CHISINAU/MINSK | |   Nachrichten | finnlandrussische-foederation

CHISINAU/MINSK Nach dem Machtwechsel in der Ukraine drohen deutsche Außenpolitiker Moskau mit weiterem Einflussverlust in seinen Nachbarstaaten. Der ,,russische Versuch, die GUS in einen integrierten Wirtschaftsraum nach EU-Vorbild zu verwandeln", sei ,,gescheitert", heißt es beim Centrum für angewandte Politikforschung (CAP). Demgegenüber habe die EU ihre durch die Osterweiterung ,,neu gewonnene Osteuropakompetenz unter Beweis gestellt". Berlin sucht mehrere Staaten aus dem Osten und Nordosten der EU in seine antirussische Politik einzubinden und schlägt insbesondere eine ,,deutsch-polnische Zusammenarbeit"gegenüber Belarus und der Ukraine vor. Währenddessen werden Pläne bekannt, in mehreren GUS-Staaten Umsturzbewegungen nach ukrainischem Modell zu organisieren. ex.klusiv

BERLIN/BONN | |   Nachrichten

BERLIN/BONN Verschiedene deutsche think tanks aus Politik und Wirtschaft bestimmen ihre Lateinamerika-Strategie neu und fordern eine ,,Neupositionierung"der deutschen und europäischen Außenpolitik. Anlässe sind das Wirtschaftswachstum vor allem in südamerikanischen Ländern, zunehmende Integrationsbemühungen der dortigen Staaten sowie insbesondere die steigende Konkurrenz durch die Volksrepublik China. Sowohl die regierungsnahe Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) als auch die der Opposition zugerechnete Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) und der wirtschaftsnahe Ibero-Amerika Verein bemühen sich in aktuellen Studien um Handlungsempfehlungen für die deutsche Politik. Ziel ist es, den deutschen Einfluss in Lateinamerika über einzelne ,,Regionalmächte"geltend zu machen, frühzeitig den chinesischen Einflusszuwachs zu dämmen und die Vormacht USA zu schwächen. ex.klusiv

FRANKFURT AM MAIN/DÜSSELDORF/BERLIN (Eigener Bericht) | |   Nachrichten

FRANKFURT AM MAIN/DÜSSELDORF/BERLIN (Eigener Bericht) Mehrere deutsche Initiativgruppen wollen der Bahntransporte von 11.000 Kindern in das KZ Auschwitz mit Aktionen an den früheren Durchgangsstationen gedenken. Die aus Frankreich kommenden Deportationszüge waren ab 1942 über das deutsche Schienennetz durch Saarbrücken, Mannheim, Frankfurt am Main, Fulda und Dresden gerollt. Unter den Gefangenen befanden sich auch 520 Kinder deutscher Emigranten, die in Auschwitz ermordet wurden. Die Veranstaltungen sollen am Auschwitz-Gedenktag (27. Januar) stattfinden und Bahnreisende über das Schicksal der Verschleppten informieren. Die Unternehmensleitung der Deutschen Bahn AG weigert sich, das bundesweite Gedenken zuzulassen, und hat ihre Publikumsbahnhöfe wegen mangelnder ,,Ressourcen"für Gedächtnisausstellungen gesperrt. Auch die gemeinnützige Hermann-Niermann-Stiftung lehnt es ab, durch finanzielle Beihilfen an den letzten Weg der 11.000 deportierten jüdischen Kinder zu erinnern. Das deutsche Verhalten sei ,,haarsträubend"und ,,völlig unglaubwürdig", äußert Annette Antignac in einem Interview mit german-foreign-policy.com. Frau Antignac ist die Tochter deutscher Frankreich-Emigranten und konnte den Kinderdeportationen entgehen. ex.klusiv

Annette Antignac | KÖLN/PARIS | |   Interviews
(Annette Antignac)

KÖLN/PARIS Annette Antignac ist die Tochter von Ruth und Walter Fabian, die in den 1930er Jahren aus Deutschland fliehen mussten. Bis zum Einmarsch der deutschen Besatzungstruppen arbeiteten beide in Organisationen der Emigration, u.a. im Lutétia-Kreis unter Vorsitz von Heinrich Mann. Frau Antignac, geborene Fabian, kehrte nach Kriegsende nach Frankreich zurück und lebt seitdem in Paris. ex.klusiv

TOULOUSE (Eigener Bericht) | |   Nachrichten | usa

TOULOUSE (Eigener Bericht) Am heutigen Dienstag wird in Anwesenheit des deutschen Bundeskanzlers das von EADS entwickelte Großraumflugzeug A 380 der Öffentlichkeit übergeben. Der neue Superjumbo gilt als endgültiger Beweis für den technologischen Vorsprung des deutsch-französischen Konzerns vor dem US-Rivalen Boeing im zivilen Produktionsbereich. In der Rüstungssparte von EADS, die in den letzten Jahren unter der Führung des deutschen Reserveoffiziers Thomas Enders zielstrebig erweitert wurde, besteht trotz einiger Großaufträge immer noch Nachholbedarf. Den Gesamtkonzern EADS, in dem Enders zu einem der beiden Unternehmensleiter aufsteigen soll, will Berlin als Dach-Holding für die deutsche und die französische Rüstungsindustrie etablieren. Damit entwickelt sich EADS zum Betriebskern des zukünftigen Rüstungskomplexes der EU. Die Zentralisierung dient dem weiteren Kräftemessen mit der US-Militärindustrie. ex.klusiv

