Deutschland – Italien 0:1
Mit der erfolgreichen Übernahmeofferte der italienischen UniCredit entscheidet sich einer der größten Machtkämpfe der europäischen Bankenbranche zugunsten Italiens. Deutschland gerät auf dem Bankensektor zunehmend in die Defensive.
BERLIN/ROM (Eigener Bericht) – Der Übernahmekampf um die Commerzbank ist entschieden. Mit ihrer erfolgreichen Übernahmeofferte hat sich die italienische UniCredit knapp die Hälfte der Stimmrechte gesichert und kann auf der Hauptversammlung 2027 die Kontrolle über Aufsichtsrat und Vorstand der zweitgrößten deutschen Privatbank übernehmen. Unterstützt wurde sie dabei von einem Netzwerk internationaler Finanzinstitute, darunter die japanische Nomura, die französische BNP Paribas sowie mehrere US-Banken. Damit endet nicht nur ein fast zweijähriger Machtkampf zwischen den Großbanken aus Deutschland und Italien. Die Übernahme steht zugleich für die fortschreitende Konzentration des europäischen Bankensektors. Während sich die italienische UniCredit als neuer europäischer Bankenkonzern positioniert, gerät Deutschland zunehmend in die Defensive. Mit der Commerzbank kommt ein zentraler Kreditgeber des deutschen Mittelstands und eine Schlüsselinstitution des Finanzplatzes Frankfurt unter ausländische Kontrolle. Der Konflikt verdeutlicht den Widerspruch zwischen der europäischen Integration des Finanzsektors und den Interessen der Nationalstaaten, die die Kontrolle über ihre ökonomischen Steuerungszentren zu bewahren suchen.

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