Seit 1881
MOSKAU/BERLIN (Eigener Bericht) - Belastet von Widerständen mehrerer EU-Mitglieder bricht die deutsche Kanzlerin am heutigen Donnerstag zum EU-Russland-Gipfel nach Samara auf. Gegenstand der Verhandlungen ist ein sogenannter Frühwarnmechanismus, der Unterbrechungen russischer Energielieferungen in die Staaten der EU verhindern soll. Der Frühwarnmechanismus ist Teil des geplanten Partnerschaftsabkommens zwischen Brüssel und Moskau, das Berlin forciert, über das es aber wegen eines polnischen Vetos derzeit offiziell nicht verhandeln darf. Der Konflikt zwischen mehreren transatlantisch orientierten östlichen EU-Staaten und Russland eskaliert zu einem Zeitpunkt, zu dem Moskau Erfolge im Kampf um die Kontrolle der zentralasiatischen Ressourcenlieferungen in Richtung Westen erzielt. Der russische Einflussgewinn schwächt die USA und ruft in Washington und bei seinen engeren europäischen Partnern scharfe Reaktionen hervor. Berlin hingegen schadet er nicht: Deutsche Energie- und Finanzkonzerne sind traditionelle Verbündete der russischen Erdöl- und Erdgasindustrie.
