David Barouski | KÖLN | |   Interviews | kongo-kinshasa
(David Barouski)

KÖLN Über General Laurent Nkunda und den Mineralienschmuggel im Ostkongo sprach german-foreign-policy.com mit David Barouski. Barouski ist freier Journalist, befasst sich hauptsächlich mit Afrika und ist Autor des Buches "Laurent Nkundabatware, his Rwandan Allies, and the ex-ANC Rebellion: Chronic Barriers to Lasting Peace in the Congo" (2007). ex.klusiv

GOMA/KIGALI/BERLIN | |   Nachrichten | kongo-kinshasa

GOMA/KIGALI/BERLIN (Eigener Bericht) - Unklare Machenschaften um eine deutsch kontrollierte Mine im Osten der Demokratischen Republik Kongo begleiten das neue Aufflammen des dortigen Bürgerkriegs. Die Mine Lueshe, Fundort eines seltenen Minerals, diente in den vergangenen Jahren dem ostkongolesischen Milizionär Laurent Nkunda mehrfach als Stützpunkt. Jetzt hat ein Parteigänger Nkundas angekündigt, den Rohstoffabbau in der lange brach liegenden Mine wiederaufnehmen zu wollen - eine Möglichkeit, den kostspieligen Bürgerkrieg zu finanzieren. Der Vorgang besitzt umso größeres Gewicht, als das deutsche Unternehmen, das die Mine kontrolliert, schon vor Jahren seine Anteile verkaufen wollte, dies jedoch bis heute unterlässt - nicht aus eigenem Antrieb, sondern "im Interesse der Bundesrepublik Deutschland". Wie german-foreign-policy.com erfährt, laufen außerdem "alle Kontakte" bezüglich der im Bürgerkriegsgebiet gelegenen Mine Lueshe nicht über die Anteile besitzende Firma, sondern "über Behörden der Bundesrepublik Deutschland". Milizionär Nkunda und sein Parteigänger, der die Mine ausbeuten will, stehen der Regierung Ruandas nahe, die eng mit Berlin kooperiert. Die Finanzierung des ostkongolesischen Bürgerkriegs durch illegalen Rohstoffhandel beschäftigt in diesen Tagen zum wiederholten Male den UNO-Sicherheitsrat. ex.klusiv

Im Schatten

PARIS/BERLIN | |   Nachrichten | frankreich

PARIS/BERLIN (Eigener Bericht) - Vor dem heutigen Treffen der deutschen Kanzlerin mit dem französischen Staatspräsidenten eskaliert der Streit um die Pläne Paris', Roms und Madrids für eine "Mittelmeerunion". Wie französische Außenpolitiker urteilen, ist das Projekt nötig, um eine Verfestigung der bereits jetzt bestehenden Marginalisierung der südwesteuropäischen Staaten in der osterweiterten EU zu verhindern. Die Einschätzung deckt sich mit Analysen deutscher Regierungsberater, denen zufolge die hektischen Maßnahmen von Staatspräsident Sarkozy vor allem darauf zielen, Frankreich in wirtschaftlicher Hinsicht "zumindest ansatzweise" aus dem "Schatten des Exportweltmeisters Deutschland" zu lösen. Das verzweifelte Aufbäumen der Pariser Regierung, die ihren Einfluss in Nordafrika und den arabischen Staaten zu retten sucht, geht mit Einbrüchen in Subsahara-Afrika und beim Zugang zu den mittelöstlichen Energiequellen einher. Berlin registriert mit Genugtuung, dass Sarkozys machtpolitische Rettungsmanöver von wachsenden Unstimmigkeiten in der französischen Hauptstadt begleitet werden. Dort kämpft die Wirtschaft mit Schwierigkeiten, starke Kräfte raten zur Unterordnung unter deutsche Führung. ex.klusiv