Wahnsinn

BUDAPEST/BERLIN (Eigener Bericht) Deutschland unterstützt die neuerliche Zuspitzung der ungarischen Ethno-Politik und erhofft sich weitere Vorteile für seine Minderheitenarbeit in Osteuropa. Dort propagiert Berlin ein völkisches Blutsrecht, das aus deutschsprachigen Staatsbürgern ,,Auslandsdeutsche"macht, sofern sie eine deutschblütige Abstammung nachweisen können. Als Schutzmacht der ,,Volksgruppen"tritt Berlin auf. Nach diesem deutschen Vorbild plant Budapest neue Sonderrechte für Ungarisch sprechende Minoritäten in den Nachbarstaaten ( ,,Auslandsungarn"). Zuvor war ein Referendum gescheitert, das den rund 2,5 Millionen ,,Auslandsungarn"ungarische Pässe zusprechen und sie Budapest direkt unterstellen sollte. Die ungarische ,,Volksgruppen"-Politik wird zum Teil in unmittelbarer Abstimmung mit Berlin umgesetzt. Maßgebliche ungarische Politiker deuten an, ihre ethnizistische Auslandsarbeit diene einer Revision der Pariser Friedensverträge.

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