MOSKAU | |   Nachrichten | russische-foederation

MOSKAU Die deutsche Außenpolitik ist offensichtlich gewillt, wieder die Initiative in Bezug auf die russische Region Kaliningrad zu ergreifen, da die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen Russland und der Europäischen Union als unzureichend empfunden werden. Russland selber wünsche ein ,,stärkeres deutsches Engagement", erklärt der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages. ex.klusiv

BERLIN/PARIS | |   Nachrichten | frankreichirakusa

BERLIN/PARIS Ein deutsch-französischer Geheimplan sieht vor, unter dem Deckmantel von UNO-Blauhelmen in den Irak einzumarschieren und dort ein Protektorat unter eigener Kontrolle einzurichten. Dieser Vorstoß bedeutet eine offene Kampfansage an die USA, deren Einfluss im Nahen Osten zurückgedrängt werden soll. ex.klusiv

WARSZAWA | |   Nachrichten | tschechische-republiklettlandestlandungarnrumaenienbulgarienalbanienmazedonienkroatienslowenienslowakische-republiklitauen

WARSZAWA Die ost- und südosteuropäischen Klientelstaaten Deutschlands nutzen die deutsch-amerikanischen Konflikte, um Unterstützung gegen das offene deutsche Hegemoniestreben zu suchen. Viele europäische Länder ,,würden sich (...) energisch wehren, wenn eine europäische Macht den Führungsanspruch erhöbe", warnt ein prominenter polnischer Außenpolitiker. Beistand erhoffen die Staaten sich offenbar von den Vereinigten Staaten: Es falle ihnen ,,leicht, Amerikas Führungsrolle zu akzeptieren", heißt es. ex.klusiv

BERLIN | |   Nachrichten | irakusa

BERLIN In der deutschen Wirtschaft mehren sich die Stimmen, die den Versuch der Bundesregierung, Deutschland im Irak-Konflikt als alternative ,,Friedensmacht"gegen die USA in Stellung zu bringen, für zu früh und ungenügend vorbereitet halten. Sprecher verschiedener Wirtschaftsverbände beklagen die dadurch aufgetretenen ökonomischen Nachteile und fordern teilweise offen eine deutsche Kriegsbeteiligung an der Seite der USA. ex.klusiv

DÜSSELDORF | |   Nachrichten

DÜSSELDORF Die Übernahme des drittgrößten europäischen Erdgashändlers Ruhrgas durch den größten privaten Versorgungskonzern der Welt, die deutsche Eon AG, ist perfekt. Eon, jetzt größter privater Energiekonzern der westlichen Welt, sichert sich damit strategische Vorteile gegenüber der Konkurrenz aus dem Ausland, insbesondere gegenüber dem französischen Hauptkonkurrenten Gaz de France. Die ,,beispiellose Zusammenballung von Marktmacht"ist nach Ansicht der deutschen Regierung notwendig, damit Deutschland auf dem internationalen Energiemarkt künftig einen ,,National Champion"ins Treffen führen kann. ex.klusiv

Schnelles Ende

MANNHEIM | |   Nachrichten | irak

MANNHEIM ,,Unerwartet schnell zum Ende gekommen"ist nach Ansicht von Beobachtern ein Prozess wegen illegaler deutscher Rüstungsexporte in den Irak. Zwei deutsche Geschäftsleute wurden wegen Lieferungen im Umfang von etwa 200.000 Euro verurteilt; weitere illegale Waffenlieferungen mit einem Gesamtvolumen von 65 Millionen US-Dollar erklärte das zuständige Gericht für nicht justiziabel. Zuvor hatte eine überregionale Tageszeitung von ,,Warnungen"des Auswärtigen Amtes an die zuständige Staatsanwaltschaft berichtet, im Verlauf des Prozesses könne ,,das Vertrauen in die Verlässlichkeit Deutschlands erschüttert"werden. ex.klusiv

SOFIA | |   Nachrichten | bulgarien

SOFIA Mit mehreren Kontakt- und Kooperationsbörsen in Sofia und Pleven, die vom deutschen Wirtschaftsministerium gefördert werden, will die deutsche Wirtschaft Anfang März ihre Expansion nach Bulgarien verstärken. Der bulgarische Staatspräsident Parvanov hatte bei seinem Berlin-Besuch im November den ,,Wunsch Bulgariens"geäußert, dass Deutschland wieder größter Auslandsinvestor und größter Außenhandelspartner seines südosteuropäischen Klientelstaates werde. Bulgarien bemüht sich unterdessen um den Ausbau seiner Verkehrsinfrastruktur, der von der deutschen Wirtschaft seit geraumer Zeit verlangt wird. ex.klusiv

