Schachspiel

KÖLN | |   Nachrichten | spanienitalien

KÖLN (Eigener Bericht) - Noch für dieses Jahr kündigt die Deutsche Lufthansa die Entscheidung über eine erneute Großübernahme an. Erst im Sommer hatte die bedeutendste Airline der Bundesrepublik den Kauf der schweizerischen Fluggesellschaft Swiss komplettiert und einen Ausbau von deren Luftflotte angekündigt. Jetzt zieht die Firma die Übernahme der italienischen Alitalia in Betracht. Berichten zufolge wird die Lufthansa, sollte sie den italienischen Konzern übernehmen, rund ein Drittel der Alitalia-Beschäftigten entlassen. Interesse hat die Lufthansa auch an der spanischen Airline Iberia. Während Rom Alitalia verkaufen will, wird Iberia noch von Madrid gegen eine Übernahme verteidigt - ganz wie beim Kampf um den spanischen Energieversorger Endesa. Dabei geht es um die dominierende Position im für Spanien wichtigen Fluggeschäft zwischen Europa und Lateinamerika, bei dem Iberia Marktführerin ist. Die Konkurrenzkämpfe um Iberia, Alitalia und weitere bislang noch eigenständige Fluggesellschaften stärken die Hegemonie von Konzernen aus den drei wirtschaftsstärksten EU-Staaten - Frankreich, Großbritannien und Deutschland. ex.klusiv

FRANKFURT AM MAIN/BARCELONA/STRASBOURG | |   Nachrichten | spanienitalien

FRANKFURT AM MAIN/BARCELONA/STRASBOURG (Eigener Bericht) - Separatisten aus mehreren Gebieten Spaniens haben die Frankfurter Buchmesse für strategische Absprachen genutzt. Wie offizielle Vertreter der Region Katalonien und der Balearen in Frankfurt am Main vor der internationalen Presse ankündigten, werden die beiden Provinzen ihre Zusammenarbeit institutionell verfestigen ("kulturpolitische Kooperation"). Eine weitere Region Spaniens, der Küstenstreifen rings um die Stadt Valencia, solle an der Kooperation teilhaben, erklärte der Vizepräsident Kataloniens. Er strebt die Sezession des Gebietes von Spanien an. Seine Partei ist Mitglied der Vereinigung "European Free Alliance" (EFA), die für EU-weite Grenzrevisionen wirbt - nach dem Modell der deutschen "Volksgruppen"-Ideologie. Die EFA und die Partei des ehemaligen Berliner Außenministers Joseph Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) bilden im Europaparlament eine Fraktionspartnerschaft. Laut einer im Internet verbreiteten EFA-Landkarte sollen Spanien in sechs und Frankreich in fünf Stücke zerlegt werden, Belgien wird ausgelöscht. Teile der Schweiz, Teile Italiens sowie ganz Österreich werden deutsch. Gemeinsames Ziel von Bündnis 90/Die Grünen und EFA ist eine "Europäische Union freier Völker". ex.klusiv

Wie ein Staat

Antonio Robles | BARCELONA | |   Interviews | spanien
(Antonio Robles)

BARCELONA Über den katalanischen Nationalismus auf der Frankfurter Buchmesse sprach german-foreign-policy.com mit Antonio Robles. Robles ist Abgeordneter der Partei "Ciudadanos - Partido de la Ciudadanía" im Parlament Kataloniens. ex.klusiv

Sprachenkampf

FRANKFURT AM MAIN/BARCELONA | |   Nachrichten | spanien

FRANKFURT AM MAIN/BARCELONA (Eigener Bericht) - Begleitet von Protesten ist am gestrigen Dienstag die Frankfurter Buchmesse eröffnet worden. Anlass der Irritationen ist der diesjährige "Ehrengast" der Buchmesse, die "katalanische Kultur". Galten Frankfurter Würdigungen bislang souveränen Staaten oder Staatengruppen, steht diesmal Katalonien im Zentrum des Ereignisses, ein Autonomiegebiet Spaniens mit Sezessionsabsichten. Für Unmut sorgt vor allem die Auswahl der Schriftsteller, die den "Ehrengast" repräsentieren: In Frankfurt sind ausschließlich Autoren zugegen, die das katalanische Idiom anstelle der spanischen Sprache pflegen. Dies entspricht dem Ziel der Sezessionsregierung, die das Spanische aus der Region verdrängen will, urteilt Antonio Robles, Parlamentsabgeordneter aus Barcelona, gegenüber dieser Redaktion. Der Versuch, die weltweit größte Buch- und Medienmesse zum Instrument separatistischer Unternehmungen zu machen, stößt auf scharfe Kritik. Katalanische Separatisten finden zwar seit Jahren Unterstützung in der Bundesrepublik, vor allem durch die Partei "Bündnis 90/Die Grünen". Dem aktuellen Vorgang kommt jedoch besondere Bedeutung zu, da die Buchmesse zu ihren offiziellen "Partnern" auch das Auswärtige Amt zählt. ex.klusiv

