Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), eine
staatlich finanzierte Massenorganisation mit gegenwärtig
ca. 267.000 Mitgliedern, arbeitet im offiziellen Auftrag der
Bundesregierung, um ,,die Gräber der deutschen
Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu
pflegen". Nach eigenen Angaben betreuen fast 13.000
ehrenamtliche und 560 hauptamtliche Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen etwa 1,9 Millionen Kriegsgräber auf über
724 Friedhöfen in 100 Ländern der Erde. Die Leichen der
Kriegstoten werden aus verstreuten Grablagen gesammelt und
auf zentralen Friedhöfen bestattet.
Der VDK verfügt über ein Gesamthaushaltsvolumen von zur Zeit über 40 Millionen Euro. Neben Mitgliedsbeiträgen und Spenden sind darin Zuwendungen der Bundesregierung und der Bundesländer enthalten; von 1994 bis 2002 insgesamt 62,61 Millionen DM (ca. 32 Millionen Euro).
Die Schirmherrschaft über den VDK übt der jeweilige deutsche Bundespräsident aus, zur Zeit also Johannes Rau. Abgeordnete sämtlicher Bundestagsparteien kontrollieren in einer volksgemeinschaftlichen Koalition die Arbeit des VDK. Das Auswärtige Amt und die deutschen diplomatischen Vertretungen stehen dem Verein ebenso zur Seite wie die Bundeswehr (durch Arbeitseinsätze von Bundeswehrsoldaten im Ausland und durch Materialhilfe).
Der VDK verfügt über ein Gesamthaushaltsvolumen von zur Zeit über 40 Millionen Euro. Neben Mitgliedsbeiträgen und Spenden sind darin Zuwendungen der Bundesregierung und der Bundesländer enthalten; von 1994 bis 2002 insgesamt 62,61 Millionen DM (ca. 32 Millionen Euro).
Die Schirmherrschaft über den VDK übt der jeweilige deutsche Bundespräsident aus, zur Zeit also Johannes Rau. Abgeordnete sämtlicher Bundestagsparteien kontrollieren in einer volksgemeinschaftlichen Koalition die Arbeit des VDK. Das Auswärtige Amt und die deutschen diplomatischen Vertretungen stehen dem Verein ebenso zur Seite wie die Bundeswehr (durch Arbeitseinsätze von Bundeswehrsoldaten im Ausland und durch Materialhilfe).
1919 - 1933: ,,Heiliger Haß gegen den Erbfeind"
Der VDK verdankt seine Gründung im Jahre 1919
nationalistischen Kreisen, die nach der Niederlage im 1.
Weltkrieg Grenzrevisionen verlangten und die Gräberpflege
für Wehrpropaganda nutzten. 1923 etwa verklärte der
damalige Präsident, der Pfarrer Fritz Siems, den ,,Haß,
der augenblicklich die deutsche Seele packt, (...) den Haß
gegen den Erbfeind" Frankreich als heiligen Hass:
,,(...) wir verstehen, was das alte Testament meinte: Du
sollst Deinen Freund lieben und Deinen Feind hassen, Auge um
Auge, Zahn um Zahn."
Emmo Eulen, ein Nachfolger als VDK-Präsident, nannte als Gründungsziele ,,die heldische Lebensauffassung im deutschen Volks wiederzuerwecken; die Ehrenstätten unserer Gefallenen in aller Welt zu Mahnmalen deutscher Art auszugestalten und die Opferbereiten zu einer Gemeinschaft im Volksbund zu sammeln." Diese Ziele seien den ,,art- und volksfremden Machthabern des Jahres 1919" nicht genehm gewesen, klagte er.
In der Zeit der Weimarer Republik war der VDK zunehmender öffentlicher Kritik ausgesetzt; so erklärte etwa der sozialdemokratische preußische Ministerpräsident Otto Braun 1930, bei den Veranstaltungen des VDK werde ,,das Gedächtnis der Toten mißbraucht (...), um einen gewissen, verderblichen Revanchegedanken zu wecken und wachzuhalten."
Emmo Eulen, ein Nachfolger als VDK-Präsident, nannte als Gründungsziele ,,die heldische Lebensauffassung im deutschen Volks wiederzuerwecken; die Ehrenstätten unserer Gefallenen in aller Welt zu Mahnmalen deutscher Art auszugestalten und die Opferbereiten zu einer Gemeinschaft im Volksbund zu sammeln." Diese Ziele seien den ,,art- und volksfremden Machthabern des Jahres 1919" nicht genehm gewesen, klagte er.
