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News in brief
Kapitulation des Rechts
03.02.2012
Deutschland muss italienische und griechische NS-Opfer und ihre Angehörigen nicht entschädigen.

Spionageschiff
17.01.2012
Die deutsche Kriegsmarine spioniert vor der Küste Syriens.

Von nationaler Bedeutung
28.09.2011
Eine Studie des IG Metall- Vorstands über den "militärischen Schiffbau" führt zu energischen Protesten.

Bertelsmann expandiert
25.08.2011
Die zu Bertelsmann gehörende RTL Group plant den Einstieg beim polnischen TV-Konzern TVN.

Partner in Asien
17.08.2011
Zur Stärkung der deutschen Position in Asien hat der Staatsminister im Auswärtigen Amt Werner Hoyer drei Staaten Südostasiens besucht.

Partner Vietnam
10.06.2011
Berlin strebt eine strategische Partnerschaft mit Vietnam an.

South Stream
22.03.2011
Die BASF-Tochter Wintershall beteiligt sich an der russischen Konkurrenz zur EU-Pipeline Nabucco.

Rasse
06.09.2010
Ein ehemaliger deutscher Bildungsminister plädiert für den Gebrauch des Wortes "Rasse" als Bezeichnung für Minderheiten.

Ungesühnt
20.08.2010
Das Massaker von Kunduz vom September 2009 bleibt ungesühnt.

Zwischen Russland und China
19.08.2010
Mit einer Reise in die Mongolei stärkt der deutsche Minister für Entwicklung die Stellung Berlins in Asien - gegen China.

Hans Derks: Deutsche Westforschung
19.04.2002
Ideologie und Praxis im 20. Jahrhundert
Leipzig : Akadamie Verl.-Anst., 2001
ISBN: 3-931982-23-8
24.50 EUR
Hans Derks, ein kritischer niederländischer Soziologe, liefert eine problemgeschichtliche Einführung in die Westforschung, die ein Gegenstück zu der berüchtigten deutschen Ostforschung darstellt. 1)Die Westforschung wurde demnach in den 1920er Jahren im ,,Bonner Institut für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande´´, im ,,Deutsch-Niederländischen Institut´´in Köln und im ,,Zentrum für Niederlande-Studien´´in Münster von Wissenschaftlern wie Hermann Aubin, Franz Steinbach, Max Braubach und Franz Petri entwickelt. Sie zielte - als Reaktion auf den Vertrag von Versailles - auf die Revision der deutschen Westgrenze und wollte zunächst die Abtretung von Elsaß-Lothringen und Eupen-Malmédy revidieren, stellte aber auch die ,,Saar- und die Luxemburgfrage´´. Dies sollte wissenschaftlich dadurch untermauert werden, dass der ,,deutsche Charakter´´dieser Gebiete nachgewiesen wurde, wobei mit Begriffen wie ,,Raum, Volk, Rasse, Reich´´operiert und ein germanischer Großraum unter deutscher Führung angestrebt wurde. 2)Das ,,flämisch-niederländische Brudervolk´´sollte als großniederländischer Teilstaat mit beschränkter Autonomie in diesem neuen Reich seinen gebührenden Führungsanteil haben. Große Teile der niederländischen Staatsbürokratie wie auch der Wissenschaftler kollaborierten mit den deutschen Westforschern und Raumplanern.

Der Autor weist zudem auf die Kontinuität der Westforschung nach 1945 hin. Aubin, Steinbach und Petri wurden mit Hilfe belgischer und niederländischer Kollegen ,,entnazifiziert´´und schon bald zu geschätzten Gesprächspartnern der deutschen Regierung und gern gesehenen Gästen in den Niederlanden und in Belgien. Ihre völkisch-rassistischen Ideen wurden von vielen dortigen Kollegen geteilt, so dass Derks von einer zweiten Kollaboration spricht. Die drei seit 1996 etablierten niederländischen Deutschlandinstitute in Amsterdam, Utrecht und Nijmegen arbeiten laut Derks genau wie das heutige ,,Zentrum für Niederlande-Studien´´in Münster immer noch im Geist der alten Grenzland- und Kulturraumtheorien.

1) s. dazu: Mechthild Rössler / Sabine Schleiermacher: Der ,,Generalplan Ost´´, im Archiv
2) s. dazu: Michael Fahlbusch: Wissenschaft im Dienst der nationalsozialistischen Politik. Die ,,Volksdeutschen Forschungsgemeinschaften"von 1931 - 1945, im Archiv

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