Alle Optionen

BEIJING/TOKIO/BERLIN | |   Nachrichten | chinajapan

BEIJING/TOKIO/BERLIN (Eigener Bericht) - Mit dem heutigen Start eines dreijährigen Programms für engere Beziehungen zur Volksrepublik China und bei den folgenden Vereinbarungen mit Japan sichert Berlin differente Optionen seiner Asien-Politik. Während der China-Besuch von Kanzlerin Merkel vor allem deutschen Exportinteressen dient, geht es in Japan um geostrategische Fragen. Tokio betrachtet die Volksrepublik als seinen Erzrivalen, der japanischen Expansionsinteressen schadet, und bietet sich deswegen als regionale Vormacht gegen China an. Die Anbindung Japans an die NATO stand bereits beim letzten bilateralen Treffen zwischen Angela Merkel und dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe auf dem Programm - zwecks militärischer Einkreisung des chinesischen Konkurrenten, urteilten Beobachter. Nach diesen Einschätzungen hält sich Berlin die Möglichkeit antichinesischer Gewaltmaßnahmen an der Seite Washingtons offen, sollte sich die erstarkende Volksrepublik weder ökonomisch noch militärisch einbinden lassen. ex.klusiv

LEVERKUSEN/NAIROBI | |   Nachrichten

LEVERKUSEN/NAIROBI (Eigener Bericht) - Begleitet von Protesten eröffnet der deutsche Chemiekonzern Bayer an diesem Wochenende die dritte Internationale Jugend-Umweltkonferenz der Vereinten Nationen. Tagungsort ist das private Bayer-Kommunikationszentrum am Firmenstammsitz in Leverkusen (Bundesland Nordrhein-Westfalen). Wie das United Nations Environment Programme (UNEP) mitteilt, soll die Konferenz das Umweltbewusstsein unter der heranwachsenden Generation stärken. Bayer hingegen nennt als Ziel, "internationale Netzwerke aufzubauen", und will künftige Entscheidungsträger insbesondere aus Asien, einem Schwerpunktgebiet der Firmenexpansion, mit Hilfe der UNO an deutschen Ökoprogrammen schulen. Die aktuelle Tagung ist eingebunden in eine Kooperation zwischen dem deutschen Unternehmen und der UN-Behörde UNEP, die während der Amtszeit des deutschen UNEP-Exekutivdirektors Klaus Töpfer vertraglich vereinbart wurde. Töpfer war zuvor deutscher Bundesminister. Die von ihm gefestigte Zusammenarbeit mit Bayer begünstigt den weltweiten Absatz von Produkten der deutschen Umweltindustrie und wird auch unter der Amtsführung seines deutschen UNEP-Nachfolgers Achim Steiner fortgesetzt. Konzernkritiker protestieren gegen das offenkundige Zusammenspiel mit den Vereinten Nationen. ex.klusiv

Medical Export

BERLIN | |   Nachrichten

BERLIN (Eigener Bericht) - Mit einem Projekt zur Anwerbung reicher Patienten aus dem Ausland will die Bundesregierung stagnierende Inlandsgeschäfte deutscher Gesundheitskonzerne wettmachen. Einschneidende Kürzungen im sozialen Bereich haben in den vergangenen Jahren die Versorgung von Kranken in Deutschland systematisch verschlechtert und blockieren nun auch das Wachstum der medizinischen Industrie. "Medical Export", ein Projekt, das über das Bundesbildungsministerium finanziert wird, soll nun die "ausländische Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen in/aus Deutschland" beleben und mit Hilfe zahlungskräftiger Patienten unter anderem aus den Golfstaaten den deutschen Kliniken neue Geschäftsfelder eröffnen. Zudem treiben deutsche Wirtschaftsverbände die Expansion sämtlicher Sparten der Gesundheitsbranche voran - mit Erfolg: Im Jahr 2005 stieg der Auslandsumsatz um fast 17 Prozent auf ein Volumen von rund 9,2 Milliarden Euro. Exporterfolgen der Medizinunternehmen kommt große Bedeutung für die deutsche Gesamtwirtschaft zu, weil die Branche trotz Kürzungen zu den umsatzstärksten Sektoren gehört. Jährlich werden in Deutschland fast 240 Milliarden Euro für die Gesundheit ausgegeben, der Anteil am Bruttoinlandsprodukt übersteigt jenen der Automobilindustrie. ex.klusiv