In der Zeit der Weimarer Republik war der VDK zunehmender öffentlicher Kritik ausgesetzt; so erklärte etwa der sozialdemokratische preußische Ministerpräsident Otto Braun 1930, bei den Veranstaltungen des VDK werde ,,das Gedächtnis der Toten mißbraucht (...), um einen gewissen, verderblichen Revanchegedanken zu wecken und wachzuhalten."
1933 - 1945: ,,Heldische Opfer" für das
,,Deutschtum"
In der Nazizeit wurde Eulen ,,Bundesführer" des
VDK und erklärte, es sei immer schon ,,nach dem
Führergrundsatz" gearbeitet worden. Am 30. Januar
1933 entbot er ,,ehrerbietige Grüße" des
Volksbundes ,,dem Führer des deutschen Volkes, dem
Kämpfer für Deutschlands Ehre und Macht" Adolf
Hitler. Der ,,Bundesamtsführer" Otto Margraf
erklärte 1944: ,,Volksbund Deutsche
Kriegsgräberfürsorge bedeutet Besinnung auf Ehre und
Größe der Nation, auf die heldischen Opfer und den
Todesmut unserer Gefallenen (...) auf das Deutschtum
überhaupt".
Nach 1945: Kooperation mit SS-Traditionsverbänden
Nachdem der VDK 1945 zunächst wie alle militaristischen und
nazistischen Organisationen verboten worden war, konnte er
in den westlichen Besatzungszonen schon 1946 seine Arbeit
wieder aufnehmen - unter der alten Führung: der
Nazi-,,Bundesamtsführer" Margraf wurde
Generalsekretär (bis 1969). Der VDK unterhielt (und
unterhält) zahlreiche Kontakte und Kooperationsbeziehungen
zu Personen und Organisationen aus dem Spektrum der
,,Vertriebenen"-Verbände und der Wehrmachts-
und SS-Traditionsverbände.
Zum Jahresende 1960 hatte der VDK fast 640.000 Einzelmitglieder und 60.000 korporative Mitglieder - darunter auch der Verband der Soldaten der ehemaligen Waffen-SS, die ,,Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Angehörigen der ehemaligen Waffen-SS" (HIAG). Hohe Funktionäre des VDK traten auf den Jahrestreffen der HIAG auf, so etwa der damalige Vizepräsident Hans-Otto Weber (SPD) 1982 in Bad Hersfeld. Nach heftiger öffentlicher Kritik an der Mitgliedschaft der Organisation der Nazi-Täter verzichtete die HIAG 1987 auf ihre Mitgliedschaft, ,,um Schaden vom Volksbund abzuwenden".
Zum Jahresende 1960 hatte der VDK fast 640.000 Einzelmitglieder und 60.000 korporative Mitglieder - darunter auch der Verband der Soldaten der ehemaligen Waffen-SS, die ,,Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Angehörigen der ehemaligen Waffen-SS" (HIAG). Hohe Funktionäre des VDK traten auf den Jahrestreffen der HIAG auf, so etwa der damalige Vizepräsident Hans-Otto Weber (SPD) 1982 in Bad Hersfeld. Nach heftiger öffentlicher Kritik an der Mitgliedschaft der Organisation der Nazi-Täter verzichtete die HIAG 1987 auf ihre Mitgliedschaft, ,,um Schaden vom Volksbund abzuwenden".
,,Förderung der Wehrhaftigkeit"
Die Kooperation aber wurde fortgesetzt: Die HIAG gründete
die ,,Kriegsgräberstiftung" ,,Wenn alle
Brüder schweigen", die fortan eng mit dem VDK
zusammenarbeitete. Die HIAG-Stiftung entsendet Beauftragte
in die Länder Osteuropas, die nach deutschen
Soldatengräbern suchen, sie kartografieren und
fotografieren und die gesammelten Informationen dem VDK zur
weiteren Auswertung übergeben. Darüberhinaus unterstützt
die SS-Traditionsstiftung die Arbeit des VDK durch Spenden;
die Mitgliederzeitschrift des VDK ,,Stimme &&
Weg" 2/2000 etwa vermeldet den Eingang eines
großen Betrags der Stiftung ,,Wenn alle Brüder
schweigen", ,,für den wir uns ganz herzlich
bedanken".