KIEL | |   Nachrichten

KIEL Zum ersten Mal verlangt ein deutscher Landtag die Zusicherung kollektiver Sonderrechte für so genannte ,,Volksgruppen"in einer europäischen Verfassung. In einem von allen Fraktionen eingebrachten und im Dezember 2002 einstimmig beschlossenen Antrag fordert der Schleswig-Holsteinische Landtag die deutschen Vertreter im europäischen Verfassungskonvent auf, sich ,,dafür einzusetzen, dass Schutz und Förderung von nationalen Minderheiten und Volksgruppen in einer künftigen europäischen Verfassungsordnung verankert werden."Der ,,Schutz"von ,,Volksgruppen"soll offenbar zur Einmischung in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten berechtigen: Ein Staat fördere ,,Volksgruppen" ,,am besten über die Staatsgrenzen hinweg", heißt es in Kiel. ex.klusiv

Organisationen der ,,deutschen Volkszugehörigen"fordern die Aufhebung der jugoslawischen AVNOJ-Dekrete, die angeblich den ,,Völkermord an der deutschen Minderheit"legitimierten. Die AVNOJ-Beschlüsse regelten die Sanktionen gegen die mehrheitlich mit | |   Dokumente | jugoslawien

Organisationen der ,,deutschen Volkszugehörigen"fordern die Aufhebung der jugoslawischen AVNOJ-Dekrete, die angeblich den ,,Völkermord an der deutschen Minderheit"legitimierten. Die AVNOJ-Beschlüsse regelten die Sanktionen gegen die mehrheitlich mit

Die ,,Volksdeutschen", jener Teil des ,,deutschen Volkskörpers"außerhalb der gültigen Grenzen Deutschlands, stellten ein Instrument deutscher Außenpolitik dar, die spätestens seit 1920 das Ziel der Destabilisierung und Zerschlagung der deutschen Nachbarstaaten unter der Parole des ,,Selbstbestimmungsrechtes"der völkischen Kollektive verfolgte. In der ,,Neuordnung Europas"mit dem Ziel eines erstarkten Großdeutschlands, umgeben von abhängigen Kleinstaaten, bildeten die politischen Vertretungen der ,,Auslands"- und (später) ,,Volksdeutschen"eine ,,Fünfte Kolonne", die zunehmend auch terroristisch agierte und eine Gefahr für die jeweilige staatliche Integrität darstellte. Die deutsche Besatzungsmacht war nach dem verheerenden Luftangriff vom 6. April 1941 auf Belgrad und dem anschließenden militärischen Einmarsch mit einem unbeschreiblichen Vernichtungswillen gegen die Zivilbevölkerung vorgegangen, die man der Unterstützung der Partisanen beschuldigte. Bei der strategischen Absicherung der Besatzungspolitik spielte die ,,volksdeutsche"Minderheit in den Konzepten der deutschen Militärverwaltung eine wichtige Rolle; ,,Volksdeutsche"sollten die Sicherung des Gebietes übernehmen, um möglichst wenige Wehrmachtseinheiten zu binden.

s. auch Hermann Frank Meyer: Von Wien nach Kalavryta


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Die deutsche Minderheit im Okkupationsregime

Eine zuverlässige Stütze der deutschen Besatzungsmacht während der gesamten Okkupation war mit geringen Ausnahmen die deutsche Minderheit. In Jugoslawien lebten etwa 500.000 Menschen deutscher Nationalität hauptsächlich im Norden des Landes: im Banat, in der Backa, in der Baranja, in Syrmien und in Slowenien. Etwa 300.000 von ihnen waren vor dem Krieg in der zentralen Minderheitenorganisation, dem Schwäbisch-Deutschen Kulturbund, organisiert, dessen Führung um Sepp Janko seit Ende 1938 uneingeschränkt in reichsdeutschen Diensten stand. So gab es nach dem Tagebuch des Leiters der Sabotageabteilung im Amt Ausland/Abwehr des OKW, Oberst Erwin v. Lahousen, zwischen der Führung der deutschen Minderheit und der von ihm geleiteten Spionage- und Sabotageorganisation ,,Jupiter"enge Verbindungen. Ab 27. März 1941 lieferte ,,Jupiter"in großem Umfang Waffen an die deutsche Minderheit. Janko unterstellte am 6. April 1941 ,,die gesamte Volksgruppe in militärischer Hinsicht"der Lahousen-Organisation. ,,Selbstschutzkommandos"griffen zu Beginn der Aggression die jugoslawische Armee an, vertrieben die jugoslawischen Beamten und terrorisierten die Zivilbevölkerung.