BERLIN/FRANKFURT AN DER ODER/MADRID | |   Nachrichten | spanien

BERLIN/FRANKFURT AN DER ODER/MADRID (Eigener Bericht) - Der seit Tagen andauernde Ansturm afrikanischer Armutsflüchtlinge auf EU-Gebiet scheitert an der Hochrüstung paramilitärischer Greifkommandos. Sie unterstehen der EU-Behörde "Frontex". Zwar erreichten binnen einer Woche etwa 800 Migranten die Kanarischen Inseln, jedoch sind die Gesamtzahlen rückläufig. Von Anfang Januar bis zum gestrigen Dienstag zählte die EU 2.892 unerwünschte Einwanderer auf den Kanaren - 6.300 weniger als in den ersten fünf Monaten des vergangenen Jahres. Wie die EU-Fluchtabwehrbehörde "Frontex" nicht ohne Genugtuung vermeldet, ist es unter Mitwirkung deutscher Beamter gelungen, tausende Einreisewillige in ihren Booten an die afrikanische Armutsküste zurückzudrängen. Aufgrund einer deutschen Initiative sollen in Kürze sogenannte Soforteinsatzteams für den Zugriff auf Migranten bereitstehen. Die fast 500 Polizisten werden in mehr als 100 Schiffen und Flugzeugen über High-Tech-Geräte aus Militärproduktion verfügen und die Bootsflüchtlinge auch bei Nacht verfolgen können. Die EU-Angriffe auf hoher See sind ungesetzlich, weil sie in den freien Schiffahrtsverkehr eingreifen. Kürzlich haben sich Flüchtlinge zum ersten Mal zur Wehr gesetzt: Sie gingen mit Molotow-Cocktails gegen die europäischen Grenzbewacher vor. ex.klusiv

Kuba-Spagat

LA HABANA/BERLIN | |   Nachrichten | kubaspanien

LA HABANA/BERLIN (Eigener Bericht) - Für die Fortsetzung der Sanktionspolitik gegenüber Kuba will sich der deutsche Außenminister auf dem heute beginnenden EU-Treffen in Luxemburg stark machen. Er sei "gegen entscheidende Veränderungen" des deutschen Strafregimes, das Kuba isolieren soll, kündigte Frank-Walter Steinmeier an. Die Berliner Kuba-Politik deckt einflussreiche Kräfte in mehreren EU-Staaten, die sich der US-Konfrontation angeschlossen haben, stößt aber auch auf Widerspruch. Spanien will sein wirtschaftliches Einflusspotenzial gegen internationale Konkurrenten sichern und bietet Kuba Kooperationen an ("Wandel durch Annäherung"). Zwischen den gegensätzlichen Positionen laviert die Berliner Regierung, um sich sämtliche Optionen offen zu halten. Man werde abwarten, wie die spanischen Vorstöße in der EU aufgenommen werden, bestehe jedoch auf "politischen Veränderungen" in Kuba, sagte der deutsche Außenminister. Teil dieser Politik ist die Förderung radikaler Oppositionskräfte, die sich in dieser Woche zu einer Konferenz in Berlin zusammenfinden. Unter dem Dach der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung wollen sie Umsturzszenarien diskutieren. Die Stiftung hat angekündigt, anschließend "Politikempfehlungen in der Kubafrage" zu unterbreiten. Das Berliner Treffen soll auf die kommende Entscheidung der EU-Staaten in der Sanktionsfrage Einfluss nehmen und verschärft den deutsch-spanischen Kuba-Dissens. ex.klusiv

Umverteilung

BERLIN/MADRID/ROM/PARIS | |   Nachrichten | frankreichspanienitalien

BERLIN/MADRID/ROM/PARIS (Eigener Bericht) - Mit der Fluggesellschaft Iberia ist erneut ein bedeutender spanischer Konzern von der Übernahme durch einen deutschen Konkurrenten bedroht. Der Übergang des Madrider Traditionsunternehmens in den Besitz der Lufthansa könne "noch im April" beschlossen werden, heißt es bei der Kölner Fluggesellschaft. Damit setzt die deutsche Wirtschaft ihren Angriff auf Firmen aus Spanien fort, bei dem der Energieriese Eon soeben einen Teilerfolg erzielt hat. Zwar kann er den Madrider Versorger Endesa nicht vollständig übernehmen, erhält jedoch Zugriff auf attraktive Teile des Konzerns. Wie polnische Analysten nach dem Abschluss des Übernahmekampfes vermerken, sind mittelgroße EU-Staaten wie Spanien nicht mehr in der Lage, ihre nationalen Vorzeigeunternehmen erfolgreich gegen deutsche Offensiven zu verteidigen. Die Expansion deutscher Großkonzerne, darunter der Logistikriese Deutsche Bahn AG, trifft in zunehmendem Maße auch Italien und Frankreich. Rom und Paris verzeichnen zudem ebenso wie Madrid ein wachsendes Handelsbilanzdefizit gegenüber der Bundesrepublik, das den Abfluss ihrer Produktionsgewinne in die deutschen Wirtschaftszentralen beschleunigt. ex.klusiv