Kulturnation

BERLIN/WARSZAWA/KAIRO | |   Nachrichten | aegyptenpolen

BERLIN/WARSZAWA/KAIRO (Eigener Bericht) - Kulturpolitische Organisationen äußern scharfe Kritik an der Bundesregierung und ihrem Umgang mit sogenannter Beutekunst. Dabei handelt es sich um Kulturgüter, die vormals dem Deutschen Reich gehörten, aber infolge der Berliner Kriegshandlungen an die Aggressionsopfer des Zweiten Weltkriegs fielen. Auf diese Werte hätten die Staatserben des Aggressors Anspruch, behauptet die Bundesregierung. Sie ist Rechtsnachfolgerin der Plünderer osteuropäischer Kulturschätze, die von der Deutschen Wehrmacht tonnenweise nach Westen verschleppt oder zerstört wurden. Ebenfalls in Streit liegt Berlin mit der ägyptischen Regierung. Nach Berliner Auffassung sind entwendete Kostbarkeiten der ägyptischen Geschichte "durch Zeitablauf" in deutschen Besitz übergegangen. Das Berliner Auftreten zeuge von erheblicher Arroganz und werde international aufmerksam registriert, urteilt die Geschäftsführerin des Hamburger Vereins CulturCooperation, Anja Kuhr, im Gespräch mit dieser Redaktion. CulturCooperation verlangt ein Ende der Berliner Kulturblockade gegenüber Ägypten. Das gleichzeitige deutsche Verlangen, in polnischem Besitz befindliche Kulturgüter des NS-Reiches zurückzugeben, ruft in Warszawa ernste Sorgen hervor, weil es international anerkannte Nachkriegsregelungen in Frage stellt. Wie Experten in der polnischen Hauptstadt urteilen, widerspricht eine Rückgabe der Kunstgegenstände dem Potsdamer Abkommen und öffnet "eine juristische Pforte" für neue Restitutionsforderungen. ex.klusiv

Optimierung

|   Kurznachrichten | schweiz

Deutsche Einzelhändler verdrängen den französischen Konkurrenten Carrefour aus der Schweiz. ex.klusiv

Ausweitung

|   Kurznachrichten | afghanistan

Berlin will mehr Soldaten nach Afghanistan entsenden. Um dies zu ermöglichen, werden die Einsatzmandate neu geregelt. ex.klusiv

|   Kurznachrichten | usa

Die deutsche Infineon Technologies AG übernimmt den Mobilfunk des US-Konkurrenten LSI Logic Corporation und kündigt weitere Zukäufe an. ex.klusiv

LEIPZIG/DRESDEN/DUBLIN | |   Nachrichten | russische-foederation

LEIPZIG/DRESDEN/DUBLIN (Eigener Bericht) - Als "willkommene Normalisierung" begrüßt die Deutsche Bundesbank die fortdauernde US-Hypothekenkrise. Die "jüngsten Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten" böten "aus heutiger Sicht" keinen Anlass zur Sorge, schreibt das Frankfurter Geldinstitut in seinem gestern veröffentlichten Monatsbericht. Mit diesen Äußerungen sucht die Bundesbank Milliardenverluste deutscher Geldinstitute als "normal" hinzustellen, obwohl allein die SachsenLB am vergangenen Freitag nur mit einer Kreditlinie von 17,3 Milliarden Euro vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt werden konnte. Ursache waren windige Finanzgeschäfte, mit denen das eher ertragsschwache Leipziger Geldinstitut zuletzt einen guten Teil seiner Profite erzielt hatte. Mit den Gewinnen unterstützt es die Osteuropa-Expansion deutscher Unternehmen sowie die Anbindung des militärisch genutzten Flughafens Halle-Leipzig. Wie Experten gegenüber german-foreign-policy.com bestätigen, sind umfangreiche Verluste zu Lasten von Kommunen und anderen staatlichen Stellen nicht mehr zu vermeiden. Die durch faule Kredite verursachten Bankenzusammenbrüche, in die deutsche Finanzinstitute verwickelt sind, bedrohen zudem Hunderttausende US-amerikanischer Hausbesitzer der unteren Einkommensklassen - mit Zwangsvollstreckungen und privatem Bankrott. ex.klusiv

Verbieten

|   Kurznachrichten | polen

Die Preußische Treuhand erfüllt einem Rechtsgutachten zufolge sämtliche Kriterien für ein Verbot. ex.klusiv

BERLIN/BRASILIA/GUATEMALA/NEW DELHI | |   Nachrichten | brasilien

BERLIN/BRASILIA/GUATEMALA/NEW DELHI (Eigener Bericht) - Mit Geldern aus der sogenannten Entwicklungshilfe fördert die Bundesregierung deutsche Firmen am boomenden Weltmarkt für umstrittene Biokraftstoffe. Wie die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Karin Kortmann, mitteilt, wird Berlin ein Ethanol-Pilotprojekt in Guatemala unterstützen; bereits zuvor haben deutsche Biospritunternehmen mit Hilfe desselben Ministeriums ihre Position in Indien ausgebaut. Die von der Bundesregierung forcierte Nutzung von Entwicklungs- und Schwellenländern als Lieferanten von Agrargütern zur Treibstoffgewinnung stößt zunehmend auf Kritik. Schon zu Beginn des Jahres waren heftige Proteste laut geworden, weil der Anbau von Getreide und Zucker zur Dieselproduktion die Lebensmittel in ärmeren Staaten deutlich verteuert. Jetzt warnen Wissenschaftler wegen des hohen Verbrauchs bei der Biospritherstellung vor Wasserverknappung. Wie es heißt, ist die weltweite Wasserversorgung ernstlich bedroht, falls der globale Einsatz von Biosprit tatsächlich in dem von Berlin geforderten Maße zunimmt. ex.klusiv