US-Flüssiggas für Ost- und Südosteuropa
Mit milliardenschweren Energie- und KI-Projekten bauen die USA ihren Einfluss in Ost- und Südosteuropa aus und stützen sich dabei vor allem auf die Drei-Meere-Initiative – mit Folgen für Deutschlands Einfluss in der Region.
ZAGREB/WASHINGTON/BERLIN (Eigener Bericht) – Im Einflusskampf mit den USA in Ost- und Südosteuropa bringen die EU und die Staaten Westeuropas erneuerbare Energien gegen US-Flüssiggaslieferungen in Stellung. Auf dem diesjährigen Gipfeltreffen der Drei-Meere-Initiative (Three Seas Initiative, 3SI), einem Zusammenschluss von 13 EU-Staaten Ost- und Südosteuropas, das Ende April im kroatischen Dubrovnik stattfand, vereinbarten mehrere Regierungen der Region und Vertreter der Trump-Administration neue Projekte in den Bereichen Energieversorgung, Pipelines, Künstliche Intelligenz (KI) und digitale Infrastruktur. Im Mittelpunkt standen dabei neue Erdgasverbindungen für Südosteuropa und ein KI-Großprojekt in Kroatien mit einem Investitionsvolumen von rund 50 Milliarden Euro. Die Initiative, die ursprünglich mit dem Ziel gegründet wurde, die Infrastruktur zwischen Ostsee, Adria und Schwarzem Meer auszubauen, entwickelt sich zunehmend zu einem Instrument US-amerikanischer Machtprojektion in Ost- und Südosteuropa. Eine Schlüsselrolle spielt die Energiepolitik: Die Trump-Administration will US-Flüssiggas liefern, während die EU tendenziell auf erneuerbare Energien setzt. In Dubrovnik wurden auch Investitionen in diese beschlossen.

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