Als die Beiträge zu diesem Band des Zentrums für historische
Soziologie (Paris) verfasst wurden, konnten die Autoren nicht
wissen, dass ihre Analysen über Macht und Ohnmacht des
,,Empire"einer schnellen Prüfung unterzogen werden würden.
Diese Prüfung war der Irak-Krieg. In seinem unmittelbaren Vorfeld
kam es zur Zuspitzung latenter Widersprüche zwischen dem
Herrschaftskoloss USA und seinen Konkurrenten in Europa. Die
Umrisse des
,,Empire"und des
,,Contre-Empire"wurden für weite Teile der Öffentlichkeit
erkennbar. Damit einher ging die zunehmende Fraktionierung des
europäischen Bürgertums, das sich einem mehr globalisierten
Weltzustand unter amerikanischer Führung oder einer
globalisierungskritischen Strömung zu verschreiben beginnt. Während
die Globalisierungsfanatiker bekennen, die vermeintliche
Zivilisierung der Welt auch mit kriegerischen Mitteln durchsetzen
zu wollen, beanspruchen ihre europäischen Gegner, für eine
friedliche Angleichung der ökonomischen Widersprüche einzutreten
und nur im äußersten Fall ihre Truppen zu beordern.
Es ist diese Konstellation, die der vorliegende Band behandelt. Und als hätten die Herausgeber vorhergesehen, daß sich der Irak-Aggression der USA eine oppositionelle Dreierallianz entgegenstellen würde, untersuchen sie die Potenziale des ,,Empire"und ,,Contre-Empire"auf ihre Tragfähigkeit für eine friedliche, die ökonomischen Widersprüche transzendierende Welt.
Dass dabei auf die USA nicht der Schimmer irgendeiner Hoffnung fällt, wird die Leser nicht überraschen. Erstaunlicher mag es scheinen, dass auch der Gegenpol globalisierungskritischer Herrschaftsfraktionen (und ihrer Massenorganisationen) den Autoren keine Perspektive bietet. In diesen Globalisierungskritikern erkennen die Verfasser lediglich eine konkurrierende Variante derselben Welteroberungspolitik, deren territoriales Zentrum auf dieser Seite des Atlantiks liegt und prinzipiell von derselben Art ist wie das ,,Empire".
Entscheidend, so die Analyse, sei aber nicht der Herrschaftsort, sondern das Herrschaftsregime, also die soziale Ordnung einer wie immer zusammenwachsenden Welt, in der die Zustände globaler Ausplünderung grundsätzlich geändert werden müssen, um den verbleibenden Reichtum gleich zu verteilen und den Menschen zu einem freien Wesen zu entwickeln. Weder Washington noch seine europäischen Konkurrenten offerieren dafür ein Konzept und gleichen sich wie in einem seitenverkehrten Spiegel, heißt es in der ,,Presentation"des Bandes.
Unter den Einzelbeiträgen sei der Aufsatz von Yvonne Bollmann hervorgehoben ( ,,Un programme federal pour l'Europe"), die sich einer Begleiterscheinung des Kampfes der imperialistischen Hauptmächte widmet: Dem Zerfall der Staatensouveränität aller anderen. Mit wechselnden Begründungen und Theorien wird sie angesichts territorialer Ambitionen des jeweils Stärkeren zersetzt. Zum wiederholten Mal (und zum wiederholten Mal mit Gewinn) untersucht Yvonne Bollmann das deutsche Konzept der Entstaatlichung Europas, das Berlin als Zentrum des Kontinents anstrebt und den französischen Prinzipien konträr ist.
Es ist diese Konstellation, die der vorliegende Band behandelt. Und als hätten die Herausgeber vorhergesehen, daß sich der Irak-Aggression der USA eine oppositionelle Dreierallianz entgegenstellen würde, untersuchen sie die Potenziale des ,,Empire"und ,,Contre-Empire"auf ihre Tragfähigkeit für eine friedliche, die ökonomischen Widersprüche transzendierende Welt.
Dass dabei auf die USA nicht der Schimmer irgendeiner Hoffnung fällt, wird die Leser nicht überraschen. Erstaunlicher mag es scheinen, dass auch der Gegenpol globalisierungskritischer Herrschaftsfraktionen (und ihrer Massenorganisationen) den Autoren keine Perspektive bietet. In diesen Globalisierungskritikern erkennen die Verfasser lediglich eine konkurrierende Variante derselben Welteroberungspolitik, deren territoriales Zentrum auf dieser Seite des Atlantiks liegt und prinzipiell von derselben Art ist wie das ,,Empire".
Entscheidend, so die Analyse, sei aber nicht der Herrschaftsort, sondern das Herrschaftsregime, also die soziale Ordnung einer wie immer zusammenwachsenden Welt, in der die Zustände globaler Ausplünderung grundsätzlich geändert werden müssen, um den verbleibenden Reichtum gleich zu verteilen und den Menschen zu einem freien Wesen zu entwickeln. Weder Washington noch seine europäischen Konkurrenten offerieren dafür ein Konzept und gleichen sich wie in einem seitenverkehrten Spiegel, heißt es in der ,,Presentation"des Bandes.
Unter den Einzelbeiträgen sei der Aufsatz von Yvonne Bollmann hervorgehoben ( ,,Un programme federal pour l'Europe"), die sich einer Begleiterscheinung des Kampfes der imperialistischen Hauptmächte widmet: Dem Zerfall der Staatensouveränität aller anderen. Mit wechselnden Begründungen und Theorien wird sie angesichts territorialer Ambitionen des jeweils Stärkeren zersetzt. Zum wiederholten Mal (und zum wiederholten Mal mit Gewinn) untersucht Yvonne Bollmann das deutsche Konzept der Entstaatlichung Europas, das Berlin als Zentrum des Kontinents anstrebt und den französischen Prinzipien konträr ist.




