Referenten

Die Redaktion bietet die Vermittlung von Referenten für wissenschaftliche Tagungen, Konferenzen und individuelle Politikberatung an. Unsere Referenten freuen sich über Ihre Kontaktanfrage:

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Asien

Die Neue Seidenstraße

Jörg Kronauer

Seit 2013 arbeitet China an der Neuen Seidenstraße, einem strategischen Großprojekt, bei dem es im Kern darum geht, die Transportkorridore aus der Volksrepublik in Richtung Westen auszubauen. Das Vorhaben bietet auch der deutschen Wirtschaft Chancen, stärkt vor allem aber die chinesische Konkurrenz und verschafft Beijing vor allem politische Einflussgewinne. Um die Neue Seidenstraße herum spitzt sich die Rivalität der großen Mächte zu. An den Einflusskämpfen beteiligt sich auch Berlin - auf wirtschaftlicher und politischer Ebene und in Zukunft womöglich auch militärisch in den Konflikten im Südchinesischen Meer.

Berlin gegen Beijing/ Beijing gegen Berlin

H.-R. Minow

Als "chinesischer Heldenmythos" wird im Westen der "Lange Marsch" der Roten Armee (1934/35) bezeichnet – doch die strapaziöse militärische Leistung gehört nicht in den Bereich der Mythen und Märchen. Sie galt dem Durchbruch aus einer tödlichen Umzingelung. Deutsche Militärberater waren auf beiden Seiten an den Kämpfen beteiligt. Das heutige strategische Großprojekt der Neuen Seidenstraße nutzt die historischen Erfahrungen der Jahre 1934/35, um aus der aktuellen Umzingelung erneut auszubrechen. Wie damals arbeiten deutsche Militärs an dem Ring, der China fixieren soll.

Afrika

Der neue Wettlauf um Afrika

Jörg Kronauer

Sie gehört seit Jahren zum Standard-Forderungskatalog jeder Bundesregierung: eine Afrika-Politik Deutschlands und der EU, die der Bundesrepublik stärkeren Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent verschafft. Im Zentrum stehen dabei zunächst Bemühungen, den Zugriff auf die reichen Rohstoffvorräte des afrikanischen Kontinents zu stärken und über Handel und Investitionen neue, größere Gewinne zu generieren. Zunehmende Bedeutung gewinnt die Flüchtlingsabwehr. Bei der Durchsetzung deutscher Interessen setzt Berlin in wachsendem Maß auf militärische Mittel.

Europa

Berlin gegen Moskau

H.-R. Minow

In den aktuellen Auseinandersetzungen zwischen Berlin und Moskau erfahren historische Beziehungsmuster eine gefährliche Ausprägung. Diese Kontinuitäten begannen mit dem Zug des deutschen Ordens nach Osten (einem Ort "slawischer Barbarei"), um die "russische Weite" als Rohstofflager zu erobern. Friedliche Phasen mit Handelsverträgen und dem "Lernen von der westlichen Moderne" endeten für Moskau immer wieder in Kriegen, denen es sich ausgesetzt sah, aber die es auch offensiv führte. Inzwischen unternimmt Berlin einen neuen Versuch, dieses geschichtliche Kontinuum zu füllen.

Die Bundeswehr – eine imperialistische Armee

Dr. P. Heinelt

Im 2016 von der Bundesregierung vorgelegten „Weißbuch zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr“ wurde der „globale Gestaltungsanspruch“ der deutschen Militärpolitik festgeschrieben. Die deutschen Streitkräfte seien berufen, die „ungehinderte Nutzung von Informations-, Kommunikations-, Versorgungs-, Transport- und Handelslinien“ ebenso zu gewährleisten wie die „Sicherheit der Rohstoff- und Energieversorgung“, heißt es hier. Die Umsetzung dieses imperialistischen Programms ist Thema des Vortrags.

Zivile Kriegsvorbereitung – das Konzept der staatlichen „Gesamtverteidigung“

Dr. P. Heinelt

Eine Weltpolitik, die immer aggressiver geführt wird, muss mit Widerstand rechnen. Schon 2002 forderte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Etablierung einer staatlichen „Gesamtverteidigung“ mit „hoher Schlagkraft“, die sowohl die „unterschiedlichen gesetzlichen und administrativen Zuständigkeiten von Bund und Ländern“ als auch die „tradierten Trennlinien“ zwischen Katastrophenschutzbehörden, Polizei, Militär und Geheimdiensten „überbrückt“. Der Referent thematisiert die sogenannte Zivilverteidigung ebenso wie die historische Genese des dieser zugrunde liegenden Konzepts.

Im Kampf um Groß-Europa

H.-R. Minow

Um "Europa" zusammenzuschmieden, damit es zu einem "Player" und "Akteur" im Kampf der führenden Großmächte wird, greift Berlin auf alte Konzepte deutscher "Weltpolitik" zurück. Zu den prominentesten Kritkern dieser Konzepte gehört Thomas Mann. Sein vernichtendes Urteil über die deutsche "Weltpolitik" fällte er angesichts der Wehrmachts-Kapitulation 1945. Doch es vergingen nur wenige Jahre, und die "Einigung Europas" als deutsche Verpflichtung wurde erneut postuliert. Die Wiederkehr großeuropäischer Herrschaftsambitionen versetzt die deutschen Nachbarn in Unruhe und führt zu immer stärker werdenden politischen Spannungen auch im Lager der Verbündeten. Die Ansprüche deutscher Geopolitik richten sich gleichzeitig nach Westen und Osten. Den Kampf um Groß-Europa führt Berlin an mehreren Fronten.


Eine fruchtbare Zusammenarbeit wünscht Ihnen

Die Redaktion