|   Rezensionen | tschechische-republik

Sudetendeutsche Organisationen, 1945-1955 Die Deutschen und das östliche Europa. Studien und Quellen, Band 2 Frankfurt am Main 2008 (Peter Lang Verlag) 635 Seiten 97.50 Euro ISBN 978-3-631-57104-0 ex.klusiv

Tobias Weger | OLDENBURG | |   Interviews
(Tobias Weger)

OLDENBURG Über die Entstehung der "sudetendeutschen" Organisationen in der Bundesrepublik aus dem völkischen Milieu der Alldeutschen sprach german-foreign-policy.com mit Dr. Tobias Weger. Weger ist Historiker und hat kürzlich eine umfassende Analyse über die sudetendeutschen Organisationen in den Jahren 1945 bis 1955 veröffentlicht. ex.klusiv

PRAG/BERLIN | |   Nachrichten | tschechische-republik

PRAG/BERLIN (Eigener Bericht) - 70 Jahre nach dem deutschen Einmarsch in die Tschechoslowakei benutzen deutsche Medien das Münchner Diktat zu Forderungen nach einer aggressiven westlichen Außenpolitik. Das "Abkommen", das in der Nacht vom 29. auf den 30. September 1938 von Adolf Hitler und Benito Mussolini und den Regierungschefs Großbritanniens und Frankreichs unterzeichnet wurde und bedeutende Teile der Tschechoslowakei dem Berliner Aggressor preisgab, sei zu einer allgemeinen "Metapher" für westliches Nachgeben gegenüber "totalitärer Macht" geworden, erklären Publizisten. Während die Debatte anhält, ob die "Metapher" etwa auf die Moskauer Georgien-Politik angewandt werden solle und damit auch deutsche Offensiven gegen Russland zu legitimieren seien, hält Berlin in Teilen am Münchner Diktat selbst fest. Es sei zwar heute "null und nichtig", habe allerdings bei der Unterzeichnung Wirkungen hervorgebracht, die fortdauernde Gültigkeit besäßen, heißt es in der deutschen Hauptstadt. Daraus leiten sich Ansprüche von Umgesiedelten gegenüber der Tschechischen Republik ab. Unterstützend argumentiert ein Berater aus dem Beirat der Bundesakademie für Sicherheitspolitik: Ihm zufolge habe "Hitlers Vorgehen 1938" einer "moralischen Grundlage" nicht entbehrt. ex.klusiv

Kurssprünge

BERLIN/WASHINGTON | |   Nachrichten | usa

BERLIN/WASHINGTON (Eigener Bericht) - Mit Phraseologien aus dem marxistischen Vokabular versucht die Bundesregierung den Zusammenbruch des westlichen Finanzsystems auf die USA abzuschieben. "Ein maßloser Kapitalismus" und die "Gier" amerikanischer Bankenmanager seien für das Wirtschaftsdesaster verantwortlich, sagte der deutsche Finanzminister Steinbrück (SPD) am Wochenende. Steinbrück und die CDU/CSU/SPD-Regierung hatten sich in der Vergangenheit über Krisenwarnungen hinweggesetzt und von eigenen Eingriffen in das implodierende Finanzsystem abgesehen. Noch vor wenigen Tagen leugnete Steinbrück, dass der Zusammenbruch ernsthafte Folgen für die deutschen Verbraucher zeitigen könnte. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass deutsche Banken, Versicherer und Exporteure mit Verlusten in mehrstelliger Milliardenhöhe rechnen müssten. Inzwischen sehen deutsche Wirtschaftskreise die Finanzmarktentwicklung in eine Rezession abgleiten, die zu Entlassungen, neuer Arbeitslosigkeit und zu einem Aufschwung rechter Parteien führen werde. In die ungewohnt sozialistischen Töne deutscher Regierungspolitiker mischen sich nationale Anklagen, wonach die USA den weltweiten Zusammenbruch auf Kosten ihrer Konkurrenten auffangen könnten. Man werde in Deutschland womöglich "leer ausgehen", schürt Finanzminister Steinbrück die Konkurrenzgefühle. Tatsächlich führt seine Regierung den USA seit Wochen Unsummen zu, um dem gemeinsamen Absturz in die größte Wirtschaftskrise seit 1929 doch noch zu entgehen. ex.klusiv

