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MÜNCHEN/WASHINGTON/TEHERAN (Eigener Bericht) - Vor der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz dringt Berlin auf Kurskorrekturen in der westlichen Mittelostpolitik. Das Verhältnis zu Teheran solle umgehend neu gestaltet werden, fordert der Leiter der Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger; insbesondere die USA müssten "normale Beziehungen zum Iran" aufbauen. In München werden an diesem Wochenende hochrangige iranische Politiker zu genaueren Absprachen erwartet. Hintergrund ist unter anderem die Absicht Berlins, Zugriff auf die umfangreichen iranischen Erdgasvorräte zu erlangen. Die Planungen für eine entsprechende Pipeline ("Nabucco") wurden in der vergangenen Woche forciert. Zur Zeit steht dem deutschen Vorhaben die US-Sanktionspolitik gegenüber Iran entgegen. Berliner Thinktanks konzipieren Strategien, die den Zugriff auf die iranischen Ressourcen ermöglichen und zugleich Teheran am Aufstieg hindern sollen - nicht durch offene Kriegsdrohungen, sondern durch ein westlich kontrolliertes Schwächegleichgewicht in Mittelost. ex.klusiv

HERZOGENAURACH/KIETRZ | |   Nachrichten

HERZOGENAURACH/KIETRZ (Eigener Bericht) - Kriegsgeschäfte der deutschen Unternehmerfamilie Schaeffler aus den frühen 1940er Jahren sorgen für Debatten im südlichen Polen. Die Gründer der Firma, die sich derzeit um staatliche Milliardenbürgschaften bemüht, begannen ihre unternehmerischen Aktivitäten entgegen offiziellen Angaben nicht erst 1946. Vielmehr nutzten sie für ihren Nachkriegs-Start Know-How und Gerät einer ehemals jüdischen Fabrik in Kietrz nahe der polnisch-tschechischen Grenze, die sie sich bald nach Kriegsbeginn angeeignet hatten. Der kurzerhand in "Schaeffler AG" umbenannte Betrieb stellte bis 1944 Textilien und Panzerteile für die Wehrmacht her; Maschinen und Fachpersonal wurden Anfang 1945 in den Westen verbracht und ermöglichten der Schaeffler-Firmengruppe ihren schnellen Aufstieg. Hinweise von Historikern führen zu Geschäftsbeziehungen der Unternehmensgründer mit der Abteilung Menschenverwertung im Vernichtungslager Auschwitz. ex.klusiv