Der VDK ist - gemeinsam mit Untergliederungen der HIAG und diversen militaristischen Traditionsverbänden - ebenfalls Mitglied im ,,Gemeinsamen Ausschuß" von Soldatenverbänden und Reservistenorganisationen, der laut einer im August 1997 verabschiedeten Vereinbarung unter anderem für die ,,Förderung der Wehrhaftigkeit unserer Demokratie nach innen und außen" und die ,,Pflege und Wahrung soldatischer ethischer Werte" eintritt.
Der VDK ist - gemeinsam mit Untergliederungen der HIAG und diversen militaristischen Traditionsverbänden - ebenfalls Mitglied im ,,Gemeinsamen Ausschuß" von Soldatenverbänden und Reservistenorganisationen, der laut einer im August 1997 verabschiedeten Vereinbarung unter anderem für die ,,Förderung der Wehrhaftigkeit unserer Demokratie nach innen und außen" und die ,,Pflege und Wahrung soldatischer ethischer Werte" eintritt.
,,Hitlers Veteranen" als ,,heldenhafte
Idole"
Nachdem bereits 1994 Kritik an der Verwendung von
nazistischen Symbolen (insbesondere auch Dienstgrade der
Waffen-SS) auf Grabstätten des VDK laut wurde, sorgte die
,,Pflege und Wahrung soldatischer ethischer
Werte" durch den VDK-Funktionär Peter Hild, der
Jugendlager des VDK leitete, 1998 für öffentliches
Aufsehen. Der SPD-nahe Informationsdienst ,,blick nach
rechts" berichtete, dass Hild in verschiedenen
,,ultrarechten Publikationen" Artikel
veröffentlichte, unter anderem in ,,Der
Freiwillige", dem langjährigen Organ der HIAG, die
ihm für seine Verdienste sogar deren Ehrennadel verlieh.
Hild hatte die Inhaftierung des Nazi-Kriegsverbrechers Erich
Priebke bedauert, ,,Hitlers Veteranen" (die enge
Verbindungen zu bundesdeutschen Rechtsextremen unterhalten)
zu ,,heldenhaften Idolen" stilisiert und
behauptet, die deutsche Wehrmacht sei ,,die am
anständigsten gekämpft habende Streitmacht des Zweiten
Weltkrieges" gewesen.
Hild war im Dezember 1997 von Bundespräsident Herzog für seine ,,überragenden Verdienste auf dem Gebiet der Kriegsgräberfürsorge" das Bundesverdienstkreuz verliehen worden - auf Vorschlag des zum Präsidenten des VDK aufgestiegenen Hans-Otto Weber.
Hild war im Dezember 1997 von Bundespräsident Herzog für seine ,,überragenden Verdienste auf dem Gebiet der Kriegsgräberfürsorge" das Bundesverdienstkreuz verliehen worden - auf Vorschlag des zum Präsidenten des VDK aufgestiegenen Hans-Otto Weber.
Sinngebung für das Massensterben
Auf den zahlreichen vom VDK errichteten Gedenkstätten
werden unter anderem martialische ,,Totenhallen"
errichtet, ,,Totenbücher" in Bronze,
,,Ehrenkreuze" und andere Kultgegenstände
dienen der nachträglichen Sinngebung und überhöhen das
Massensterben der Weltkriege. Jährlich pilgern zehntausende
deutsche Besucher an die Kriegsgräberstätten, auf denen
einfache Soldaten, aber auch unzählige SS-Angehörige,
Kriegsverbrecher und Verbrecher gegen die Menschheit
begraben liegen. Bilaterale Abkommen oder durch Verbalnoten
gesicherte Vereinbarungen zwischen Deutschland und den
Staaten, auf deren Territorium deutsche Kriegstote bestattet
sind, sichern das deutsche Recht auf ,,Erhaltung und
Pflege der Kriegsgräber" im Ausland und benennen
den VDK als die auf deutscher Seite mit diesen Fragen
betraute Organisation.
