Julián Pérez | EL ALTO | |   Interviews | bolivien
(Julián Pérez)

EL ALTO Über die Auseinandersetzungen um die von Berlin geförderte Privatisierung der Wasserversorgung in Bolivien sprach german-foreign-policy.com mit Julián Pérez. Pérez ist Mitglied der Föderation der Nachbarschaftsräte (Federación de Juntas Vecinales, FEJUVE), die gegen die Privatisierung kämpft. (Das Interview im spanischen Original finden Sie hier.) ex.klusiv

LA PAZ/SANTA CRUZ | |   Nachrichten | bolivien

LA PAZ/SANTA CRUZ (Eigener Bericht) - Kritiker aus Lateinamerika werfen Organisationen der deutschen Außenpolitik die Verwicklung in eskalierende südamerikanische Autonomiekonflikte vor. Dabei geht es um Auseinandersetzungen, die in Bolivien bereits zur Jahreswende zu blutigen Unruhen führten. Gegenwärtig entzündet sich der Streit vor allem an dem Entwurf für ein Autonomiestatut, den Gouverneure von vier bolivianischen Departements zu Wochenbeginn präsentiert haben. Regierungskreise in La Paz nennen das Dokument "separatistisch" und "aufrührerisch". Es sieht die weitgehende Unabhängigkeit rohstoffreicher Provinzen vor. Angesichts der drohenden Gewalteskalation sprechen Beobachter von Parallelen zur Entwicklung im ehemaligen Jugoslawien vor dem Beginn der dortigen Sezessionskriege, in deren Entstehung Deutschland maßgeblich involviert war. Wie es jetzt in Bolivien heißt, haben deutsche Dezentralisierungsmaßnahmen auch dort den Boden für die aktuellen Autonomieforderungen bereitet; zudem sind Partnerorganisationen einer deutschen Parteienstiftung unmittelbar involviert. Spuren führen auch in Kreise deutscher Exilanten, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Südamerika flohen. Sie genießen die besondere Fürsorge der Berliner "Deutschtums"-Politik. ex.klusiv

LA PAZ/BERLIN | |   Nachrichten | bolivien

LA PAZ/BERLIN (Eigener Bericht) - Die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD) beginnt mit dem Aufbau einer neuen Partei in Bolivien. Dies behauptet ein bolivianischer Pressebericht, der die Maßnahme einem Auftrag der Berliner SPD-Spitze zuschreibt. Demnach sollen sozialdemokratische Kräfte, darunter ehemaliges Personal einer früheren Regierungspartei (MIR), zusammengeführt und gegen die amtierende Regierung in La Paz in Stellung gebracht werden. Bestimmendes Motiv der deutschen Aktivitäten ist die Verstaatlichung strategischer Wirtschaftssektoren, die Präsident Evo Morales trotz Interventionen aus Deutschland und anderen europäischen Staaten fortsetzt. Mit Hilfe ihrer Parteistiftung konnte die SPD in den vergangenen Jahrzehnten in mehreren Staaten missliebige Regierungen durch kooperationsbereite Sozialdemokraten ersetzen. Diesem Ziel scheint auch die sogenannte Entwicklungspolitik der Berliner Regierung gewidmet. Sie steht unter Leitung einer SPD-Ministerin, der eine feindselige Haltung gegen die bolivianischen Nationalisierungsmaßnahmen vorgeworfen wird. Lateinamerika sei ein "wichtiger Rohstofflieferant" und als "Investitionsstandort" von Bedeutung, betonen deutsche Wirtschaftsverbände. Die bolivianische Regierung komme den sich daraus ergebenden Verpflichtungen nicht nach, warnt die deutsche Botschaft in La Paz. ex.klusiv