BERLIN | |   Nachrichten

BERLIN Rund 1.900 deutsche Soldaten sind seit 1994 mit psychischen Störungen von Auslandseinsätzen der Bundeswehr zurückgekehrt. Dies bestätigt ein Sprecher des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) auf Nachfrage von german-foreign-policy.com. Zur Überwindung der Angst davor, zu töten oder getötet zu werden, empfehlen Bundeswehr-Experten psychischen ,,Drill"und ,,soldatische Werte"(Treue, Gehorsam). Der kriegsnah ausgebildete Soldat als ,,selbstlos dienender und unbedingt gehorchender Kämpfertyp"werde in der Bundeswehr ,,zur fraglos akzeptierten Norm", heißt es in einer Studie des Hamburger Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik. ex.klusiv

FRANKFURT AM MAIN | |   Nachrichten

FRANKFURT AM MAIN Die Erstunterzeichner des ,,Offenen Briefes" an die Unternehmensleitung der Deutschen Bahn AG laden zu weiteren Unterschriften ein. Unterschriften können unter folgender elektronischen Adresse hinterlegt werden: elftausendkinder@web.de. Um den Missbrauch des Protestes zu vermeiden, werden Individualzeichner um die Angabe einer postalischen Anschrift gebeten; bei Sammellisten und Organisationen genüge eine einzige Absenderadresse, teilen die Initiatoren mit. Sie sichern ausdrücklich zu, ,,daß die übermittelten Daten lediglich der Glaubhaftmachung des an die DB AG gerichteten Protestes dienen und nach Abschluß der Briefaktion weder gespeichert noch weitergegeben, sondern vernichtet werden". ex.klusiv

BERLIN/PARIS/NEW YORK (Eigener Bericht) | |   Nachrichten

BERLIN/PARIS/NEW YORK (Eigener Bericht) Anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz fordern die Unterzeichner eines ,,Offenen Briefes"von der Deutschen Bahn AG, sich ,,zu ihrer Mitverantwortung bei der Durchschleusung von Todestransporten nach Auschwitz"zu bekennen. Gleichzeitig rufen die Initiatoren dazu auf, das Gedenken an die mit Reichsbahnzügen deportierten Menschen ,,entschlossen durchzusetzen". Die Deutsche Bahn (DB) hatte es zuvor abgelehnt, auf den ehemaligen Durchgangsstationen der Todeszüge eine Wanderausstellung über das Schicksal von 11.000 verschleppten Kindern zuzulassen. Ihr letzter Weg führte auf dem deutschen Schienennetz von Frankreich nach Auschwitz und passierte u.a. die Bahnhöfe Saarbrücken, Mannheim, Frankfurt am Main, Fulda und Dresden. An diesen und anderen Orten solle das Gedenken durch ,,Aktionskomitees"organisiert werden, empfehlen die Unterzeichner des ,,Offenen Briefes"und bitten um weitere Unterschriften: elftausendkinder@web.de. german-foreign-policy.com veröffentlicht den vollständigen Wortlaut des Briefes sowie den Zuglauf der Todestransporte. ex.klusiv

Zuglauf

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Unter Zugnummer ,,DA-901"(gültig ab 1. November 1943) schleusten die deutschen Behörden ihre aus Frankreich kommenden Auschwitz-Transporte über das Schienennetz der Reichsbahn. Dass sich in den Güterwaggons Menschen befanden, war zumindest bei Tageslicht offenbar und zwischen den Bahnhöfen Frankfurt am Main und Weißenfels nicht zu verbergen. ex.klusiv

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An die Deutsche Bahn AG Konzernleitung Potsdamer Platz 2 10785 Berlin Sehr geehrter Herr Mehdorn, sehr geehrte Damen und Herren, wie wir aus der Presse erfahren, lehnt es die Deutsche Bahn AG ab, auf ihren Bahnhöfen an die Todeszüge französischer und deutscher Kinder zu erinnern, die zwischen 1942 und 1944 über das reichsdeutsche Schienennetz nach Auschwitz rollten. Etwa 11.000 verschleppte Kinder allein aus Frankreich passierten die Gleisanlagen in Saarbrücken, Mannheim, Frankfurt a.M., Fulda und Dresden, bevor sie einem grausamen Tod ausgeliefert wurden. Die genaue Zahl der Opfer anderer Nationen, die auf dem Schienenweg in die Vernichtung geschickt wurden, ist unbekannt. Es dürfte sich um mehrere Hunderttausend Menschen handeln. ex.klusiv