Nach der politischen Wende in Osteuropa konnte der VDK seine Arbeit auch dort aufnehmen, wo im Zweiten Weltkrieg etwa drei Millionen deutsche Aggressoren den Tod fanden, mehr als doppelt so viele wie auf den Kriegsgräberstätten im Westen ruhen. Der VDK hat während der letzten Jahre über 190 Friedhöfe des Zweiten Weltkrieges und 170 Anlagen aus dem Ersten Weltkrieg in Ost-, Mittel- und Südosteuropa wieder hergerichtet bzw. neu angelegt, darunter 35 zentrale Sammelfriedhöfe. Weitere ca. 50 Anlagen sind zur Zeit im Bau bzw. werden instand gesetzt. Auch bei dieser Arbeit kooperiert der VDK vertraulich und eng mit revanchistischen ,,Vertriebenen" und militaristischen Traditionsverbänden.
Nach der politischen Wende in Osteuropa konnte der VDK seine Arbeit auch dort aufnehmen, wo im Zweiten Weltkrieg etwa drei Millionen deutsche Aggressoren den Tod fanden, mehr als doppelt so viele wie auf den Kriegsgräberstätten im Westen ruhen. Der VDK hat während der letzten Jahre über 190 Friedhöfe des Zweiten Weltkrieges und 170 Anlagen aus dem Ersten Weltkrieg in Ost-, Mittel- und Südosteuropa wieder hergerichtet bzw. neu angelegt, darunter 35 zentrale Sammelfriedhöfe. Weitere ca. 50 Anlagen sind zur Zeit im Bau bzw. werden instand gesetzt. Auch bei dieser Arbeit kooperiert der VDK vertraulich und eng mit revanchistischen ,,Vertriebenen" und militaristischen Traditionsverbänden.
,,Schlacht von Tannenberg"
Zwei Beispiel können den Charakter dieser Zusammenarbeit
verdeutlichen. Der ,,Kameradschaftsbund
Fallschirmpanzerkorps" - die Organisation der
Angehörigen der Nazi-Eliteeinheit
,,Fallschirm-Panzer-Korps 'Hermann Göring"'
- berichtet von einer Mitgliederreise zur Einweihung zweier
Soldatenfriedhöfe nach ,,Nordostpreußen"
(Kaliningrad), die 1999 stattgefunden hat. In Gesprächen
mit einem Vertrauensmann des VDK für
,,Nordostpreußen" habe dieser einen Weg
aufgezeigt, die erforderliche Genehmigung für die
Aufstellung eines Gedenksteines zu erhalten. Der
,,Gräberdienstleiter" des VDK habe mitteilen
können, dass es nun endlich gelungen sei, die
Soldatenfriedhöfe des ,,Fallschirm-Panzer-Korps 'Hermann
Göring"', angelegt im Herbst 1944, zu finden
und mit der Umbettung auf einen deutschen Soldatenfriedhof
zu beginnen. Bei symbolischen Einweihungen deutscher
Leichenstätten sprachen u.a. der Moskauer Botschafter v.
Studnitz, der Sprecher der ,,Landsmannschaft
Ostpreußen", Wilhelm v. Gottberg, der Präsident
des Bundes Deutscher Fallschirmjäger, Prof. Dr. Bliss und
der Vorsitzende des ,,Kameradschaftsbund
Fallschirmpanzerkorps", der ,,Kamerad"
Wilfried Seide.
Die Jugendorganisation ,,Landsmannschaft Ostpreußen", die ,,Junge Landsmannschaft Ostpreußen" (JLO) - die offen revanchistische junge Kräfte aus Burschenschaften und der ,,Neuen Rechten" bündelt - , führte in den 1990er Jahren in Absprache mit dem VDK Jugendlager unter anderem in Polen durch. Nachdem sich die ,,Landsmannschaft Ostpreußen" von der JLO trennen musste, weil sich Mitglieder verbotener Neonazi-Organisationen ungehindert breit machen konnten, setzt die neue offizielle Jugendorganisation ,,Bund Junges Ostpreußen" die ,,Kriegsgräberpflegeaktionen" fort.
