Enzo Orlanducci | ROM/KÖLN | |   Interviews | italien
(Enzo Orlanducci)

ROM/KÖLN Enzo Orlanducci ist Generalsekretär des italienischen Nationalverbandes ehemaliger Kriegsgefangener und Internierter (Anrp). Mit ihm sprach german-foreign-policy.com über die anhaltenden Versäumnisse der deutschen Justiz und das Schweigen der scheidenden deutschen Regierung, die Forderungen italienischer Deportierter weiter abweist - wie ihre Vorgänger. ex.klusiv

ROM/BERLIN/SANT' ANNA DI STAZZEMMA | |   Nachrichten | italien

ROM/BERLIN/SANT' ANNA DI STAZZEMMA (Eigener Bericht) - Am heutigen Berliner Nationalfeiertag erinnern italienische Kriegsgefangene und Internierte an den Umgang der vereinigten Bundesrepublik mit den südeuropäischen Opfern zahlloser deutscher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit. Der Generalsekretär des größten Interessenverbandes italienischer Deportierter wirft der scheidenden Berliner Regierung Tatenlosigkeit vor. "Die Bundesrepublik Deutschland verweigert den Überlebenden nicht nur eine materielle Entschädigung, sondern sie leugnet sogar deren Existenz", sagt Enzo Orlanducci in einem Interview mit dieser Redaktion. Wie Justizrecherchen von german-foreign-policy.com ergeben, beziehen die noch lebenden deutschen Straftäter, die in Italien an Massenverbrechen beteiligt waren, unverändert Staatspensionen und erfreuen sich des Auslieferungsschutzes der Bundesrepublik. Den italienischen Nebenklägern eines der wenigen deutschen Großverfahren gegen frühere Mitglieder der Waffen-SS wird die Akteneinsicht verweigert, berichtet der Opferverband im Massakerort Sant' Anna di Stazzemma. ex.klusiv

LEIPZIG/BERLIN | |   Nachrichten

LEIPZIG/BERLIN (Eigener Bericht) - Bei der Stationierung russischer Großraumtransporter für internationale Kriegseinsätze von EU- und NATO-Truppen auf dem Flughafen Leipzig kämpfen konkurrierende Fraktionen der deutschen Rüstungsindustrie um angemessene Anteile an einem Milliardengeschäft und um Bündnisperspektiven. Die Großraumtransporter des Typs AN 124-100 sollen innerhalb weniger Tage bis zu 720 Tonnen Waffen von Leipzig an zukünftige Kriegsfronten fliegen und spätestens im Oktober 2006 mobilisierbar sein. Die Beförderungsgewinne gehen angeblich an ein russisches Betreiberunternehmen. Als "Berater" der Firma tritt ein Berliner Rechtsanwalt auf, der 30 Jahre im deutschen Verteidigungsministerium arbeitete. Gegen einen Mitwerber im Leipziger Kriegsgeschäft läuft ein Verfahren wegen Bestechlichkeit. Für das sächsische Staatsministerium des Innern, das den Leipziger Waffentransporten zustimmen muss, haben die Großraumflugzeuge (mit Ladekapazitäten für Panzer und Kampfhubschrauber) ausschließlich "zivilen Status". Die Stationierung, die Leipzig zum bedeutendsten europäischen Drehkreuz für Großwaffen werden lässt, verfolge auch "humanitäre Zwecke", verlautbart der Dresdener Staatsminister. ex.klusiv