TEHERAN/BERLIN | |   Nachrichten | iran

TEHERAN/BERLIN (Eigener Bericht) - Mit der Androhung von Wirtschaftssanktionen versucht der deutsche Bundeskanzler den Ressourcenstaat Iran zu einem abhängigen Lieferland für billige Energieträger zu degradieren und will Teheran die eigenständige Verfügung über die zivile Nutzung der Reaktortechnik verstellen. Das entsprechende "Verhandlungsangebot" der europäischen Kernmächte (Deutschland, Frankreich, Großbritannien), das Iran wirtschaftspolitischen Diktaten unterwirft, hat Teheran zurückgewiesen und besteht auf einer eigenständigen Entwicklungsperspektive. Die Bundesregierung kündigt deswegen an, den internationalen Druck gemeinsam mit den USA zu erhöhen. Deren Pläne für einen Militärschlag gegen den Golfstaat umfassen Beobachtern zufolge auch den Einsatz atomarer Waffen; "zur Zeit" denke niemand an einen Krieg gegen Iran, erklärt Bundeskanzler Schröder. Die Bemerkung wiederholt eine Sprachregelung des US-Präsidenten und kann als implizite Gewaltandrohung verstanden werden. Wegen der eskalierenden Auseinandersetzungen fürchten Indien und die Volksrepublik China um ihre langfristige Energieversorgung. Die gegen Iran gerichteten Drohungen rufen weltweite Spannungen hervor. ex.klusiv

USTI NAD LABEM/PRAG/BERLIN | |   Nachrichten | tschechische-republik

USTI NAD LABEM/PRAG/BERLIN (Eigener Bericht) - Deutsche Revisionisten beteiligen sich an Planungen tschechischer Institutionen zur Errichtung eines "Museums der Deutschen in Böhmen". Dies geht aus Presseberichten der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) hervor. Damit hängt sich die SL an ein Vorhaben des tschechischen Ministerpräsidenten Jiri Paroubek, der den sudetendeutschen Widerstand gegen die NS-Okkupation ehren will. Der moralisch begründete Vorstoß wird von den politischen Revisionsverbänden in der Bundesrepublik begrüßt und gilt als Einfallstor für weitergehende Opferforderungen. Paroubek, der spätestens im September einen Kabinettsbeschluss über seine Initiative herbeiführen will, bringe damit die Tschechische Republik "unter gefährlichen Druck", warnt der Europaparlamentarier Jan Zahradil von der konservativen Oppositionspartei ODS. ex.klusiv

Standbein

|   Kurznachrichten

Die Deutsche Bank verhandelt über die komplette Übernahme der einflussreichen russischen Investmentbank United Financial Group (UFG), an der sie bereits 40 Prozent der Anteile hält. ex.klusiv

|   Rezensionen

Die historische Logik politischer Unvernunft Frankfurt am Main 1985 436 Seiten ISBN 351811305-4 Ders.: Die Kunst, nicht regiert zu werden Ethische Politik von Sokrates bis Mozart Frankfurt am Main 1999 467 Seiten ISBN 351841039-3 ex.klusiv

ROM/NEW YORK/BERLIN | |   Nachrichten | italien

ROM/NEW YORK/BERLIN (Eigener Bericht) - Das Desaster der deutschen UNO-Politik greift auf die zwischenstaatlichen Beziehungen zu Italien über und führt zu schweren Zerwürfnissen zwischen Berlin und Rom. Die Bundesregierung beschuldigt das italienische Außenministerium maßgeblicher Intrigen gegen den deutschen Aufstieg in den UN-Sicherheitsrat; Rom warnt vor deutschen Retourkutschen in der Währungspolitik. Anlass ist der Skandal um Unregelmäßigkeiten bei der Bankitalia. Auch die deutsch-chinesischen Beziehungen sind beschädigt, seitdem sich Beijing offen gegen die Berliner Mitgliedschaft im höchsten Gremium der Vereinten Nationen ausgesprochen hat und dabei gemeinsam mit Washington vorgeht. "Deutschland wollte Weltmacht werden, aber hat sich die Welt zum Gegner gemacht", sagte ein italienischer Diplomat im Gespräch mit german-foreign-policy.com am gestrigen Samstag in Rom. Verhalten kritisch äußert sich Edmund Stoiber, Ministerpräsident der Bundeslandes Bayern und möglicher Außenminister einer neuen deutschen Regierung. UNO-Diplomatie nach Berliner Art sei "sicherlich nicht überall beliebt", sagte Stoiber (CSU) in einem Presseinterview und kündigte Korrekturen für den Fall eines Wahlsiegs der konservativen Parteien an. ex.klusiv

|   Kurznachrichten

Die historische Logik politischer Unvernunft, Frankfurt am Main 1985, 436 Seiten, ISBN 3-518-11305-4 ex.klusiv

Bereinigung

|   Kurznachrichten

Die Deutsche Telekom steht kurz vor der milliardenschweren Übernahme eines österreichischen Mobilfunkanbieters und vergrößert damit ihren Marktanteil in Österreich auf 40 Prozent. ex.klusiv