Die vergangene Pflegeaktion im Sommer 2002 ist für die Sinnhaftigkeit deutscher ,,Kriegsgräberfürsorge" bezeichnend. Die Aktion galt unter anderem einem Denkmal, das an den ,,Einfall der Russen in Ostpreußen im August 1914 und dessen erfolgreiche Abwehr durch deutsche Truppen" erinnert, an ,,die berühmte Schlacht von Tannenberg (...), in der die in Ostpreußen eingedrungenen russischen Truppen entscheidend geschlagen werden konnten", heißt es in einem Bericht. In der Nazizeit wurde 1936 zur Erinnerung an diese ,,siegreiche Schlacht" ein Gedenkstein errichtet: ,,Dieser zwischenzeitlich geschändete und völlig zugewachsene Gedenkstein wurde nun in mühevoller Kleinarbeit wiederhergestellt."
Der VDK arbeitet auch bei der Einrichtung von Gedenkstätten mit, die den Anliegen der revanchistischen ,,Vertriebenen"-Verbände unmittelbar verpflichtet sind. Eine Gedenkstätte für Deutsche, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Polen umgesiedelt werden sollten, ist am 16. September im polnischen Lambinowice eingeweiht worden. Unter den Geehrten, die 1945 und 1946 in einem Internierungslager in Lambinowice umgekommen waren, befanden sich auch engagierte Nazis. Der VDK, der die Schirmherrschaft über die Veranstaltung innehatte, sprach von einem ,,bedeutenden Schritt in der polnischen Auseinandersetzung mit den Verbrechen an den Vertriebenen".
Die Jugendorganisation ,,Landsmannschaft Ostpreußen", die ,,Junge Landsmannschaft Ostpreußen" (JLO) - die offen revanchistische junge Kräfte aus Burschenschaften und der ,,Neuen Rechten" bündelt - , führte in den 1990er Jahren in Absprache mit dem VDK Jugendlager unter anderem in Polen durch. Nachdem sich die ,,Landsmannschaft Ostpreußen" von der JLO trennen musste, weil sich Mitglieder verbotener Neonazi-Organisationen ungehindert breit machen konnten, setzt die neue offizielle Jugendorganisation ,,Bund Junges Ostpreußen" die ,,Kriegsgräberpflegeaktionen" fort.
Die vergangene Pflegeaktion im Sommer 2002 ist für die Sinnhaftigkeit deutscher ,,Kriegsgräberfürsorge" bezeichnend. Die Aktion galt unter anderem einem Denkmal, das an den ,,Einfall der Russen in Ostpreußen im August 1914 und dessen erfolgreiche Abwehr durch deutsche Truppen" erinnert, an ,,die berühmte Schlacht von Tannenberg (...), in der die in Ostpreußen eingedrungenen russischen Truppen entscheidend geschlagen werden konnten", heißt es in einem Bericht. In der Nazizeit wurde 1936 zur Erinnerung an diese ,,siegreiche Schlacht" ein Gedenkstein errichtet: ,,Dieser zwischenzeitlich geschändete und völlig zugewachsene Gedenkstein wurde nun in mühevoller Kleinarbeit wiederhergestellt."
Der VDK arbeitet auch bei der Einrichtung von Gedenkstätten mit, die den Anliegen der revanchistischen ,,Vertriebenen"-Verbände unmittelbar verpflichtet sind. Eine Gedenkstätte für Deutsche, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Polen umgesiedelt werden sollten, ist am 16. September im polnischen Lambinowice eingeweiht worden. Unter den Geehrten, die 1945 und 1946 in einem Internierungslager in Lambinowice umgekommen waren, befanden sich auch engagierte Nazis. Der VDK, der die Schirmherrschaft über die Veranstaltung innehatte, sprach von einem ,,bedeutenden Schritt in der polnischen Auseinandersetzung mit den Verbrechen an den Vertriebenen".
,,Musik für deutsche Eroberer"
Der VDK selbst klagt inzwischen über ,,stetig wachsende
Widerstände" gegen seine Arbeit, die doch einen
humanitären Auftrag habe und unter dem Motto stehe:
,,Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den
Frieden". Insbesondere in Osteuropa muss der VDK
immer wieder Rückschläge vermelden, selbst bei
Prestigeobjekten wie der Einweihung eines deutschen
Soldatenfriedhofs vor Wolgograd, dem früheren
Stalingrad.