Nach der Besetzung lebten in Kroatien etwa 145.000 und in Serbien, vornehmlich im Banat, ca. 131.000 Deutsche, die in zwei Volksgruppen zusammengefaßt wurden. Die Volksgruppen waren nach dem Führerprinzip konstituierte nationalsozialistische Zwangsorganisationen. Über ein engmaschiges Netz von Gliederungen und angeschlossenen Verbänden erfolgten die totale Erfassung, Überwachung, Beeinflussung und Reglementierung aller Volksdeutschen. Die deutsche Besatzungsmacht stattete die Volksgruppen und ihre beiden Führer - Branimir Altgayer für Kroatien und Janko für Serbien/Banat - mit beträchtlichen Vollmachten aus. Neben der Autonomie in Kultur- und Bildungsfragen verfügten sie über ein Verordnungsrecht und die Gerichtsbarkeit über alle Volksdeutschen. Sie konnten die Angehörigen der Volksgruppe besteuern, zum Dienst in Wehrmacht, SS und Polizei einberufen und bewaffnete Formationen aufstellen, die ausschließlich dem Volksgruppenführer unterstanden. In den Hauptsiedlungsgebieten wurden die Volksgruppenführer mit der Ausübung der Staatsmacht beauftragt, obwohl die Deutschen auch dort nur eine Minderheit waren. Im Banat, so berichtete die Zeitschrift ,,Volkstum im Südosten"im Mai 1943, hatte die Volksgruppenführung seit 1941 ,,die Gesamtverwaltung - und damit die Gesamtverantwortung - zu übernehmen"(S. 75). Ähnlich lagen die Verhältnisse in Kroatien. An der Spitze der Verwaltung des kroatischen Großbezirks (Großgespannschaft) Vuka, der fast ganz Smyrnien umfaßte, stand der Volksdeutsche Jakob Elicker. Die Volksgruppenführungen waren in diesen Gebieten Okkupationsverwaltungen und hatten die Aufgabe, die meist landwirtschaftliche wertvollen Territorien maximal für die deutsche Kriegswirtschaft zu nutzen, vorwiegend mit eigenen Kräften zu sichern und in größtmöglichem Umfang Rekruten für die Polizei, die Wehrmacht, besonders aber für die SS zu stellen.

Durch eine seit Jahren währende intensive politische Beeinflussung, die Gewährung von materiellen Vorteilen gegenüber den anderen Nationalitäten u. a. auch durch die Beteiligung an der ,,Arisierung"jüdischen Vermögens (Dok. 363) sowie durch psychologischen und polizeilichen Druck konnten sich die Volksgruppenführer die Gefolgschaft der Mehrheit der Deutschen bis zum Ende des Krieges sichern. Trotz Bemühungen der jugoslawischen Volksbefreiungsbewegung lösten sich nur wenige Deutsche offen von der verbrecherischen Volksgruppenführung und nahmen am antifaschistischen Widerstand teil. Von erheblicher Bedeutung in diesem Zusammenhang war, daß praktisch die gesamte wehrfähige männliche Bevölkerung beider Volksgruppen (Ende 1943 etwa 47.000 Mann) entweder in Einheiten, die den Volksgruppenführungen unterstanden (Deutsche Mannschaft, Einsatzstaffel, Ortsschutz, Banater Staatswache u. ä.), oder in der Wehrmacht, deutschen Polizeieinheiten, aber vor allem in der SS Waffendienst leisteten (Dok. 128). Besonders die aus volksdeutschen Mannschaften gebildete SS-Division ,,Prinz Eugen"verübte in großem Umfang fortgesetzt schwere Verbrechen an der jugoslawischen Zivilbevölkerung (Dok.148, 151). Hauptsächlich die Teilnahme an der Unterdrückungs- und Ausrottungspolitik veranlaßte die anderen Nationalitäten Jugoslawiens, die deutsche Minderheit - die ,,Schwaben"- ganz allgemein mit der verhaßten Besatzungsmacht zu identifizieren. Aus Furcht vor Vergeltung, die von der deutschen Propaganda verstärkt wurde, und entsprechend den Räumungsbefehlen der Volksgruppenführungen gab die Mehrheit der Deutschen in Jugoslawien 1944/45 ihre Heimat auf. (S. 35f)

(...)

