BERLIN/WILHELMSHAVEN/KIEL/BEIRUT | |   Nachrichten | libanon

BERLIN/WILHELMSHAVEN/KIEL/BEIRUT (Eigener Bericht) - Gegen anhaltende Widerstände in Beirut und in der UNO fordert die Bundesregierung für die deutsche Marine das Recht zum Kapern fremder Schiffe vor der libanesischen Küste. Bereits vor Wochen war den Vereinten Nationen und der Regierung des Libanon ein "Einsatzgruppenversorger" der Bundesmarine "angeboten" worden. Während es in offiziellen Stellungnahmen heißt, das Schiff sei zu medizinischen Hilfsaktionen befähigt, besteht die eigentliche Zweckbestimmung dieses Typs in der Begleitung größerer maritimer Kampfverbände. Während deren kriegerischer Seeoperationen sichern die so genannten Einsatzgruppenversorger den Nachschub und halten Ausrüstungsgegenstände und Munition bereit. Zugleich fungieren sie als Hospitalschiffe für verwundete Soldaten. Jüngsten Berichten zufolge wird dem im Mittelmeer operierenden "Einsatzgruppenversorger" eine Kampfflotte vor die libanesische Küste folgen. Sie soll das Mandat erhalten, fremde Schiffe zu kapern, wobei der "Einsatzgruppenversorger" ihr die nötige Durchhaltefähigkeit sichert. Die militärische Namensgebung ("Einsatzgruppenversorger") erinnert an deutsche Einheiten, die während des Zweiten Weltkriegs in Osteuropa wüteten ("Einsatzgruppen"). ex.klusiv

|   Kurznachrichten | russische-foederation

Deutschland drängt die Europäische Union zu einer engeren Verbindung mit Russland, die auch eine militärische Zusammenarbeit beinhalten soll. ex.klusiv

BERLIN/JAKARTA/KINSHASA | |   Nachrichten

BERLIN/JAKARTA/KINSHASA (Eigener Bericht) - Mit einer neuen TV-Serie über den Zusammenprall verschiedener Kulturen ("Wie die Wilden - Deutsche im Busch") erobert der Privatsender Sat.1 ein Millionenpublikum und punktet unter Jugendlichen. Die sechsteilige Staffel führt deutsche Familien nach Afrika und Asien, wo sie das "Stammesleben" indigener "Völker" teilen und mit seltsamen Sitten konfrontiert werden. Die Doku-Soap erreichte am vergangenen Mittwoch (30. August) 2,34 Millionen Zuschauer und konnte sich einen Marktanteil von über elf Prozent im Segment der 14- bis 49-jährigen sichern. "Wie die Wilden - Deutsche im Busch" setzt eine Unterhaltungswelle fort, die an den Orten heutiger oder früherer Kolonialkriege spielt und die einheimische Bevölkerung als Fremde vorführt. Speisevorlieben ("Fledermäuse bis zu Maden") sowie exotisches Sexualverhalten ("Geschlechtsverkehr im Hühnerstall") bekräftigen eine elementare Kulturdifferenz, in der die "Locals" die Rolle von Unterlegenen einzunehmen haben. Einen Zusammenhang zwischen ethnizistischer Fernsehunterhaltung und westlichen Militäroperationen in Ressourcenstaaten könne er nicht erkennen, sagt einer der TV-Protagonisten im Gespräch mit german-foreign-policy.com. ex.klusiv

WARSZAWA/BERLIN | |   Nachrichten | polen

WARSZAWA/BERLIN (Eigener Bericht) - Berliner Osteuropa-Experten rechnen für die kommenden Jahre mit einer "solide(n) und sachlich(en)" Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen. Trotz gelegentlicher "Irritationen", die "bisweilen von polnischer Seite ideologisch überhöht" würden, könne sich Warszawa "eine eventuelle Randständigkeit" in der EU nicht leisten, urteilen Beraterkreise in der deutschen Hauptstadt. Gemeint sind die lautstarken aktuellen Auseinandersetzungen um die Gültigkeit des Potsdamer Abkommens und die Unantastbarkeit der polnischen Seegrenze. Hintergrund der selbstsicheren Haltung ist nicht nur der deutsche Wirtschaftseinfluss, der in dem östlich angrenzenden Land unangefochten dominiert und unter anderem immer größere Teile des meinungsbildenden Mediensektors erfasst. Die polnische Regierung könne auch ihre eigenen Expansionsziele in Richtung Osten nur in Zusammenarbeit mit Deutschland erreichen, heißt es in Berlin. Warszawa versucht seit geraumer Zeit, seinen Handlungsspielraum gegenüber der als bedrohlich empfundenen Intensivierung der deutsch-russischen Kooperation zu erweitern. Dazu dienen neben einer Anlehnung an Washington auch Maßnahmen zum Schutz der polnischen Energiebranche, deren Verkauf an ausländische Konzerne, darunter deutsche, gebremst werden soll. ex.klusiv