Die seit Juli 2002 verfügbare Broschüre vereint
Untersuchungen von neun Autoren, die zwischen Geschichte und
Gegenwart der Berliner Expansionspolitik überzeugende Verbindungen
herstellen. Neben einer soliden Zusammenfassung deutscher
Hegemonialtätigkeit in Osteuropa (Polen, Ungarn, Kaliningrad)
enthält die Publikation detaillierte Darstellungen subversiver
Grenzlandarbeit im Westen. Thomas Müller untersucht die
,,Grenzüberschreitende Regionalpolitik der NSDAP am Beispiel des
Städtedreiecks Aachen-Maastricht-Liege"und belegt mit den
vorgestellten Kartenwerken die territoriale deutsche Agression, die
mit semantischen Eingriffen in das fremde Staatsgebiet begann.
,,Die Grenzlandpolitik besaß ihre eigene Terminologie. Im
Mittelpunkt standen die Begriffsfelder 'Grenze' und 'Raum'.
Charakteristisch ist ein expansiver Begriff von Grenze, der
anstelle der völkerrechtlich gültigen Grenzlinie einen über
deutsches Staatsgebiet hinausreichenden 'Grenzraum' bzw. ein
'Grenzland' in den Vordergrund stellte"(Müller). Diese
Terminologie feiert in gegenwärtigen Darstellungen deutscher
Regionalisten Auferstehung. Eine Fortführung von Müllers Arbeiten
über die deutsche Expansionspolitik an der belgischen und
niederländischen Grenze (1945-2002) wäre von aktueller Bedeutung.
Bezug über: VVN/BdA Nordrhein-Westfalen, Gathe 55, 42017 Wuppertal
Bezug über: VVN/BdA Nordrhein-Westfalen, Gathe 55, 42017 Wuppertal




