Wanderung

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Der deutsche Finanzkonzern Allianz übernimmt den italienischen Versicherer Riunione Adriatica di Sicurta (RAS) mit Sitz in Mailand und gibt sich eine neue Rechtsform, um in der "ersten Liga der internationalen Finanzdienstleister" mitzuspielen. ex.klusiv

NEW YORK/BERLIN/TOKIO | |   Nachrichten | china

NEW YORK/BERLIN/TOKIO (Eigener Bericht) - Die am kommenden Mittwoch beginnende Vollversammlung der Vereinten Nationen steht vor dem Scheitern. Letzte Kompromissversuche wurden von einer diplomatischen Krisengruppe am vergangenen Wochenende aufgegeben. Die Umsetzung zentraler Reformvorhaben, die anlässlich des 60. UN-Gründungsjahres verabschiedet werden sollten, sei nicht mehr zu erwarten, teilt das Büro des UN-Generalsekretärs mit. Zum Scheitern wesentlich beigetragen hat die Berliner Regierung, die das UN-Treffen benutzen wollte, um Deutschland im Sicherheitsrat als internationale Veto-Macht zu etablieren. Obwohl die aggressive Kampagne der Berliner UN-Delegation gescheitert ist, setzen deutsche Diplomaten ihre Einflussmaßnahmen fort und locken ärmere Staaten mit Unterstützungsangeboten. Der deutsche Verbündete Japan hat hohe Millionenbeträge verteilt, um in Lateinamerika UN-Stimmen für Tokio und Berlin zu kaufen, berichtet die internationale Presse. Das deutsch-japanische Bündnis strahlt auch nach Asien aus, wo militärische Auseinandersetzungen zwischen Tokio und der Volksrepublik China nicht mehr ausgeschlossen werden. "Sie werden zusammenstoßen", zitiert die US-Presse politische Beobachter. Die deutsche Außenpolitik folgt dem Sog dieser Entwicklung - an der Seite Japans. ex.klusiv

BERLIN/PARIS/WARSZAWA | |   Nachrichten | frankreichpolen

BERLIN/PARIS/WARSZAWA (Eigener Bericht) - Die Deutsche Bahn AG rechnet mit einer Konzentration des europäischen Schienengüterverkehrs auf "drei, vier große Player" und bereitet sich auf die Expansion in Frankreich vor. Dies bestätigt ein Vorstandsmitglied des Konzerns. Die Pläne des bundeseigenen Unternehmens beziehen sich sowohl auf den Güter- als auch auf den Personenverkehr und sollen in Kooperation mit der französischen Staatsbahn SNCF realisiert werden. Ihre weltweite Expansion treibt die Deutsche Bahn über ihre Tochterunternehmen weiterhin im Alleingang voran; so hat das Bahn-Tochterunternehmen Schenker erst in der vergangenen Woche ein neues Logistikcenter in Beijing eröffnet und damit seine privilegierte Position in China gestärkt. Trotz Millionengewinnen behauptet die weltweit expandierende Deutsche Bahn AG weiterhin, sie verfüge über keinerlei Mittel, um auf den Personenbahnhöfen der Bundesrepublik an die Verbrechen ihres Rechtsvorgängers zu erinnern. Die Deutsche Reichsbahn hatte für die Deportation mehrerer Millionen NS-Gefangener hohe Geldbeträge kassiert. Die Mordbeihilfe galt auch elftausend jüdischen Kindern, die von dem Vorgängerunternehmen der Deutschen Bahn nach Auschwitz verschleppt wurden. ex.klusiv

Umweg

|   Kurznachrichten

Der deutsch-französische Rüstungskonzern EADS forciert seine Expansion in den USA und verstärkt dazu die Kooperation mit dem US-amerikanischen Unternehmen Northrop Grumman. ex.klusiv

OTTAWA/BERLIN/BEIJING | |   Nachrichten | kanada

OTTAWA/BERLIN/BEIJING (Eigener Bericht) - Anlässlich des gegenwärtigen Besuchs des chinesischen Staatspräsidenten in Kanada fordern deutsche Politikberater zu einer engeren Kooperation mit dem Nachbarland der USA auf. Präsident Hu Jintao setzt in Ottawa die diplomatische Westoffensive der Volksrepublik China fort, die wegen möglicher Umgruppierungen in den Bündnisblöcken stark beachtet wird und sicher geglaubte Domänen der USA berührt. Zu diesen Ländern gehört Kanada, das seine Abhängigkeit von den USA zu mindern versucht. Ottawa sei an einer stärkeren Zusammenarbeit mit Berlin sehr interessiert, betont die ehemalige kanadische Botschafterin in der deutschen Hauptstadt, Frau Marie Bernard-Meunier. Die Offerte wird von der offiziösen Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) verbreitet. Eine Intensivierung der Bindungen zwischen Berlin und Ottawa gilt als hilfreich, um ein Gegengewicht gegen die dichter werdenden kanadisch-chinesischen Beziehungen zu schaffen, zugleich aber die kanadische Abhängigkeit von den USA zu begrenzen. Kanada bietet im Gegenzug an, Deutschlands bestimmende Stellung in Europa zu stützen. ex.klusiv

