BERLIN/WASHINGTON | |   Nachrichten | usa

BERLIN/WASHINGTON (Eigener Bericht) - Transatlantisch orientierte Kreise warnen vor globalen Machteinbußen des westlichen Kriegsbündnisses und dringen für den Kampf um die Ukraine auf einen engeren Schulterschluss der NATO-Staaten gegen Russland. Dass das Kiewer Marionettenregime die Herrschaft über die Krim verloren habe, habe unter Verbündeten des Westens weltweit Befürchtungen ausgelöst, die Unterstützung der USA und der NATO reiche im Ernstfall nicht zur Durchsetzung der eigenen Interessen aus, heißt es in Presseberichten. Die weltweite Hegemonie des Westens bekomme dadurch Risse. So hätten bei der jüngsten Asienreise des US-Präsidenten Vertreter der Gastgeberstaaten immer wieder besorgte Zweifel geäußert, ob Washington sie bei ihren Territorialstreitigkeiten mit Beijing verlässlich unterstützen könne. In der Tat hat die Regierung Obama sich unlängst veranlasst gesehen, mit martialischen Militärdrohungen gegen China für den Fall, dass Beijing sich den westlichen Ordnungsvorstellungen in Ost- und in Südostasien nicht beugen sollte, seine Macht zu demonstrieren. NATO-Manöver in Osteuropa und brutale Schritte des Kiewer Marionettenregimes sollen nun zeigen, was Kräften droht, die sich dem transatlantischen Diktat nicht beugen. Berlin müsse seine Sonderbeziehungen zu Russland opfern und sich mit voller Energie in die NATO-Front einreihen, um den Westen zu stärken, heißt es in Leitkommentaren führender deutscher Medien. ex.klusiv

BERLIN/STRAUSBERG/KÖLN | |   Nachrichten

BERLIN/STRAUSBERG/KÖLN (Eigener Bericht) - Die Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation (AIK) intensiviert ihre Einflussarbeit an den Hochschulen und veranstaltet gemeinsam mit der Universität Köln ein Seminar über "Krieg im 21. Jahrhundert". Die von der vormaligen "Schule für Psychologische Verteidigung/Kampfführung" der deutschen Streitkräfte organisierte "Summer School" ist für Anfang September angesetzt; im Fokus stehen das "Soldatsein" und der "Einfluss technologischer Entwicklungen auf die Kriegsführung". Zu den Referenten der "Summer School" zählen neben Offizieren des deutschen Militärs auch an zivilen Hochschulen tätige "Friedensforscher". Die Vorträge werden von Exkursionen begleitet; vorgesehen sind unter anderem Besuche des Einsatzführungskommandos und des "Dezernats Vernetzte Operationsführung" im Planungsamt der Bundeswehr. Mit ihrer "Summer School" will die AIK nach eigenem Bekunden Studierende und Promovenden der Geistes- und Sozialwissenschaften ansprechen. Ihnen wird der Erwerb regulärer Leistungsnachweise offeriert - ausgestellt von der Universität Köln. ex.klusiv

ODESSA/BERLIN | |   Nachrichten | ukraine

ODESSA/BERLIN (Eigener Bericht) - Die beispiellose Desinformationskampagne führender deutscher Medien hat anlässlich der in Odessa verübten Morde an über 40 Menschen einen neuen Höhepunkt erreicht. In der ukrainischen Millionenmetropole sei das Gewerkschaftshaus "in Brand geraten" - "eine Katastrophe", deren Urheber noch nicht bekannt wären, hieß es unmittelbar nach der Brandschatzung am 2. Mai übereinstimmend. Während auf Fotos internationaler Presseagenturen Anhänger der Kiewer Putschisten zu sehen waren, die den im Gewerkschaftshaus Eingeschlossenen Brandsätze hinterherwerfen, übernahmen maßgebliche deutsche Medien mehrfach Lügenberichte ukrainischer Geheimdienstorganisationen, wonach für die Verbrechen "Moskau" verantwortlich sei. Die Ermordeten gehörten einer Demonstrantengruppe an, die regionale Autonomie verlangte. Sie floh vor den Angreifern, wurde ins Gewerkschaftshaus verfolgt, eingeschlossen und einem grausamen Tod durch Ersticken ausgeliefert. ex.klusiv

Grzegorz Rossolinski- Liebe | BERLIN | |   Interviews | ukraine
(Grzegorz Rossolinski- Liebe)

