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BERLIN (Eigener Bericht) - Vorarbeiten zu einem neuen "Afrika-Konzept" der Bundesregierung stoßen auf scharfe Kritik. Die bislang bekannten Entwürfe für das Papier, das im Sommer mit allen in Afrika tätigen Berliner Regierungsstellen abgestimmt werden soll, ließen einen "grundsätzlichen Politikwechsel" der sogenannten Entwicklungspolitik hin zu Maßnahmen einer ungeschminkten "Wirtschaftsförderung" erkennen, urteilt der "Verband entwicklungspolitischer deutscher Nichtregierungsorganisationen" (VENRO). Der Dachverband fordert stattdessen die Orientierung der zukünftigen Afrika-Politik an den Grundbedürfnissen der Bevölkerung des Armutskontinents. Das neue Afrika-Konzept soll hingegen die Tätigkeit der beteiligten Berliner Ressorts bündeln und der deutschen Einflusspolitik größere Schlagkraft verleihen. Dazu richtet die Bundesregierung ihre Strategie noch stärker als bisher darauf aus, die Expansion deutscher Unternehmen zu fördern. Im Zentrum stehen die Energieressourcen insbesondere Westafrikas. Der Entwicklungsminister weist seit Beginn seiner Amtszeit darauf hin, dass er seine Aufgabe darin sieht, sein Ministerium stärker als zuvor in den Dienst deutscher Unternehmen zu stellen. Das neue Afrika-Konzept gilt dabei als Testmodell. ex.klusiv

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BERLIN/PARIS (Eigener Bericht) - Angesichts der hartnäckigen deutschen Blockaden in der Griechenland-Krise warnen Pariser Beobachter vor einem nationalen Alleingang Berlins. Die Einführung des Euro habe einst die Hoffnung genährt, die Bundesrepublik könne auf Dauer in die EU eingebunden werden, heißt es in der französischen Presse. Nun müsse man feststellen, dass Deutschland seiner weltweiten Expansion Vorrang vor der europäischen Kooperation einräume. Auf die Feststellung, dass Teile Europas - darunter Griechenland - aufgrund der Ungleichheiten in der Eurozone immer ärmer würden, höre man in Berlin die Antwort: "Na und?" Tatsächlich eruiert die Bundesregierung laut Berichten Möglichkeiten, finanziell schwächere Staaten aus der Eurozone und womöglich auch aus der EU zu entfernen, zunächst Griechenland, perspektivisch auch weitere Länder. Damit sollen umfangreichere Transferzahlungen vermieden werden. Deutsche Leitmedien gehen darüber hinaus zur europäischen Integration auf Distanz. Die EU, heißt es, habe sich "in den vergangenen Jahrzehnten übernommen". Man solle nach der Bewältigung der aktuellen Krise eine "Reflexionspause" einlegen und prüfen, was der Staatenbund überhaupt zu leisten in der Lage sei. ex.klusiv