In dem Dorf Rossoschka, das die deutsche Wehrmacht dem Erdboden gleichgemacht hatte, sollte ein zentraler Soldatenfriedhof für ca. 40.000 bis 50.000 deutsche Gefallene eingeweiht werden. Der VDK versuchte, die Zustimmung der Behörden und der Bevölkerung zu gewinnen, und renovierte die heruntergekommene Grundschule von Rossoschka, stattete sie mit Fernsehern, Videogeräten und Kleinrechnern aus und beschaffte einen Schulbus. Dem Dorfkrankenhaus im benachbarten Ort spendete er einen Rollstuhl und Medikamente. Für die geplante feierliche Eröffnung des Soldatenfriedhofs am 15. Mai 1999 hatte der VDK die Wolgograder Konzerthalle gebucht. Aus Deutschland sollten Bundestagspräsident Thierse (SPD) sowie 1.000 alte Kameraden und Kriegerwitwen eingeflogen werden.
Die Gegner der Friedhofspläne betrachteten die Geschenke allerdings schlichtweg als ,,Bestechung". Sie erklärten, die Dörfer wären niemals derart verfallen, wenn nicht die Deutschen ,,hier so schlimm gehaust hätten", musste die deutsche Presse berichten. In der Gebietsduma wurde die Errichtung eines ,,grandiosen Mahnmals" für die deutschen Besatzer kritisiert: Ein halbes Jahrhundert nach Kriegsende fühlten sich die Deutschen wieder so selbstsicher, dass sie ihre gefallenen Soldaten als ,,unschuldige Opfer" darstellten und ihnen ,,marmorne Denkmäler" setzen wollten, erklärte ein Abgeordneter. Bei der Eröffnung würde ,,Musik zu Ehren der gefallenen deutschen Eroberer, Mörder und Gewalttäter" gespielt werden jener Invasoren, die im Stalingrader Kessel zu Recht ein ruhmloses Ende gefunden hätten, hieß es weiter.
Die Gebietsduma verabschiedete schließlich eine Verordnung, die dem deutschen Botschafter in Moskau, v. Studnitz, zugeleitet wurde: ,,Aufgrund der Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland an der Nato-Aggression gegen Jugoslawien", so beschieden die Provinzabgeordneten den Diplomaten, werde ,,die feierliche Eröffnung der Gräberstätte deutscher Soldaten in Rossoschka, Wolgograder Gebiet, abgesagt".
In dem Dorf Rossoschka, das die deutsche Wehrmacht dem Erdboden gleichgemacht hatte, sollte ein zentraler Soldatenfriedhof für ca. 40.000 bis 50.000 deutsche Gefallene eingeweiht werden. Der VDK versuchte, die Zustimmung der Behörden und der Bevölkerung zu gewinnen, und renovierte die heruntergekommene Grundschule von Rossoschka, stattete sie mit Fernsehern, Videogeräten und Kleinrechnern aus und beschaffte einen Schulbus. Dem Dorfkrankenhaus im benachbarten Ort spendete er einen Rollstuhl und Medikamente. Für die geplante feierliche Eröffnung des Soldatenfriedhofs am 15. Mai 1999 hatte der VDK die Wolgograder Konzerthalle gebucht. Aus Deutschland sollten Bundestagspräsident Thierse (SPD) sowie 1.000 alte Kameraden und Kriegerwitwen eingeflogen werden.
Die Gegner der Friedhofspläne betrachteten die Geschenke allerdings schlichtweg als ,,Bestechung". Sie erklärten, die Dörfer wären niemals derart verfallen, wenn nicht die Deutschen ,,hier so schlimm gehaust hätten", musste die deutsche Presse berichten. In der Gebietsduma wurde die Errichtung eines ,,grandiosen Mahnmals" für die deutschen Besatzer kritisiert: Ein halbes Jahrhundert nach Kriegsende fühlten sich die Deutschen wieder so selbstsicher, dass sie ihre gefallenen Soldaten als ,,unschuldige Opfer" darstellten und ihnen ,,marmorne Denkmäler" setzen wollten, erklärte ein Abgeordneter. Bei der Eröffnung würde ,,Musik zu Ehren der gefallenen deutschen Eroberer, Mörder und Gewalttäter" gespielt werden jener Invasoren, die im Stalingrader Kessel zu Recht ein ruhmloses Ende gefunden hätten, hieß es weiter.
Die Gebietsduma verabschiedete schließlich eine Verordnung, die dem deutschen Botschafter in Moskau, v. Studnitz, zugeleitet wurde: ,,Aufgrund der Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland an der Nato-Aggression gegen Jugoslawien", so beschieden die Provinzabgeordneten den Diplomaten, werde ,,die feierliche Eröffnung der Gräberstätte deutscher Soldaten in Rossoschka, Wolgograder Gebiet, abgesagt".
