbewegung im Osten des Sudan, an den bevorstehenden Geldflüssen zu partizipieren. In ihrem Einflussbereich liegt Port Sudan, der derzeit einzige Erdölhafen des Landes. ex.klusiv

  • Heißer Frieden

    BERLIN/JUBA Nach der für den heutigen Sonntag geplanten Unterzeichnung des Sudan-Friedensabkommens rechnen Beobachter mit dem baldigen Beginn des größten deutschen Investitionsvorhabens in Afrika. Dabei handelt es sich um den Bau mehrerer Eisenbahnlinien, die vier ostafrikanische Staaten zu einem einheitlichen Verkehrsgebiet vernetzen sollen. Das Projekt gilt als wirtschaftliche Voraussetzung für eine Sezession des Südsudan. Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), die der deutschen Regierungspartei SPD nahe steht, bezeichnet einen Fortbestand des Sudan als ,,wenig wahrscheinlich", deutsche Politiker unterhalten seit Jahren Kontakte zu Separatisten im Südsudan und setzten sich schon im Sommer für die ,,Förderung infrastruktureller (...) Maßnahmen"in dem Sezessionsgebiet ein. Die deutsche Firma Thormählen Schweißtechnik, die ,,verschiedene(...) Großprojekte zum Wiederaufbau des Süd Sudan"leitet, veranschlagt den Finanzrahmen für die infrastrukturelle Neuordnung Ostafrikas auf rund acht Milliarden US-Dollar. ex.klusiv

  • Nikolaus

    KHARTUM/TÜBINGEN/DJIBOUTI (Eigener Bericht) Mit den Worten Jesu Christi ( ,,Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan") ruft das deutsche Staatsoberhaupt zu ,,humanitäre(n) Interventionen"in Afrika auf. ,,(M)utiges Eingreifen von außen"müsse legitimiert werden und sei ,,ethische"Verpflichtung der europäischen ,,Zivilisation". Nach den Worten des Bundespräsidenten entspringt die neue deutsche Fürsorge für Afrika einem moralischen Impuls, der ,,militärischer Konsequenzen"nicht entbehren dürfe. Der Bundespräsident befindet sich auf einer Rundreise durch den afrikanischen Kontinent. In zeitlicher und inhaltlicher Übereinstimmung mit seiner Rede hatte das Berliner Parlament die Entsendung von Bundeswehreinheiten in den Sudan gebilligt. Der Militäreinsatz war auf heftige Proteste der Regierung in Khartum gestoßen. Wie der UN-Beauftragte für den Sudan feststellt, gehen die jüngsten Kämpfe um die dortigen Rohstoffressourcen von den Separatisten der ,,Sudanesischen Befreiungsarmee"(SLA) aus. Ihr Vorgehen gegen Khartum nützt der Berliner Außenpolitik. ex.klusiv

  • BERLIN/KHARTUM Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Müller (Die Grünen), plädiert für die Entsendung deutscher Soldaten in den Sudan. Dort kämpft die Sudan People's Liberation Army (SPLA) seit 20 Jahren für einen unabhängigen Südsudan; die Friedensverhandlungen zwischen der Regierung in Khartum und der SPLA gelten inzwischen als weit fortgeschritten. Nach dem Ende des Krieges wird mit einem Erdölboom und umfangreichen Investitionen in die Infrastruktur gerechnet, deutsche Unternehmen wollen davon profitieren. ex.klusiv