KARLSRUHE/DÜSSELDORF/MADRID/ROM | |   Nachrichten | algerienspanienitalien

KARLSRUHE/DÜSSELDORF/MADRID/ROM (Eigener Bericht) - Für einen reibungslosen Energietransfer in die europäischen Industriezentren sollen afrikanische Anlieger des Mittelmeers sorgen. Dies fordert der Vorstandsvorsitzende des drittgrößten deutschen Energiekonzerns EnBW (Energie Baden-Württemberg), Utz Claassen. Vorgesehen ist der Aufbau großflächiger Solaranlagen, die aus den Wüstengebieten afrikanischer Armut Strom liefern. Entsprechende Pläne werden von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel unterstützt, bestätigt ein EnBW-Sprecher dieser Redaktion. Das Vorhaben erweitert die europäische Ausbeutung nordafrikanischer Erdöl- und Erdgasvorkommen um eine neue Dimension und lässt die beteiligten Firmen auf erhöhte Milliardengewinne hoffen. Um den Anteil an der zukünftigen Energiezufuhr konkurrieren die europäischen Konzerne in Übernahmekämpfen. So will die deutsche Eon AG den spanischen Nordafrika-Spezialisten Endesa einkaufen und damit dessen umfangreiche Algerien-Aktivitäten akquirieren. Endesa ist in Algerien bisher auf dem Erdgassektor tätig. Gegen die deutsche Übernahme wehrt sich Spanien und nun auch Italien; beide Länder sind in hohem Maße von algerischem Erdgas abhängig und wollen die Kontrolle über ihre Versorgung nicht an die Bundesrepublik verlieren. Der italienische Enel-Konzern stützt Endesa mit Aktienkäufen und geht seinerseits mit Milliardeninvestitionen in Osteuropa, der traditionellen deutschen Hegemonialsphäre, gegen die deutsche Energiebranche in die Offensive. ex.klusiv

PARIS | |   Dokumente | frankreichspanien

PARIS german-foreign-policy.com dokumentiert eine Karte, auf der Gebiete in Frankreich und Spanien verzeichnet sind, in denen Autonomie- und Sezessionsforderungen laut werden. ex.klusiv

MADRID/PARIS/LONDON/BERLIN | |   Nachrichten | frankreichspanien

MADRID/PARIS/LONDON/BERLIN (Eigener Bericht) – Die von Berlin und Washington forcierte Abspaltung des Kosovo ruft Befürchtungen vor Sezessionsbewegungen in ganz Europa hervor. Sollte es zu einer forcierten Ausgründung des Kosovo kommen, um der serbischen Provinz Eigenstaatlichkeit zu verleihen, werde man anderswo ähnlich vorgehen, drohen völkische Organisationen unter Hinweis auf das "Selbstbestimmungsrecht". Betroffen sind unter anderem Spanien, Frankreich, Griechenland sowie Großbritannien. Insbesondere spanische Gruppierungen, die sich als "Basken" verstehen, streben die Auflösung des Zentralstaates an und beanspruchen Hoheitsrechte auch auf französischem Territorium. Durch Zerschlagung der französischen Republik in völkische Parzellen soll ein einheitliches "Baskenland" entstehen. Um die territoriale Einheit Spaniens zu wahren, laufen konservative Kreise in Madrid gegen die Abspaltung des Kosovo Sturm. Die Folgen der Kosovo-Sezession werden Berlin angelastet. Vorfeldorganisationen der deutschen Außenpolitik stehen mit den völkischen Autonomisten in direktem Kontakt. In Paris weisen Kritiker auf die langjährige deutsche Zuarbeit für französische Separatisten hin, die mit Dezentralisierungsprojekten, grenzübergreifenden Euroregionen und der Förderung sogenannter Regionalkulturen den Nährboden für entschlossene Autonomieforderungen geschaffen hat. Die Abspaltung des Kosovo ist der "Einstieg in die Logik der Dekomposition der europäischen Staaten" und läuft letztlich auf eine Chaotisierung des internationalen Völkerrechts hinaus, warnt der französische Politikwissenschaftler Dr. Pierre Hillard im Gespräch mit dieser Redaktion. ex.klusiv