BERLIN/PARIS | |   Nachrichten | frankreich

BERLIN/PARIS (Eigener Bericht) - Deutsche Unternehmen setzen ihren seit Jahren anhaltenden globalen Aufschwung auf Kosten europäischer Konkurrenten fort. Grundlage der Erfolge sind ungebrochen steigende Exporte. Während die Ausfuhren französischer, italienischer und spanischer Firmen unter der Euro-Stärke leiden, nehmen deutsche Unternehmen den geschwächten südeuropäischen Mitbewerbern Marktanteile ab. Pariser Proteste seien "ohne jede Chance", heißt es in Berlin über Bemühungen von Staatspräsident Nicolas Sarkozy, den Euro zum Schutz der französischen Wirtschaft politischer Einflussnahme zu unterwerfen. Politischen Einfluss nimmt Berlin hingegen zur Abschottung der deutschen Wirtschaft gegen Übernahmen aus Russland und der Volksrepublik China. Entsprechende Abwehrmechanismen sind Gegenstand einer Klausurtagung der Bundesregierung, die für Ende August angekündigt ist. Die dort zu beschließenden Schritte müssten EU-weit übernommen werden, um die Konkurrenzvorteile deutscher Firmen nicht zu gefährden, verlangt Berlin. Deutschland stellt inzwischen ein Sechstel der 50 weltgrößten Konzerne. ex.klusiv

PARIS/BERLIN/TRIPOLIS | |   Nachrichten | frankreichlibyen

PARIS/BERLIN/TRIPOLIS (Eigener Bericht) - Mit vernehmlichen Warnungen drängt Berlin die Regierung Frankreichs zur Preisgabe zentraler außen- und wirtschaftspolitischer Vorhaben des neuen Staatspräsidenten. Anlass sind Pariser Vereinbarungen über Nuklear- und Waffenlieferungen an Libyen. Zwar sind deutsche Stellen seit mehr als einem Jahr in die Vorbereitung der Geschäfte involviert, doch kassiert Paris den politischen Gewinn, um seinen Führungsanspruch gegenüber den nordafrikanischen Mittelmeerstaaten zu demonstrieren. Es handele sich um "unverantwortliche nationale Alleingänge", erklären einflussreiche deutsche Außenpolitiker; in der EU könne "nicht jedes Land nach Lust und Laune agieren". Mit den Beschwerden eröffnet Berlin eine Offensive, die sich auch gegen zentrale wirtschaftspolitische Vorhaben des französischen Präsidenten Sarkozy richtet; sie laufen deutschen Interessen zuwider. Bereits kurz nach der Pariser Präsidentenwahl hatten Politikberater gewarnt, Sarkozys Programm biete "beträchtliche Reibungspunkte mit Deutschland" und nähre "französische Fehleinschätzungen von der Machbarkeit eines 'Europe à la française'". Die Warnungen sind Vorboten neuer Rangkämpfe zwischen Deutschland, der europäischen Kernmacht Nummer eins, und dem Berliner Juniorpartner Paris, der seinen zweiten Rang verlassen möchte. ex.klusiv

KABUL/BERLIN | |   Nachrichten | afghanistan

KABUL/BERLIN (Eigener Bericht) - Angesichts des Besatzungsfiaskos in Afghanistan nimmt der Streit um eine erneute Ausweitung des Bundeswehreinsatzes zu. Vor der kommenden Mandatsverlängerung, über die das Parlament im Herbst entscheidet, plädieren führende Berliner Außenpolitiker für die Entsendung zusätzlicher Truppen. Zugleich soll das bisherige Einsatzgebiet der deutschen Militärexpedition entgrenzt werden, um den westlichen Alliierten zu Hilfe zu kommen. Auch konservative Kriegsgegner warnen, bei der geplanten Fortführung des Krieges müssten die Besatzungsmächte das Land womöglich "demnächst unter unwürdigen Bedingungen verlassen". Um den Warnungen entgegenzuwirken, bietet die Bundesregierung den deutschen Politiker Tom Koenigs auf. Koenigs (Bündnis 90/Die Grünen) gilt als karrierebewusster Bellizist der Fischer-Schule und war der UNO vom Auswärtigen Amt angedient worden. Als UN-Sonderbeauftragter in Afghanistan nimmt er die Rolle eines Kronzeugen für die weitere Eskalation der Kriegshandlungen wahr. Die deutsche Publizistik begleitet die Gewaltexplosion in Afghanistan, der in der vergangenen Woche erneut Dutzende Zivilpersonen zum Opfer fielen, mit bekannten Legitimationsmustern. Frieden "musste zu allen Zeiten erzwungen werden" - durch "überlegene militärische Macht", heißt es in der führenden Zeitschrift für deutsche Außenpolitik. ex.klusiv

|   Kurznachrichten

Das Netz der deutschen Auslandsschulen soll massiv ausgebaut werden - zum Nutzen der Wirtschaft. ex.klusiv

|   Kurznachrichten | chinaindien

Der Flughafen- Betreiber Fraport AG setzt seine internationale Expansion fort. ex.klusiv