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BERLIN/PARIS/PRAG/WEIMAR (Eigener Bericht) - Konzernvertreter der Deutschen Bahn AG und der Initiative "Elftausend Kinder" werden Anfang Juli zu Gesprächen über ein angemessenes Gedenken an die Deportationsopfer der Deutschen Reichsbahn aufeinandertreffen. Dies bestätigt das Bundesverkehrsministerium, das die Gespräche moderieren soll, auf Anfrage dieser Redaktion. Die Zusammenkunft beendet den Boykott der Bahn AG, deren Vorstandsvorsitzender zwei Jahre versucht hatte, die Forderungen nach einer Wanderausstellung über elftausend jüdische Kinder und deren Schienentransporte in die NS-Vernichtungslager zu ignorieren. Insgesamt etwa drei Millionen Menschen wurden von dem Vorgängerunternehmen der Berliner Bahn AG nach Sobibor, Buchenwald oder Auschwitz geschleust. Bereits im Vorfeld des Treffens kommt es zu kontroversen Stellungnahmen der Beteiligten. Gemeinsam mit der Pariser Opferorganisation um Beate und Serge Klarsfeld ("Fils et Filles des Déportés Juifs de France", FFDJF) verlangt die deutsche Initiative "Elftausend Kinder" die grundsätzliche Freigabe sämtlicher Bahnhöfe, um an die NS-Deportierten auf den Stationen ihrer letzten Reise zu gedenken. Wie es auf der Gegenseite heißt, werde man "unrealistische" Planungen zurückweisen und sei allenfalls zu einem "symbolischen Gedenken" bereit. Sollte sich die Bahn AG diese Position zu Eigen machen, "ist eine eskalierende Auseinandersetzung unausweichlich", kündigen Zeichner eines Briefes an den Vorstandsvorsitzenden Mehdorn an. In einer aktuellen Umfrage unter den Förderern der Initiative "Elftausend Kinder" spricht sich die überwältigende Mehrheit für das ungehinderte Gedenken an den früheren Deportationsbahnhöfen aus und will Einschränkungen nicht hinnehmen. "An dieses Mandat werden wir uns halten", kündigt die Sprecherin der Initiative an. german-foreign-policy.com veröffentlicht den Text der Umfrage.

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