Unerkannte Mittler
BERLIN/MÜNCHEN (Eigener Bericht) - Mit dem Aufbau von "Netzwerken" ehemaliger Soldaten setzt die Bundeswehr die Durchdringung ziviler Lebensbereiche fort. Vor wenigen Tagen hat die Militär-Universität in München mehrere Hundert ihrer Absolventen zum zweiten "Alumni-Kongress" versammelt und damit die Netzwerkbildung früherer Armeeangehöriger in Wirtschaftsunternehmen und Medien verstärkt. Ziel ist der Abgleich technischer und administrativer Maßnahmen, die für den Umbau der Streitkräfte zur weltweit operierenden Interventionsarmee ("Armee im Einsatz") notwendig sind; sie sollen den Interessen privater Militärzulieferer nicht widersprechen. Ein weiteres "Netzwerk"-Ziel ist die organisierte Einflussnahme auf meinungsbildende Medien. So arbeitet ein vormaliger Ausbilder an der Hamburger Führungsakademie der Bundeswehr als Redakteur des "Heute Journal" (ZDF). Neben Bundeswehr-Hochschülern betätigen sich vor allem Reservisten als "Netzwerker" - und sorgen so für die Verankerung militärischer Strukturen in allen gesellschaftlichen Bereichen.