Der "Super-Zyklus" der Rüstungsindustrie

Die Waffenschmiede Rheinmetall boomt und verzeichnet Rekordaufträge - vor allem für die Aufrüstung gegen Russland und China.

DÜSSELDORF | |   Nachrichten

DÜSSELDORF (Eigener Bericht) - Die Düsseldorfer Waffenschmiede Rheinmetall vermeldet ein sattes Umsatzwachstum ihrer Rüstungssparte und Auftragseingänge in Rekordhöhe. Während der Unternehmensbereich Automotive wegen des Schwächelns der Kfz-Branche im Jahr 2019 niedrigere Umsätze verzeichnete als im Vorjahr, konnte der aktuelle Rüstungsboom dies mehr als ausgleichen; die Anleger seien "begeistert", heißt es in Börsenberichten. Bei Rheinmetall ist von einem "'Super-Zyklus' im wehrtechnischen Geschäft" die Rede: Die westlichen Staaten - also die tatsächlichen und die potenziellen Kunden der Firma - rüsten massiv auf; während der Haushalt etwa der Bundeswehr in diesem Jahr auf 45,1 Milliarden Euro steigen wird - fast 40 Prozent mehr als noch 2014 -, werden die Wehretats der europäischen Staaten zusammen im kommenden Jahr 300 Milliarden Euro übertreffen. Das US-Militärbudget erreicht über 700 Milliarden US-Dollar. Rheinmetall profitiert unter anderem von der Aufrüstung arabischer Staaten gegen Iran, vor allem aber von der Aufrüstung der westlichen Welt gegen Russland und gegen China. ex.klusiv

Flüchtlingsschutz: "Noch zeitgemäß?"

Neue Polizeigewalt gegen Flüchtlinge an EU-Außengrenze. Experten warnen vor endgültigem Bruch der Genfer Flüchtlingskonvention.

BRÜSSEL/ATHEN/SOFIA | |   Nachrichten | griechenlandbulgarien

BRÜSSEL/ATHEN/SOFIA (Eigener Bericht) - Die EU verstärkt nach dem vorläufigen Kollaps ihres Flüchtlingsabwehrpakts mit der Türkei die Abschottung der griechischen und der bulgarischen Grenze. Nachdem Ankara am Wochenende den Weg nach Griechenland für Flüchtlinge faktisch frei gemacht hat, hat die Regierung in Athen Militär an die Grenze entsandt; die griechische Polizei ist mit Knüppeln und Tränengas gegen mehr als 10.000 Flüchtlinge vorgegangen. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hatte sein Vorgehen zuvor mit Bundeskanzlerin Angela Merkel abgesprochen. Auch die Regierung Bulgariens, die sich ihrerseits eng mit Berlin abstimmt, stellt nun Soldaten für die Flüchtlingsabwehr bereit. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Entsendung zusätzlicher Einheiten der EU-Grenzbehörde Frontex in Aussicht gestellt. Frontex wird vorgeworfen, Menschenrechtsverletzungen gegenüber Flüchtlingen zu tolerieren. Experten warnen, fortgesetzte EU-Völkerrechtsverstöße beim Flüchtlingsschutz, etwa ungeprüfte Zurückweisungen an der Grenze, könnten zum endgültigen Bruch mit der Genfer Flüchtlingskonvention führen. ex.klusiv