Enge Beziehungen
BERLIN/SANAA (Eigener Bericht) - Berlin soll im jemenitischen Bürgerkrieg zwischen den Rebellen und der Zentralregierung "vermitteln". Dies verlangt ein nordjemenitischer Aufständischer, der in Deutschland Asyl genießt. Das Verlangen nach einer stärkeren deutschen Einmischung im Jemen richtet sich gegen die Regierung des mittelöstlichen Landes. Der Jemen ist im Begriff, neue militärische Forderungen der Bundesrepublik abzuwehren, und wird deswegen unter Druck gesetzt. Jahrelang galt Berlin als "bevorzugter westlicher Partner". Die Zusammenarbeit erstreckte sich insbesondere auf den sogenannten Anti-Terror-Kampf. Wie Menschenrechtsorganisationen einschätzen, halten die jemenitischen Behörden mehrere Hundert Personen ohne gesetzliche Grundlage gefangen, teilweise auf ausdrückliche Anweisung Washingtons. Deutsche Polizeibehörden kooperieren mit den Repressionskräften und sind in der Hauptstadt des Jemen mit einem Kontaktbeamten des Bundeskriminalamtes vertreten. Sanaa weigert sich jedoch, das Land nun auch noch für die deutsche Marine zu öffnen, und hat im März ein Abkommen zurückgewiesen, das deutschen Kriegsschiffen den dauerhaften Zugang zu seinen Hoheitsgewässern gewähren sollte.
