München: Ullstein, 2002 ISBN: 3.548-36320-2 8,95 EUR 17,50 DM Germans into NazisCambrigde (Mass.) / London: Harvard University Press, 1998 ISBN: 0674350928 16.95 $ 20,35 EUR 39,80 DM | |   Rezensionen

München: Ullstein, 2002 ISBN: 3.548-36320-2 8,95 EUR 17,50 DM Germans into NazisCambrigde (Mass.) / London: Harvard University Press, 1998 ISBN: 0674350928 16.95 $ 20,35 EUR 39,80 DM

Der Autor, Professor an der Universität von Illinois, stellt die Frage, wie die Nazis eine derartig große Massenbasis in der deutschen Bevölkerung gewinnen konnten. Er kommt zu dem Ergebnis, daß die Deutschen keine Verführten oder gar Opfer waren: ,,Zwischen 1928 und 1933 schlossen sich Millionen von Deutschen einer gewaltigen politischen Erhebung an ... Für Konservative und Stahlhelmmänner, für konservative Arbeiter und bäuerliche Protestler wie auch für Hitlers Wähler fanden die langen Jahre der Opposition gegen die Weimarer Republik endlich im Sieg vom Januar 1933 ihren Abschluß. Es war der Augenblick, der ... das Versprechen des August 1914, als die deutschen für die nationale Sache an einem Strang gezogen hatten, einlöste. Mit anderen Worten: Die Nationalsozialisten konnten auf einen allgemeineren ´nationalsozialistischen` Konsens bauen, der weit über Hitlers Partei hinausreichte.´´

Wichtiger Ausgangspunkt für Fritzsche ist die politische Mobilisierung der deutschen Bevölkerung zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Zu dieser Zeit nahm der bisher von oben verordnete staatliche Nationalismus einen volkstümlicheren Charakter an. Das Augusterlebnis 1914 vermittelte nun auch der breiten Bevölkerung ein nachhaltiges Gefühl von Selbständigkeit und Eigenvollmacht, das eine populistische Kombination aus Streben nach sozialer Reform und völkisch geprägtem Nationalstolz hervorbrachte.
Der Autor analysiert die zwei Jahrzehnte bis zur Machtübernahme der NSDAP als eine revolutionär-populistische Entwicklung, die sich bei Beginn des Ersten Weltkrieges erstmals manifestierte, 1918 an Kraft gewann, die Weimarer Republik bedrohte und schließlich im Aufstieg der NSDAP kulminierte. Als moderne Massenpartei gelang ihr die Mobilisierung des völkischen Gefühls und die Einigung der Deutschen jenseits der sozialen Schichten und Interessengruppen.

ex.klusiv

A History of Denial New Haven / London: Yale University Press, 2001 ISBN: 0300089759 27, 50 Brit. Pfund 92,57 DM 47,33 EUR | |   Rezensionen | belgien

A History of Denial New Haven / London: Yale University Press, 2001 ISBN: 0300089759 27, 50 Brit. Pfund 92,57 DM 47,33 EUR

Seit 1914 wurden die deutschen Untaten in Belgien beschwiegen

Horne und Kramer, zwei britische Historiker, analysieren das in der Geschichtsschreibung seit achtzig Jahren verdrängte Problem der ,,German atrocities´´, der barbarischen Kriegführung der Deutschen zu Beginn des Ersten Weltkrieges. Bekannt ist bis heute von den Ereignissen der Monate August bis September 1914 allein die Brandstiftung in der Bibliothek von Löwen (Louvain) und die Massaker von Dinant und Aarschot, wo deutsche Soldaten rund fünftausend als Partisanen verdächtigte belgische Zivilisten quälten und töteten. Diese kollektiven Erschießungen, auch von Frauen, Kindern, Greisen und Priestern, die Vergewaltigungen und Plünderungen waren so unerhört grausam, dass die bisherige Forschung sie zumeist ins Reich der Fabeln verwies. Die Autoren gelingt es nun aufgrund langjähriger Archivforschung ein präzises Bild der damaligen Ereignisse zu geben. Nach ihren Erkenntnissen haben sich die Massaker immer nach demselben Muster abgespielt: Wenn deutsche Truppen auf Widerstand stießen, bemächtigten sie sich zufällig anwesender Einwohner, und ermordeten sie durch Erschießungen, die der Repression dienten. Die deutscher Regierung war über dieses Vorgehen offensichtlich gut informiert. Im Versailler Vertrag von 1919 spielten diese Kriegsverbrechen eine weitaus größere Rolle als heute bekannt ist. Die Artikel 228 und 229 des Vertrages betrafen die Auslieferung von Personen, die Kriegverbrechen beschuldigt wurden. Dies stieß in Deutschland auf heftigen Protest, so dass die Strafverfolgung von 853 namentlich bekannten deutschen Offizieren und Soldaten schließlich dem Leipziger Reichsgericht überlassen wurde.
Die Prozesse verliefen zum größten Teil im Sande – ein wirkliches Interesse an der Verfolgung der barbarischen Kriegführung war in Deutschland nicht gegeben.

(s. dazu Archiv)

ex.klusiv

|   Rezensionen

Frankfurt/M. u.a: Lang, 1996 ISBN 3-631-48179-9 138,- DM ex.klusiv

|   Rezensionen

50 Jahre ,,Charta der deutschen Heimatvertriebenen"und die eth(n)isch orientierte deutsche Außenpolitik Hamburg: GNN, 2000 10,- DM ex.klusiv

|   Rezensionen

Außenpolitische Konzepte der Vertriebenenverbände und ihre praktische Umsetzung Hannover: Offizin, 2000 ISBN 3-930345-28-5 44,- DM ex.klusiv

|   Rezensionen

Eine Streitschrift aus Frankreich Berlin: Propyläen, 2000 ISBN 3-549-06006-8 34,- DM (Orig.: De la prochaine guerre avec l'Allemagne, Paris: Jacob, 1999 ISBN 2-7381-0672-2; 120,- Francs) ex.klusiv

|   Rezensionen

Frankfurt a.M.: Suhrkamp Verlag, 2000 ISBN: 3-518121391 19,90 DM ex.klusiv

|   Rezensionen

Perspektiven für das 21. Jahrhundert München-Stuttgart: DVA, 2000 ISBN 3-421-05357-X 42,- DM ex.klusiv