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Ein wenig ruhiger geworden ist es um Qatar im vergangenen Jahr. Das kleine Emirat am Persischen Golf ist mehr als zuvor mit sich selbst beschäftigt, seit es am 5. Juni 2017 von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und einigen weiteren Ländern der islamischen Welt mit einer politisch-ökonomischen Totalblockade belegt wurde. Zuvor hatte es jahrelang immer wieder Schlagzeilen gemacht - so zum Beispiel mit seiner Unterstützung für Islamisten jeglicher Couleur von der Muslimbruderschaft bis zu Jihadisten, mit seinem Sender Al Jazeera, der die arabischen Unruhen des Jahres 2011 befeuerte, mit seiner Hilfe beim Sturz von Muammar al Gaddafi in Libyen und mit seiner Beteiligung an dem Versuch, Syriens Präsidenten Bashar al Assad per bewaffneter Revolte aus dem Amt zu entfernen. Das Emirat, das Milliardensummen in deutsche Großkonzerne wie Volkswagen und die Deutsche Bank investiert hat und auch darüber hinaus zunehmend mit deutschen Firmen kooperiert, mischte an vorderster Front in der nah- und mittelöstlichen Politik mit - stets an der Seite der westlichen Mächte. ex.klusiv

ROM/BERLIN | |   Nachrichten | italien

ROM/BERLIN (Eigener Bericht) - Nach massivem Druck aus Berlin verzichtet die neue Regierung Italiens auf die Ernennung eines bekannten Euro-Kritikers zum Wirtschafts- und Finanzminister. Der renommierte Ökonom Paolo Savona muss mit dem unbedeutenderen Posten des Europaministers vorlieb nehmen - insbesondere, weil er Deutschland offene Dominanzpolitik auf Kosten der anderen Euroländer vorgeworfen hat. In der neuen Regierung in Rom ist nun die ultrarechte Lega Nord faktisch beinahe genauso stark wie die Fünf-Sterne-Bewegung vertreten: Die offene Einmischung aus der Bundesrepublik hat ihre Umfragewerte in die Höhe schnellen lassen und damit ihr politisches Gewicht deutlich erhöht. Zuvor hatten deutsche Politiker und Medien eine seit Beginn der Eurokrise immer wieder angewandte Taktik reaktiviert: Sie hatten die Krisenangst mit Warnungen vor harten Reaktionen der Finanzmärkte geschürt und Rom damit noch stärker unter Druck gesetzt. In auflagenstarken deutschen Medien heißt es inzwischen wörtlich, Italiens Politik "geht uns alle an": "Mischt euch ein!" ex.klusiv

BERLIN/WASHINGTON | |   Nachrichten

BERLIN/WASHINGTON (Eigener Bericht) - In mehreren US-geführten Großmanövern bereitet sich die Bundeswehr in den kommenden Wochen auf mögliche kriegerische Auseinandersetzungen mit Russland vor. Im Rahmen der Übung Saber Strike 2018 soll unter anderem die neue NATO-Führungsstruktur in Polen und den baltischen Staaten erprobt werden, die beispielsweise das deutsch-polnisch geführte NATO-Hauptquartier für den Ostseeraum in Szeczin umfasst und der die deutsch geführte NATO-"Battlegroup" in Litauen untergeordnet ist. Parallel zu dem Manöver, an dem sich gut 18.000 Soldaten aus 19 Staaten beteiligen, werden mehrere deutsche Kriegsschiffe im Rahmen der Übung BaltOps 2018 die Seekriegführung in der Ostsee proben. Parallel bereitet sich die Bundeswehr darauf vor, im kommenden Jahr erneut die Führung über die NATO-"Speerspitze" zu übernehmen, die eigens gegründet wurde, um binnen zwei Tagen in Ost- und Südosteuropa eingesetzt werden zu können - gegen Russland. Den Manövern gingen Transporte tausender US-Soldaten und -Militärfahrzeuge über deutsche Straßen und Schienen Richtung Osten voraus. ex.klusiv