PRETORIA/BERLIN | |   Nachrichten | suedafrika

PRETORIA/BERLIN (Eigener Bericht) - Mit Blick auf die deutsch-südafrikanische Kooperation bei der Vorbereitung der bevorstehenden Fußball-WM analysieren Berliner Regierungsberater den Nutzen Südafrikas für die deutsche Außenpolitik. Wie es in einer kürzlich veröffentlichten Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) heißt, habe Südafrika "zweifellos das Potential", die Hegemonie über Afrika südlich der Sahara auszuüben. Außerdem verfüge die Bundesrepublik in dem Land über erheblichen Einfluss. Die beiden Faktoren zusammen eröffneten die Möglichkeit, Pretoria als Ordnungsmacht in Afrika zu nutzen, um die dortigen Verhältnisse im Sinne deutscher Interessen zu beeinflussen. Etwas Vorsicht sei jedoch angebracht, denn schon jetzt werde in Afrika häufig die Meinung geteilt, "Südafrika nehme stellvertretend die Interessen des Westens" auf dem Kontinent wahr. Die SWP rät, den zunehmenden Bestrebungen Südafrikas entgegenzuwirken, sich mit anderen Staaten des Südens zusammenzuschließen und seine Kooperation mit der EU und den USA demgegenüber zurückzustellen. Als geeignete Mittel dazu gelten der Ausbau der bereits jetzt recht engen Militärkooperation sowie gemeinsame kriegerische Ordnungsmaßnahmen in Afrika. ex.klusiv

BERLIN/PRETORIA | |   Nachrichten | suedafrika

BERLIN/PRETORIA (Eigener Bericht) - Seit Montag führen die deutsche Kriegsmarine und die Luftwaffe in Südafrika ihr größtes diesjähriges Manöver außerhalb der NATO durch. Die Kriegsübung, die unter dem Namen "Good Hope IV" nahe Kapstadt stattfindet, wird schon zum vierten Mal gemeinsam mit Marine und Luftwaffe Südafrikas abgehalten. Sie soll koordinierte Militäroperationen beider Länder ermöglichen und umfasst dieses Jahr insbesondere das Schießen mit Lenkwaffen, darunter Luft-Boden-Raketen, wie sie auch im Krieg gegen Jugoslawien von der deutschen Luftwaffe eingesetzt wurden. Südafrika ist bemüht, sich als Ordnungsmacht in Afrika zu profilieren; Berlin sucht sich dies zunutze zu machen und mit Hilfe Pretorias neue Kontrollmöglichkeiten südlich der Sahara zu gewinnen. Die gemeinsamen Aktivitäten profitieren nicht nur von den allgemein engen Bindungen zwischen den beiden Ländern, sondern auch davon, dass Südafrika über umfangreiches Kriegsgerät aus deutscher Produktion verfügt. Bei dem aktuellen Manöver, das noch bis zum 15. März andauert und gemeinsame Interventionen in Afrika simuliert, operieren in den Marinen beider Länder Kriegsschiffe deutscher Werften. ex.klusiv

BERLIN/PRETORIA/NEW DELHI | |   Nachrichten | suedafrikaomanindien

BERLIN/PRETORIA/NEW DELHI (Eigener Bericht) - In diesen Tagen startet ein Verband deutscher Kriegsschiffe zu einer Trainingsfahrt in den Indischen Ozean. Er setzt damit ein soeben am Kap der Guten Hoffnung beendetes bilaterales Manöver mit der südafrikanischen Marine fort. Der beteiligte "Einsatz- und Ausbildungsverband" der Bundesmarine fährt nun zuerst nach Mauritius, dann nach Indien sowie nach Oman. Alle Stationen der Übungsfahrt besitzen einen besonderen Stellenwert als Umschlagplätze für den boomenden Handel mit Ostasien. Die zunehmende Präsenz der deutschen Marine auf den Weltmeeren hat System. Bereits 1992 wurde in den "Verteidigungspolitischen Richtlinien" festgelegt, vitales Sicherheitsinteresse der deutschen Politik sei die "Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt". Aktuelle Papiere unterstreichen die Bedeutung des "freien und ungehinderten Welthandels als Grundlage unseres Wohlstandes". Die Marine ist ein Instrument, mit dem Berlin die deutschen Handelsrouten zu sichern sucht - auch im Indischen Ozean. ex.klusiv

PRETORIA/BERLIN | |   Nachrichten | suedafrika

PRETORIA/BERLIN (Eigener Bericht) - Die Bundesregierung nutzt die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 zur Einflussnahme auf Polizei und Militär Südafrikas. Wie die deutsche Kanzlerin am Wochenende während ihres Aufenthalts in Johannesburg mitteilte, wollen nicht nur deutsche Firmen von den Milliardeninvestitionen für das Großereignis profitieren; bereits jetzt instruieren deutsche Polizeibeamte die südafrikanischen Sicherheitskräfte für das Sportevent. In die Maßnahmen ist auch die Luftwaffe einbezogen; sie vermittelt Offizieren aus Südafrika die deutschen "Erfahrungen" aus der Fußball-WM 2006. Damals hatte der Berliner Verteidigungsminister Vorbereitungen für den illegalen Abschuss eines entführten Zivilpassagierflugzeugs durch Kampfflieger der Bundeswehr getroffen. Die polizeilich-militärische Einflussnahme stärkt langfristig angelegte Bemühungen, Pretoria als Ordnungsmacht zugunsten westlicher Interessen auf dem afrikanischen Kontinent einzusetzen - wenn nötig, auch mit Waffen. Deutschland und die EU beliefern zu diesem Zweck die südafrikanische Armee seit Jahren mit entsprechendem Kriegsmaterial und haben damit südafrikanische Abrüstungsbestrebungen der 1990er Jahre zum Scheitern gebracht. ex.klusiv