Nach Ostasien

|   Kurznachrichten | russische-foederation

Die russische Staatsbahn RZD plant den Einstieg bei der Deutschen Bahn AG. ex.klusiv

BERLIN | |   Nachrichten

BERLIN (Eigener Bericht) - Deutsche Marineoffiziere verlangen den Aufbau eines den Globus umspannenden Überwachungssystems zur Totalkontrolle der Weltmeere. Vorbild ist die EU-Agentur zur Flüchtlingsabwehr "Frontex", mit der Mittelmeer und Atlantik gegen unerwünschte Migranten abgeschottet werden. Zu Zwecken der Informationsgewinnung solle man auch zivile Handelsschiffe heranziehen, fordern Marinekreise. Damit treibt die Bundeswehr ihre weltweiten Kontroll- und Einsatzoptionen voran, die zur Zeit mit Operationen gegen Piraten am Horn von Afrika ausgeweitet werden. Die Vorbereitungen für einen umfangreichen Einsatz der EU vor der Küste Somalias haben inzwischen begonnen. Noch im laufenden Jahr soll eine Fregatte der deutschen Marine sich aktiv an der dortigen Piratenbekämpfung beteiligen. Der deutsche Marineinspekteur will "öffentlichen Druck" mobilisieren, um die Handlungskompetenzen der Seestreitkräfte zu vergrößern. Der Thematik widmet sich jetzt auch die Unterhaltungsindustrie. Die Universum Film AG (UFA) produziert einen Spielfilm, der die Entführung einer deutschen Jacht vor der Küste Somalias thematisiert. Der Film ("S.O.S. - Piraten") sei "von erschreckender Authentizität und Ausdruckskraft", teilt die UFA über ihre Begleitproduktion zum deutschen Marineeinsatz mit. ex.klusiv

BAD KISSINGEN/MÜNCHEN | |   Nachrichten

BAD KISSINGEN/MÜNCHEN (Eigener Bericht) - Eine "Akademie" aus dem Dunstkreis der "Vertriebenen"-Verbände schult künftige Führungskräfte aus Osteuropa in deutschen Ordnungsplänen für ihre Herkunftsländer. Neben der Durchsetzung völkischer Prinzipien ("Volksgruppenrechte") zugunsten deutschsprachiger Minderheiten geht es unter anderem um deutsche Vorstellungen für das Verhältnis zu Moskau; "Rußland und Mitteleuropa" lautet das Thema einer Tagung der "Akademie Mitteleuropa", die am heutigen Donnerstag in Bad Kissingen (Bayern) beginnt. Man wolle "Wege und Strategien" aufzeigen, wie die Beziehungen zu Russland "auf Dauer verbessert werden" können, heißt es im aktuellen Einladungsschreiben, das zugleich Druckmittel gegen den Kreml thematisiert und damit den Anforderungen der Berliner Schaukelstrategie zwischen Osten und Westen entspricht. Die Formierung der künftigen osteuropäischen Eliten wird von staatlichen Stellen, aber auch von "Vertriebenen"-Organisationen gefördert. Besonderen Einfluss haben Mitglieder der "Sudetendeutschen Landsmannschaft". Prägende Traditionen der "Bildungsarbeit" reichen bis in Zeit zwischen den Weltkriegen zurück. ex.klusiv

KABUL/ISLAMABAD/BERLIN | |   Nachrichten | afghanistanpakistan

KABUL/ISLAMABAD/BERLIN (Eigener Bericht) - Mit Millionenbeträgen für die zivile Einbettung militärischer Operationen stützt die Bundesregierung die Ausdehnung des Afghanistan-Krieges auf Pakistan. Dies geht aus Berichten des Bundesverteidigungsministeriums hervor. Demnach stellen Berlin und Brüssel hohe Summen für "zivil-militärische" Kriegsbegleitung ("Vernetzte Sicherheit") in Pakistan bereit. Hintergrund sind Bemühungen Washingtons, seine Kriegführung über die afghanisch-pakistanische Grenze auszuweiten und auf pakistanischem Territorium auch Islamabads Armee zur Aufstandsbekämpfung heranzuziehen. Vorbild für die ergänzenden Zivilprojekte, die Berlin bezahlen will, sind die "zivil-militärischen" NATO-Aktivitäten am Hindukusch. Der dortige Krieg eskaliert weiter. Washington kündigt umfangreiche Truppenaufstockungen an und verlangt weitere personelle und finanzielle Kriegsbeiträge der westlichen Verbündeten. Zahlungen in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar sind im Gespräch. Die Kriegseskalation wird auch durch die ungebrochen steigende Zahl ziviler Opfer forciert. Nach Angaben der Vereinten Nationen brachten westliche Militärs und ihre afghanischen Hilfstruppen allein seit Januar mehr als 570 Unbeteiligte um. ex.klusiv

