BERLIN/PARIS/BAMAKO | |   Nachrichten | maliburkinaniger

BERLIN/PARIS/BAMAKO (Eigener Bericht) - Fast fünf Jahre nach dem Beginn der europäischen Militäreinsätze in Mali beurteilen Experten die Lage in dem Land als katastrophal und warnen vor der von Berlin und Paris betriebenen weiteren Militarisierung des Sahel. "Noch nie" habe es "ein derartiges Niveau an Gewalt" in Mali gegeben "wie heute", erklärt ein ehemaliger französischer Diplomat. Militärisch ließen sich die Konflikte in der Region nicht lösen, urteilt die International Crisis Group, ein prowestlicher Think-Tank, am Beispiel einer an Mali grenzenden Provinz in Burkina Faso: Dort sei es zwar gelungen, jihadistische Unruhen vorläufig niederzuschlagen; weil die gesellschaftlichen Ursachen der Radikalisierung aber fortbestünden, könne der Konflikt jederzeit neu aufflammen. Dessen ungeachtet unterstützt die Bundesregierung den Aufbau einer Eingreiftruppe der Staatengruppe "G5 Sahel", die gestern ihre erste militärische Operation gestartet hat. Trotz der desaströsen Folgen der Militarisierung macht die Bundeswehr die Mali-Einsätze zum PR-Schwerpunkt. ex.klusiv

BAMAKO/OUAGADOUGOU/BERLIN | |   Nachrichten | burkinamali

BAMAKO/OUAGADOUGOU/BERLIN (Eigener Bericht) - Berlin dringt auf eine schnelle Lösung der Staatskrise in Mali - notfalls auch militärisch. Im Rahmen einer mehrtägigen Westafrika-Reise traf der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel (FDP), am gestrigen Donnerstag in der malischen Hauptstadt Bamako ein. Den Schwerpunkt der dortigen Gespräche bildete die aktuelle Staatskrise in dem Land. Nordmali befindet sich seit März unter der Kontrolle von Aufständischen, unter denen nach harten Auseinandersetzungen eine militant islamistische Fraktion die Oberhand gewonnen hat. Das westafrikanische Staatenbündnis ECOWAS verlangt von der nach einem Putsch eingesetzten malischen Interimsregierung, bis zum heutigen Freitag einen Plan zur Lösung der Krise vorzulegen; andernfalls droht es militärisch zu intervenieren. Niebel unterstützt das Ultimatum wie auch eine mögliche Militäraktion. Seine Westafrika-Reise ist ein Ergebnis des Berliner Bemühens, den eigenen ökonomischen und geostrategischen Einfluss in Westafrika auszubauen - gegen das bislang dort dominierende Paris. ex.klusiv

OUAGADOUGOU/BERLIN | |   Nachrichten | burkina

OUAGADOUGOU/BERLIN (Eigener Bericht) - Mit neuen Entwicklungsgeldern für Burkina Faso setzt die Bundesregierung ihre gegen Frankreich gerichtete Einflussarbeit in Westafrika fort. Dies ist das Ergebnis von Regierungsverhandlungen in der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou, die kurz vor dem Jahreswechsel zu Ende gingen. Die Vertiefung der bilateralen Beziehungen zu Burkina Faso insbesondere auf dem sogenannten Sicherheitssektor ist Bestandteil der Berliner Pläne, den deutschen Einfluss in den ehemaligen Pariser Kolonien in Westafrika zu vergrößern. Damit forciert die Bundesregierung den Konkurrenzkampf mit Frankreich, das bislang nicht nur in Burkina Faso, sondern in der gesamten westafrikanischen Frankophonie eine dominierende Stellung innehat. Bereits 2004 hat das Auswärtige Amt in dem damals von ihm entwickelten "Aktionsplan Zivile Krisenprävention" die rohstoffreiche Region Westafrika als ein Schwerpunktgebiet seiner "krisenpräventiven" Tätigkeit definiert. Burkina Faso kommt dabei eine besondere Rolle zu, da das Land sich mit langjähriger Vermittlertätigkeit in westafrikanischen Konflikten eine politisch starke Stellung erarbeitet hat - nicht zuletzt mit Folgen für den Bürgerkrieg in Côte d'Ivoire, der vor rund einem Jahr blutig eskalierte. ex.klusiv

Aktion Afrika

LOME/OUAGADOUGOU/BERLIN | |   Nachrichten | togoburkina

LOME/OUAGADOUGOU/BERLIN (Eigener Bericht) - Im Kampf um die Hegemonie über Afrika präsentiert das Auswärtige Amt ein neues kontinentales Polit-Projekt. "Aktion Afrika", ein 20-Millionen-Euro-Programm, ist in den vergangenen drei Tagen vom deutschen Außenminister in drei westafrikanischen Staaten vorgestellt worden. Es umfasst Vorhaben aus den Bereichen Bildung, Kultur und Sport und soll dazu beitragen, auf dem Ressourcenkontinent konkurrierende Großmächte auszustechen. Unter anderem werden neue deutsche Auslandsschulen die künftigen Eliten auf Deutschland orientieren. Im Rahmen des Programms will Berlin auch weitere Fußballtrainer in die afrikanischen Armutsstaaten entsenden - ein Schritt, dem Politikberater integrative Bedeutung zur Kontrolle der afrikanischen Armutsbevölkerung zuschreiben. Auf seiner Westafrika-Reise hat Frank-Walter Steinmeier am Montag zudem die Beziehungen zur früheren deutschen Kolonie Togo nach 15-jährigen Spannungen bereinigt. Noch vor drei Jahren war es wegen flagranter deutscher Unterstützung für die togoische Opposition zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen das Goethe-Institut in Lomé gekommen. In Togo wie auch in Burkina Faso, wo der deutsche Außenminister sich am gestrigen Dienstag aufhielt, rivalisiert die Bundesrepublik mit ihrem wichtigsten europäischen Partner, mit Frankreich, und nutzt dazu "Aktion Afrika". ex.klusiv