Rund um Afrika

PORT HARCOURT/PRETORIA/MOGADISCHU | |   Nachrichten | nigeriasuedafrika

PORT HARCOURT/PRETORIA/MOGADISCHU (Eigener Bericht) - Mit einer Umrundung Afrikas bereitet ein Flottenverband der NATO neue Gewaltoperationen des westlichen Militärbündnisses vor. Beteiligt ist auch die deutsche Marine. Die bereits begonnene Militärexpedition der "Standing NATO Maritime Group 1" (SNMG-1) wird von dem Bündnis als "historisch" bezeichnet. Neben der Erkundung afrikanischer Gewässer sind gemeinsame Kriegsübungen mit afrikanischen Armeen vorgesehen. Für mehrere Krisengebiete kündigt die SNMG-1 anstelle von Manövern ("exercises") nicht näher definierte "Operationen" ("presence operations") an, die nur teilweise von Parlamentsmandaten gedeckt sind. Mit den Maßnahmen bereite man sich darauf vor, den Warentransport sowie die Erdölförderung auf den Weltmeeren zu sichern, teilt die NATO mit. Sie verhandelt bereits mit mehreren europäischen Ölkonzernen über Einsätze zur Bewachung von Förderanlagen in Nigeria, der ersten Station der aktuellen NATO-Operation. Als mögliche Interventionsgebiete gelten zudem der Indische Ozean und das Rote Meer. ex.klusiv

Rückschläge

WINDHOEK/PRETORIA/BERLIN | |   Nachrichten | namibiasuedafrikasimbabwe

WINDHOEK/PRETORIA/BERLIN (Eigener Bericht) - Die amtierende Bundesregierung versucht afrikanische Opfergruppen der deutschen Kolonialverbrechen politisch zu spalten und ruft anhaltende Verstimmungen bei der namibischen Regierung hervor. Deswegen wird der namibische Staatspräsident Pohamba Ende November bei einem Deutschland-Aufenthalt für Klarstellungen sorgen, kündigt die Botschaft des Landes in Berlin an. Präsident Pohamba will mit der künftigen Bundesregierung insbesondere über ungewöhnliche deutsche Finanzierungspraktiken sprechen. Die noch im Amt befindliche Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul hat unter Umgehung der verantwortlichen Stellen in Windhoek den Transfer von 20 Millionen Euro aus dem Entwicklungsfonds angekündigt - offensichtlich verdeckte Entschädigungszahlungen, mit denen sich Berlin freikaufen will, ohne seine rechtlichen Verpflichtungen zu akzeptieren. Weiterer Gesprächspunkt ist die namibische Landreform. Mehrere Staaten im südlichen Afrika haben mit der Umverteilung von Großgrundbesitz begonnen, der sich bis heute zu bedeutenden Teilen im Besitz von Nachkommen europäischer Kolonialisten befindet. Berliner Versuche, die Enteignungen zu verhindern, da sie auch deutschsprachige Bevölkerungsteile betreffen, blieben erfolglos. ex.klusiv

PRETORIA | |   Nachrichten | suedafrika

PRETORIA Durch den Ausbau der Beziehungen zur Republik Südafrika ( ,,Partnerschaft besonderer Qualität") sucht Berlin seinen Einfluss auf dem Gesamtkontinent zu stärken. Dies geht aus Strategiepapieren des Auswärtigen Amtes (AA) hervor, in denen Pretoria als ,,Gravitationszentrum"der ,,Southern African Development Community"(SADC) bezeichnet wird. ,,Der dominanten Rolle Südafrikas müssen wir (...) Rechnung tragen", heißt es im AA. Berlin unterstützt die Bemühungen Pretorias, in eine führende afrikanische Position aufzusteigen, und verlangt im Gegenzug die Durchsetzung deutscher Interessen im südafrikanischem Einflussgebiet. ex.klusiv

NEW YORK/STUTTGART/EAST LONDON | |   Nachrichten | suedafrika

NEW YORK/STUTTGART/EAST LONDON Mehreren deutschen Unternehmen, darunter dem Stuttgarter Automobilkonzern DaimlerChrysler, wird in einer Sammelklage vor einem New Yorker Gericht vorgeworfen, das Apartheidregime in Südafrika unterstützt und die internationalen Sanktionen und Waffenembargos gegen den Unrechtsstaat umgangen zu haben. Leiter von Mercedes Benz South Africa (heute DaimlerChrysler) war zum Zeitpunkt der inkriminierten Vorgänge Jürgen Schrempp, heute Vorstandsvorsitzender von DaimlerChrysler und Vorsitzender der ,,Südliches Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft". ex.klusiv

BERLIN/PRETORIA | |   Nachrichten | suedafrika

BERLIN/PRETORIA Vor einem Verlust des deutschen Wirtschaftseinflusses in der Republik Südafrika warnt der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI). Die Vereinigten Staaten, wichtigster Konkurrent Deutschlands in Südafrika, verhandeln derzeit ein Freihandelsabkommen mit der Southern Africa Customs Union (Zollunion des südlichen Afrika), um die Konkurrenzfähigkeit US-amerikanischer Konzerne im südlichen Afrika zu verbessern. Die Republik Südafrika ist Deutschlands wichtigster Handelspartner auf dem afrikanischen Kontinent. ex.klusiv