BERLIN/MOSKAU | |   Nachrichten | russische-foederation

BERLIN/MOSKAU (Eigener Bericht) - Die für den heutigen Berlin-Besuch des russischen Präsidenten vorbereiteten Verträge über den Bau einer Ostsee-Pipeline festigen die starke Position deutscher Unternehmen in der europäischen Erdgasversorgung und führen zu Besorgnissen in mehreren Nachbarstaaten. Warschau fürchtet die Wiederkehr einer deutsch-russischen Bündnispolitik, wie sie Polen in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach strangulierte. Westeuropäische Energiekreise äußern Verwunderung über die bislang ausschließliche Beteiligung deutscher Firmen an dem Pipelineprojekt, dem strategische Bedeutung für die Versorgungssicherheit ganz Europas zugeschrieben wird. Der Bezug von russischen Ressourcen ist einer von drei Pfeilern, die ein Papier der EU-Kommission zur Sicherung der europäischen Energieversorgung vorsieht. Die Planungen Brüssels "für die erweiterte Europäische Union, ihre Nachbarn und Partnerländer" gehen davon aus, dass russische Zulieferungen die Importe aus Nordafrika, dem Nahen Osten und dem Kaspischen Gebiet lediglich ergänzen. Deutschland ist in der günstigen Lage, auf solche Diversifizierungen notfalls verzichten zu können. ex.klusiv

Kernmarkt

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Der Energiekonzern Eon bereitet die Übernahme des fünftgrößten britischen Energiekonzerns Scottish Power vor. ex.klusiv

HAMBURG/BERLIN/CANBERRA | |   Nachrichten | australien

HAMBURG/BERLIN/CANBERRA (Eigener Bericht) - Bei der gestern begonnenen Wirtschaftskonferenz zwischen Delegationen der Bundesrepublik und Australiens tritt Berlin als ökonomische Vormacht Osteuropas auf und beansprucht Zugang zu den pazifischen Märkten. Die hochrangig besetzte Tagung, die bis zum morgigen Donnerstag andauert, setzt strategische Ziele um, an deren Verwirklichung mehrere Bundesregierungen seit den 1990er Jahren arbeiten. Australien, ein enger militärischer Partner der USA, gilt als wichtiger Platzhalter im asiatischen Bündnissystem der Vereinigten Staaten. Die Intensivierung der deutsch-australischen Beziehungen erweitert das Berliner Einflussspektrum im Pazifik und lässt vermehrte deutsche Interessen in der potenziellen Konfliktzone erkennen. Dort nehmen die Spannungen zwischen der westlichen Vormacht und Beijing kontinuierlich zu. ex.klusiv

Angst säen

BISCHKEK/BERLIN/BEIJING | |   Nachrichten | kirgistan

BISCHKEK/BERLIN/BEIJING (Eigener Bericht) - Die Bundesregierung gewährt Kirgistan in den kommenden zwei Jahren 20 Millionen Euro Entwicklungshilfe. Dies bestätigt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ). Die Zahlungen sollen den Zugang deutscher Unternehmen zu den zentralasiatischen Märkten erleichtern und die geopolitische Rolle der Bundesrepublik stabilisieren helfen. Zu den Wirtschaftssektoren, auf die Berlin abzielt, gehört insbesondere die russisch dominierte Energiebranche des Landes, die strategische Bedeutung besitzt. Kirgistan ist derzeit Schauplatz heftiger Einflusskämpfe, bei denen die westlichen Länder den Übertritt des Nachbarn Usbekistan in die russisch-chinesische Hegemonialsphäre durch Positionsgewinne in anderen zentralasiatischen Staaten wettzumachen suchen. Die Auseinandersetzungen betreffen auch den Stützpunkt der Bundeswehr in Termez (Usbekistan), der als unverzichtbar für die Besatzung Afghanistans gilt. ex.klusiv

BERLIN/PARIS/WIEN | |   Nachrichten

BERLIN/PARIS/WIEN (Eigener Bericht) - Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, will die Reisebahnhöfe für das Gedenken an die NS-Kinderdeportationen definitiv sperren und hat das Vermittlungsangebot einer hochrangigen Delegation zurückgewiesen. Der entsprechende Schriftwechsel liegt dieser Redaktion vor. Demnach lehnt es Mehdorn ab, mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland, dem DGB-Vorsitzenden der Bezirke Hessen und Thüringen sowie mehreren Überlebenden der KZ-Haft in Auschwitz und Theresienstadt zusammenzutreffen. Die Abgewiesenen hatten vorgeschlagen, bei einer persönlichen Begegnung nach einvernehmlichen Lösungen für eine Ausstellung über die auf dem deutschen Schienennetz nach Auschwitz deportierten Kinder zu suchen. Die Ausstellung war der Bahn AG von der französischen Organisation "Fils et Filles des Déportés Juifs de France" angeboten worden. Unter den mehr als 10.000 Opfern, die in Viehwaggons der "Deutschen Reichsbahn" u.a. nach Auschwitz geschleust wurden, befinden sich über 500 Kinder aus Deutschland und mehr als 100 aus Österreich. Die Abweisung der Delegation hat in mehreren jüdischen Gemeinden der Bundesrepublik und bei der Initiative "Elftausend Kinder" Bestürzung ausgelöst. ex.klusiv