BERLIN/NUUK | |   Nachrichten | daenemarknorwegen

BERLIN/NUUK (Eigener Bericht) - Bei einem Grönland-Aufenthalt der deutschen Kanzlerin und einem Norwegen-Abstecher von Außenminister Steinmeier unterstreicht die Bundesregierung ihren Anspruch auf Rohstoffteilhabe in der Arktis. Der Besuch in Grönland, den Angela Merkel am gestrigen Donnerstag gemeinsam mit Umweltminister Sigmar Gabriel begonnen hat, ist der erste eines deutschen Regierungschefs überhaupt. Als offiziellen Reisegrund gibt das Auswärtige Amt Berliner Sorgen um die Klimaerwärmung an; tatsächlich geht es um die Wahrung nationaler Öl- und Gasinteressen. Die ungewohnten Arktis-Aktivitäten fallen mit spektakulären Aktionen mehrerer Staaten zusammen, die Besitzansprüche auf Gebiete rings um den Nordpol anmelden, darunter Russland, die USA und Dänemark. Unter dem arktischen Meeresgrund werden umfangreiche Ressourcen vermutet, darunter bis zu 25 Prozent der globalen Erdöl- und Erdgasvorräte. Wegen der Klimaerwärmung wird ihr Abbau schon in wenigen Jahrzehnten gewinnbringend möglich sein. Der Kampf um die Inbesitznahme hat begonnen. ex.klusiv

KABUL/BERLIN | |   Nachrichten | afghanistan

KABUL/BERLIN (Eigener Bericht) - Der Tod dreier deutscher Polizisten in Afghanistan verschärft den Streit um die künftige Besatzungspolitik am Hindukusch. Während in der Berliner Regierungskoalition weiterhin Rufe nach einer Ausweitung des Militäreinsatzes laut werden, um die Aufstandstätigkeit zu unterdrücken, verlangt zum ersten Mal ein hochrangiger FDP-Politiker den Abzug der deutschen Truppen. "Die Mandate der Bundeswehr dürfen nicht verlängert werden", fordert Wolfgang Kubicki, Mitglied des FDP-Bundesvorstandes, um weiteren Blutzoll unter den Besatzern zu vermeiden. Damit sind in sämtlichen Parteien des deutschen Bundestags Abzugsbefürworter vertreten. Scharfe Kritik an der Intervention üben auch Hilfsorganisationen. Ihnen zufolge liegt die zentrale Ursache für die Gefährdung von NGO-Mitarbeitern durch Anschläge und Entführungen nicht in der antiwestlichen Haltung der afghanischen Bevölkerung, sondern vielmehr in der westlichen Kriegseskalation. Die zunehmenden Unstimmigkeiten im außenpolitischen Establishment Berlins offenbaren die Dilemmata der westlichen Besatzungspolitik und bestätigen Warnungen von Experten, denen zufolge ein Krieg in Afghanistan nicht zu gewinnen ist. ex.klusiv

TÜV Turk

|   Kurznachrichten | tuerkei

Der deutsche TÜV Süd übernimmt für die kommenden 20 Jahre exklusiv die Kfz-Kontrolle in der Türkei. ex.klusiv

Rund um Afrika

PORT HARCOURT/PRETORIA/MOGADISCHU | |   Nachrichten | nigeriasuedafrika

PORT HARCOURT/PRETORIA/MOGADISCHU (Eigener Bericht) - Mit einer Umrundung Afrikas bereitet ein Flottenverband der NATO neue Gewaltoperationen des westlichen Militärbündnisses vor. Beteiligt ist auch die deutsche Marine. Die bereits begonnene Militärexpedition der "Standing NATO Maritime Group 1" (SNMG-1) wird von dem Bündnis als "historisch" bezeichnet. Neben der Erkundung afrikanischer Gewässer sind gemeinsame Kriegsübungen mit afrikanischen Armeen vorgesehen. Für mehrere Krisengebiete kündigt die SNMG-1 anstelle von Manövern ("exercises") nicht näher definierte "Operationen" ("presence operations") an, die nur teilweise von Parlamentsmandaten gedeckt sind. Mit den Maßnahmen bereite man sich darauf vor, den Warentransport sowie die Erdölförderung auf den Weltmeeren zu sichern, teilt die NATO mit. Sie verhandelt bereits mit mehreren europäischen Ölkonzernen über Einsätze zur Bewachung von Förderanlagen in Nigeria, der ersten Station der aktuellen NATO-Operation. Als mögliche Interventionsgebiete gelten zudem der Indische Ozean und das Rote Meer. ex.klusiv

Endloser Krieg

HONG KONG | |   Dokumente | usa

HONG KONG Asia Times, eine Internetzeitung aus Hong Kong, hat am 8. August eine Analyse der deutschen Außenpolitik publiziert. Der Autor, der unter dem Pseudonym "Axel Brot" publiziert, ist ein ehemaliger deutscher Geheimdienstmitarbeiter. ex.klusiv