,,Kette von Behinderungen"
Mit dem Eklat von Wolgograd sei eingetreten, was der VDK
,,stets beflissen zu vermeiden suchte: Pünktlich zum 54.
Jahrestag des Kriegsendes ist seine meist geräuschlose
Arbeit in Russland Gegenstand öffentlichen Streits
geworden", kommentierte die deutsche Presse. In der
Tat mehren sich die Widerstände, denen der VDK begegnet. Im
Sommer dieses Jahres wandte sich schließlich der
VDK-Präsident Karl-Wilhelm Lange in einem Schreiben an den
deutschen Bundeskanzler Schröder und beklagte, der VDK
stehe ,,in jüngster Zeit vor stetig wachsenden
Widerständen" und einer ,,Kette von
Behinderungen". Vom Kanzler forderte er, auf
höchster Regierungsebene direkt beim russischen
Präsidenten Putin ,,darauf zu dringen, dass die
Behinderungen unserer Arbeit beendet werden".
Heldengedenken am ,,Volkstrauertag"
Ein zentrales Propagandamittel des VDK ist der
,,Volkstrauertag", der in der Weimarer Republik
eingeführt wurde, um der deutschen Gefallenen des 1.
Weltkriegs zu gedenken und nationalistische Stimmungen zu
verbreiten. 1934 wurde der ,,Volkstrauertag" zum
Staatsfeiertag erhoben und in ,,Heldengedenktag"
umbenannt. Träger waren bis 1945 die Wehrmacht und die
NSDAP, die Richtlinien über Inhalt und Ausführung erließ
der Reichspropagandaminister. Nach Gründung der
Bundesrepublik Deutschland wurde der
,,Volkstrauertag" vom VDK erneut betreut und
1950 erstmals mit einer Feierstunde im Plenarsaal des
Deutschen Bundestages begangen. Seitdem sei der jährlich
mit einer Vielzahl von Veranstaltungen begangene
,,Volkstrauertag" zu einem ,,Tag der Mahnung
zu Versöhnung, Verständigung und Frieden"
geworden, behauptet der VDK. Kritiker bestreiten die
Beschönigung der VDK-Arbeit und werfen der Organisation
vor, sie helfe, die Remilitarisierung der deutschen
Außenpolitik zu legitimieren.
Quellen:
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge; www.volksbund.de
,,Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen"; www.leuchtstift.de
Arbeitsteilung?; Antifaschistische Nachrichten 16/1998
Rechtsextreme Artikel: Muß Student Orden zurückgeben?; Berliner Morgenpost 20.02.1998
Peter Hild: Verleumdung und Haß als Lebensinhalt. Kritik eines Geschichtsstudenten an der Anti-Wehrmachtsausstellung; www.vho.org
Russland: Eklat um die toten Deutschen; Der Spiegel 10.05.1999
,,Ich hatt' einen Kameraden ...". Zwei beeindruckende Kriegsgräberstätten wurden in Ostpreußen eingeweiht; Das Ostpreußenblatt (Landsmannschaft Ostpreußen) 09.09.2000
Erinnerung wachhalten. Der Bund Junges Ostpreußen pflegt Kriegsgräber im Ermland; Junge Freiheit 06.09.2002
Quellen:
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge; www.volksbund.de
,,Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen"; www.leuchtstift.de
Arbeitsteilung?; Antifaschistische Nachrichten 16/1998
Rechtsextreme Artikel: Muß Student Orden zurückgeben?; Berliner Morgenpost 20.02.1998
Peter Hild: Verleumdung und Haß als Lebensinhalt. Kritik eines Geschichtsstudenten an der Anti-Wehrmachtsausstellung; www.vho.org
Russland: Eklat um die toten Deutschen; Der Spiegel 10.05.1999
,,Ich hatt' einen Kameraden ...". Zwei beeindruckende Kriegsgräberstätten wurden in Ostpreußen eingeweiht; Das Ostpreußenblatt (Landsmannschaft Ostpreußen) 09.09.2000
Erinnerung wachhalten. Der Bund Junges Ostpreußen pflegt Kriegsgräber im Ermland; Junge Freiheit 06.09.2002