WIEN/KÖLN | |   Nachrichten | oesterreich

WIEN/KÖLN (Eigener Bericht) - Eine krisenbedingte Fusionswelle unter europäischen Airlines gibt einen Vorgeschmack auf die mögliche Ballung von Wirtschaftsmacht infolge der westlichen Finanzkrise. Zu den Hauptgewinnern gehört mit der Lufthansa ein deutscher Konzern. Die Fluggesellschaft bereitet Übernahmen kleinerer Konkurrenten vor und sucht die jetzige Nummer eins, Air France-KLM, zu verdrängen; angestrebt wird der Kauf von Airlines in Nord- und Südeuropa und von Firmen mit Zielen in Osteuropa sowie Afrika. Nur eine dritte europäische Airline, British Airways, kann in dem Konkurrenzkampf noch mithalten, alle übrigen werden aufgekauft oder auf ein Nischendasein beschränkt. Ursache der aktuellen Fusionswelle ist die Krise der Luftfahrt, die wegen branchenspezifischer Besonderheiten (stark gestiegener Kerosinpreis) bereits früher zu starken Konzentrationen führt als in anderen Wirtschaftssegmenten. Dort kündigen sich die Auswirkungen der globalen Finanzkrise zum Teil jedoch ebenfalls schon an. Bei den Übernahmekämpfen profitiert die Lufthansa von Sonderbeziehungen, die die Berliner Schaukelpolitik deutschen Unternehmen eröffnet hat - von exklusiven Kontakten nach Moskau. ex.klusiv

Gestärkt

BERLIN/WASHINGTON | |   Nachrichten | usa

BERLIN/WASHINGTON (Eigener Bericht) - Deutsche Banken und Versicherungskonzerne kämpfen um einen angemessenen Anteil am milliardenschweren Notstandsfonds der US-Regierung. Sie hatte am Wochenende bestätigt, die amerikanischen Steuerzahler um einen Betrag von mindestens 700 Milliarden US-Dollar enteignen zu wollen, und dieses Geld den privaten US-Pleiteinstituten zuzuführen. Die Ankündigung war mit der Einschränkung verbunden, dass nur Finanzunternehmen der USA in den Genuss der 700 Milliarden kommen sollten. Die durch Einlagen in US-Institute ebenfalls betroffenen ausländischen Investoren, darunter prominente Adressen der deutschen Wirtschaft, blieben vorerst unberücksichtigt. Ihnen sind beim Zusammenbruch der Wall Street dreistellige Millionenbeträge verlorengegangen. Die Ausfälle führen in Deutschland zu ernsten Kapitalengpässen bei Regionalbanken. Diese streichen Mittelstandsfirmen die Kreditlinien, so dass Insolvenzen und Entlassungen die Folge sind. Bis zur Stunde intervenieren Regierungskreise mehrerer westlicher Verbündeter in Washington und mahnen eine gleichberechtigte Teilhabe ihrer nationalen Privatbanken an den enteigneten Mitteln an. Der Zusammenbruch lässt das erwartete Wachstum in Deutschland auf 0,5 bis null Prozent schrumpfen, nachdem vor wenigen Monaten über zwei Prozent im Gespräch waren, bestätigen Regierungsökonomen. Die westliche Wirtschaft befindet sich in ihrer schwersten Krise seit der Großen Depression des Jahres 1929. Mit Blick auf die "Kernschmelze" der US-Finanzen erklären Bundeswehrkreise nicht ohne Genugtuung, die USA hätten den "machtpolitischen Gipfel" überschritten. Das "Ende" des "amerikanischen Jahrhunderts" sei eingeläutet, auch auf militärischem Gebiet. ex.klusiv