WASHINGTON/BERLIN | |   Nachrichten | usa

WASHINGTON/BERLIN (Eigener Bericht) - Trotz der Bereitstellung dreistelliger Milliardensummen durch die Europäische Zentralbank schließen Analysten dramatische Auswirkungen des US-Hypothekencrashs auf die deutsche Wirtschaft nicht aus. Die Finanzkrise sei "noch nicht vorüber", warnen Börsenexperten in Frankfurt am Main. Nach den Milliardenverlusten des Düsseldorfer IKB-Instituts, die der Steuerzahler trägt, und weiteren Millionen-Abschreibungen mehrerer deutscher Banken werden Firmenzusammenbrüche erwartet. Die US-Krise gibt Kritikern Auftrieb, die seit Jahren eine Abkehr von den transatlantischen Bindungen der Bundesrepublik verlangen und sich für ein konkurrierendes Finanz- und Machtzentrum in Europa aussprechen. Es soll unter deutscher Führung stehen. Die erhoffte Abkoppelung würde die amerikanische Wirtschaft jedoch in neue Krisen stürzen und damit auch deren deutschen Geschäftspartner - ähnlich wie beim aktuellen Hypothekencrash. ex.klusiv

Zielgerade

|   Kurznachrichten | grossbritannien

Der deutsche Henkel-Konzern steht vor der größten Übernahme seiner Geschichte. ex.klusiv

Größenwahn

FRANKFURT AM MAIN | |   Nachrichten

FRANKFURT AM MAIN (Eigener Bericht) - Im Kampf um die europäische Marktführerschaft verlangen deutsche Flugunternehmen und der Flughafenbetreiber Fraport von der Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet weitere gesundheitliche und ökologische Opfer. Wie die Lufthansa Cargo erklärt, ist ein Verzicht auf das für Frankfurt am Main geplante Nachtflugverbot nötig, um sich "gegen die europäische Konkurrenz" durchsetzen zu können; die Luftfrachtgesellschaft droht mit der Stornierung von Millioneninvestitionen, sollten die Maßnahmen zum Schutz der Anwohner aufrecht erhalten werden. Der Ausbau des Frankfurter Flughafens führt bereits jetzt zu einem dramatischen Anstieg der Lärmbelastung und zur Abholzung großer geschützter Waldflächen. Hintergrund ist das kontinuierliche Wachstum des Fracht- und Passagieraufkommens in der Luftfahrt, das maßgeblich durch den Boom der deutschen Exportwirtschaft forciert wird. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport will insbesondere London und Paris ausstechen und erweitert daher in den kommenden Jahren seine Logistikleistungen sowie die Zahl der Flugbewegungen pro Tag um hohe Raten. ex.klusiv

KHARTUM/NDJAMENA/PARIS/BERLIN | |   Nachrichten | tschadsudanfrankreich

KHARTUM/NDJAMENA/PARIS/BERLIN (Eigener Bericht) - Nach dem UN-Beschluss über die Entsendung von Truppen in den Sudan fordern Berliner Bellizisten eine Beteiligung der Bundesrepublik. Man müsse wenigstens mit Militärbeobachtern oder mit hochrangigen Offizieren im westsudanesischen Darfur Präsenz zeigen, verlangen Außenpolitiker der Opposition sowie CDU-nahe Kreise. Die Bundesregierung lehnt einen neuen Bundeswehreinsatz derzeit ab. Grund ist eine französische Darfur-Offensive, die die Pariser Position in Ostafrika stärken soll und deutschen Plänen nicht entspricht. Berlin sucht seinen eigenen Einfluss stattdessen über afrikanische Verbündete zu sichern. Außenminister Steinmeier hat in der vergangenen Woche Ghana und Nigeria besucht, zwei Staaten, die in den deutschen Plänen zur militärischen Kontrolle Afrikas eine hervorgehobene Rolle spielen. Ghana und Nigeria sind an der Sudan-Intervention maßgeblich beteiligt. Der Unterhalt ihrer Truppen wird von der Bundesrepublik mit hohen Millionenbeträgen finanziert. Unmittelbare Folge ist eine weitere Militarisierung des afrikanischen Kontinents. ex.klusiv

Perspektivlos

BERLIN/SAIGON/KABUL | |   Nachrichten | afghanistanvietnam

BERLIN/SAIGON/KABUL (Eigener Bericht) - Mit Durchhalteparolen und neuen PR-Projekten reagiert Berlin auf zunehmenden Unmut am westlichen Besatzungsfiasko in Afghanistan. Während die Zustimmung der Bevölkerung zum Bundeswehreinsatz weiter schwindet und staatsfinanzierte Medien auf Distanz zur Bundesregierung gehen, schlagen Außenpolitiker der Regierungspartei CSU die Einsetzung eines "Afghanistan-Koordinators" vor. Er soll im Bundeskanzleramt "gegenüber der deutschen Öffentlichkeit" die Kriegführung "vermitteln" und der Intervention, die als "alternativlos" dargestellt wird, neue Akzeptanz verschaffen. Das Berliner Vorgehen erinnert an Taktiken aus der Zeit, als sich eine frühere deutsch-amerikanische Kriegsniederlage abzuzeichnen begann: Das Desaster der Intervention in Vietnam. Die damaligen Kämpfe wurden nicht nur von deutschen Unternehmen für Kriegsgeschäfte genutzt, sondern auch von bundesdeutschen Söldnern in erheblichem Umfang unterstützt. Als das Scheitern der transatlantischen Aggression absehbar wurde, zögerte Bonn den unvermeidlichen Rückzug mit jahrelangen Durchhalteparolen hinaus - nicht anders als heute. ex.klusiv