BERLIN Über das Exil des ukrainischen OUN-Führers Stepan Bandera sowie weiterer Aktivisten der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) sprach german-foreign-policy.com mit Grzgorz Rossolinski-Liebe. Rossolinski-Liebe arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin und forscht unter anderem über Antisemitismus, Faschismus und die Kollaboration in Ostmitteleuropa. Seine Monographie "Stepan Bandera: The Life and Afterlife of a Ukrainian Nationalist. Fascism, Genocide, and Cult" erscheint im Herbst dieses Jahres. ex.klusiv

MÜNCHEN | |   Nachrichten | ukraine

MÜNCHEN (Eigener Bericht) - Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat möglicherweise viel enger mit dem vormaligen ukrainischen NS-Kollaborateur Stepan Bandera zusammengearbeitet als bisher bekannt. Dies legen Recherchen des Berliner Historikers Grzegorz Rossolinski-Liebe nahe. Wie Rossolinski-Liebe im Interview mit german-foreign-policy.com berichtet, deuten freigegebene CIA-Dokumente darauf hin, "dass kein anderer westlicher Geheimdienst so lange wie der BND die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) in München unterstützt und Bandera so viel Macht eingeräumt hat". Aufklärung ist bislang nicht möglich, weil der deutsche Auslandsgeheimdienst die Akten unter Verschluss hält. München, wo Bandera bis zu seinem Tod 1959 wirkte, war nach dem Zweiten Weltkrieg einer der Sammelpunkte ukrainischer Faschisten, die dort umfassende politische Aktivitäten gegen die Sowjetunion und die Staaten der Warschauer Vertragsorganisation entfalteten. Am OUN-Organisationszentrum in der Münchener Zeppelinstraße hat der ehemalige ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko eine Gedenktafel mit ehrender Würdigung zweier ihrer einflussreichsten Aktivisten anbringen lassen. Eine der beiden hat nach 1991 den Aufbau extrem rechter Organisationen in der Ukraine mit vorangetrieben. ex.klusiv

Per Anders Rudling | LUND | |   Interviews | ukraine
(Per Anders Rudling)

LUND Über die Wurzeln des Aufstiegs der äußersten ukrainischen Rechten in der Geschichtspolitik des früheren ukrainischen Präsidenten Wiktor Juschtschenko sprach german-foreign-policy.com mit Per Anders Rudling. Rudling ist Associate Professor an der historischen Fakultät der Universität Lund; er hat zahlreiche Publikationen zum Nationalismus, zur historischen Kultur und zur Instrumentalisierung der Geschichte in verschiedenen osteuropäischen Ländern mit Schwerpunkt Ukraine, Belarus und Litauen vorgelegt. ex.klusiv

BERLIN/KIEW | |   Nachrichten | ukraine

BERLIN/KIEW (Eigener Bericht) - Mit einer öffentlichen Gedenkveranstaltung haben am letzten Wochenende mehrere hundert Menschen im westukrainischen Lwiw der Gründung der Waffen-SS-Division "Galizien" gedacht. Die Veranstaltung setzt die sich neu verdichtende Tradition ähnlicher SS-Ehrungen auch in anderen Städten der Westukraine fort, an denen sich mehrmals Politiker der Regierungspartei Swoboda beteiligt haben. Die SS-Ehrungen knüpfen an das Erstarken des Kultes um die früheren NS-Kollaborateure von der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) an, den der 2005 ins Amt gekommene ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko systematisch gefördert hat. Juschtschenko, prowestlich, eng mit Berlin kooperierend, habe ab 2005 "eine umfassende historische Mythenbildung in der Ukraine" betrieben, berichtet der Historiker Per Anders Rudling (Lund University) im Gespräch mit german-foreign-policy.com. Dazu habe "ein umfangreicher Kult zugunsten der OUN, der UPA" und ihrer Führer, insbesondere Stepan Bandera, gehört. Juschtschenko sei damit auf Protest gestoßen - in der Ost-Ukraine und in Polen, das mehr als 90.000 Opfer des UPA-Terrors zu beklagen hatte. Berlin hingegen ließ Juschtschenko aus geostrategischen Gründen gewähren - und leitete ab Anfang 2012 sogar selbst eine immer engere Zusammenarbeit mit den OUN-Verehrern von der Partei Swoboda ein. Absehbares Ergebnis: Die forcierte Spaltung der Ukraine. ex.klusiv