Für ihre Freiheit mußten die Völker Jugoslawien einen hohen Preis zahlen. Dem Land, das seit dem 6. April permanent Kriegsschauplatz war, wurden ungeheure Zerstörungen zugefügt und gewaltige Werte entzogen. Nach unvollständigen jugoslawischen Untersuchungen beliefen sich die Verluste an Nationaleinkommen auf über 9 Mrd. Dollar. Der Gesamtschaden wird auf 46,9 Mrd. Dollar (gemessen an Preisen des Jahres 1938) geschätzt. Über 3,3 Mill. Jugoslawen waren obdachlos, fast 30 000 Gehöfte vernichtet. In großem Umfang wurden Kunstgegenstände geraubt. Die Besatzer verschleppten fast das gesamte Archivgut, 6478 Bibliotheken sowie zahlreiche Kirchen und Klöster mit unschätzbaren Kunstwerken wurden geplündert und zerstört. Schwerwiegender als alle materiellen Verluste sind die Leiden der Menschen und die großen Bevölkerungsverluste. Hunger, unter dem vor allem die Kinder litten, war in vielen Gebieten Jugoslawiens eine Dauererscheinung. Kaum faßbar ist das Martyrium Hunderttausender von Jugoslawen in den Lagern und Haftstätten. 305.000 Soldaten der Volksbefreiungsarmee sind gefallen, 425.000 wurden verwundet. Insgesamt waren als Kriegsverluste 1.705.000 Menschenleben zu beklagen. Allein damit hatte Jugoslawien 10,8 % der Vorkriegsbevölkerung verloren. (S. 60)

Dok. 363
Aus dem Bericht von Hans Gurski, Referatsleiter beim Generalbevollmächtigten für die Wirtschaft in Serbien, vom 23. März 1945 über die Behandlung des Vermögens jüdischer Bürger
(...) Die Übernahme der Verwaltung des Judenvermögens durch den Generalbevollmächtigen für die Wirtschaft in Serbien (...) beruhte auf einem Befehl des Militärbefehlshabers in Serbien von Ende 1941 (...)
Es kann gesagt werden, daß ein jeder, der jüdisches Vermögen, seien es Grundstücke, Fabriken oder Einzelhandelsunternehmungen, erworben hat, hierdurch einen erheblichen Gewinn erlangte, wie er ihn normalerweise durch noch so tüchtige Geschäftsführung niemals hätte erreichen können (...)
Bei der Auswahl der Käufer (...) hatte die Dienststelle das Bestreben, die wirtschaftliche Stellung des Deutschtums im Südosten tunlichst zu stärken. So wurden den Angeboten Reichs- oder Volksdeutscher auf Erwerb von Vermögensobjekten der Vorzug gegeben. Bei größeren und wirtschaftlich bedeutenden Unternehmungen wurde mit den zuständigen Reichszentralbehörden Fühlung genommen zwecks Feststellung, welche reichsdeutsche Firma geeignet erschien, ihre Interessen durch Übernahme einer Zweigniederlassung im Südosten auszudehnen oder zu begründen (...)
A. Das Ergebnis der Entjudung in Belgrad und Serbien südlich der Donau (...)
Von den von der Dienststelle arisierten Unternehmungen sind von besonderer Bedeutung:
a) Die Belgrader Textilwerke AG - Erwerber: Gau Kärnten,
b) Die Firma ,,Elka"/Damenstrümpfe und Damenwäsche/
c) Die Firma ,,Posavina"/wie zuvor/
zu b) und c) von reichsdeutschen Firmen übernommen.
d) Die Dom AG/Strumpf- und Wäschefabrik: Erwerber: Volksdeutscher/
e) Die Firma ,,Sport"/Sportbekleidung: Erwerber: Volksdeutscher/
f) Die Firma ,,Macva"/Kunstseidenproduktion: Erwerber: Reichsdeutscher/
g) Die Firma ,,Sumadia"/Erwerber: Gau Kärnten/
h) Die Spinnerei und Weberei AG, Sitzverlegung nach Marburg, Drau genehmigt.
Mit den vorbezeichneten Unternehmungen ist ein in das Gewicht fallender Teil der serbischen Vorkriegsproduktion an Textilwaren, besonders an Damenstrümpfen und feiner Damenwäsche in reichs- oder volksdeutsche Hände überführt worden.
In der Metall-, Bergbau- und chemischen Industrie gingen die Firmen: Montana und Metalno (...) auf die zum Preussagkonzern gehörige Metall- und Farben AG, Wien über (...)
In der Papierindustrie wurde die Pappenfabrik Umka durch die Treuhandverwaltung an einen Volksdeutschen veräußert. Es handelt sich hier um das einzige serbische Unternehmen auf diesem Gebiet (...)
Von besonderer kultureller Bedeutung war die Übernahme des jüdischen Großverlages ,,Geca Kon", des bedeutendsten im Südosten,...

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NOVI SAD | |   Nachrichten | jugoslawien

NOVI SAD Die Organisationen der ,,deutschen Volkszugehörigen" in Jugoslawien sollen zu einem Bund zusammengeschlossen werden, um die Forderung nach Aufhebung der jugoslawischen AVNOJ-Dekrete durchzusetzen. Die ,,Donauschwaben" behaupten, Opfer eines ,,Völkermordes an den Deutschen im früheren Jugoslawien" zu sein, und verlangen die völkerrechtliche Anerkennung des ,,erlittenen Unrechts" und ,,Wiedergutmachung". ex.klusiv