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Hitlers afrikanische Opfer
Raffael Scheck untersucht in seiner Studie "Hitlers afrikanische Opfer" die Massaker an schwarzen französischen Soldaten im Sommer 1940 in Frankreich und widerlegt damit die Legende vom "sauberen Westfeldzug" der Wehrmacht.
Kurznachrichten
Inseln verkaufen
04.03.2010
Round Table BMZ/BDI
01.03.2010
Truppensteller
11.01.2010
Unglaubwürdig
09.12.2009
Die politische Mitte
09.10.2009
Zur Sonne, zum Profit
07.10.2009
Elite gegen Unterschicht
06.10.2009
Kriegsverbrechen
02.10.2009
Jederzeit kriegsbereit
30.09.2009
Keine Kritik
16.09.2009
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"Wirksam abschieben"
21.07.2009
Gefährliche Botschaft
Die Vorwürfe, die Amnesty International (AI) bereits im Juni erhoben hat, beziehen sich auf die aktuelle Flüchtlingsabwehr der EU und berücksichtigen die geplanten weiteren Verschärfungen noch nicht. Wie AI in einer Erklärung zum Weltflüchtlingstag (20. Juni) urteilt, missachtet die EU die international geltenden Normen des Flüchtlingsschutzes "eklatant".[1] "Flüchtlinge riskieren ihr Leben, um Sicherheit zu finden, nur um weggeschickt zu werden, sobald sie Europa erreichen", erklärt AI: Die europäischen Regierungen müssten endlich "aufhören, Leben zu gefährden, und anfangen, ihre internationalen Verpflichtungen zum Schutz dieser verwundbaren Menschen zu erfüllen". Wie die Menschenrechtsorganisation warnt, untergraben die EU-Staaten mit ihrer völkerrechtswidrigen Praxis den Flüchtlingsschutz weltweit; sie "verbreiten eine gefährliche Botschaft über die Behandlung von Flüchtlingen".
Deutsche Zuarbeit
Insbesondere kritisiert AI die italienisch-libysche Abschiebekooperation. Italien greift seit Anfang Mai Bootspassagiere in internationalen Gewässern auf und liefert sie an libysche Stellen aus. Die gesetzlose Verschleppung von Menschen, die sich keines Vergehens schuldig gemacht haben - die freie Schifffahrt in internationalen Gewässern ist niemandem untersagt -, wird dadurch gekrönt, dass unter den Ausgelieferten sich zahlreiche schutzberechtigte Personen befinden. Das UN-Flüchtlingshilfswerk hat vor kurzem mehr als 80 Menschen, die von Italien an Libyen ausgeliefert wurden, befragt und festgestellt, dass eine größere Anzahl von ihnen internationalen Schutz beanspruchen darf. Ihre illegale Überstellung nach Libyen, das wegen seiner Menschenrechtsverstöße gegenüber Flüchtlingen berüchtigt ist, wurde außerdem teilweise mit brutaler Gewalt durchgeführt.[2] Seit Anfang Mai wurden mehr als 900 Menschen von italienischen Stellen in internationalen Gewässern aufgegriffen und zurückgeschoben, meist nach Libyen. Zumindest einmal war die deutsche Bundespolizei involviert: Mitte Juni gab die Besatzung eines Bundespolizei-Hubschraubers, der im Rahmen einer Frontex-Operation im Mittelmeer eingesetzt ist, Informationen über ein Flüchtlingsboot an die Frontex-Einsatzzentrale weiter.[3] Italienische Polizisten, die ebenfalls an der Frontex-Operation teilnehmen, konnten daraufhin den Zugriff durchführen.
Mittellos
Scharfe Kritik übt AI auch an den Lebensbedingungen von Flüchtlingen in Griechenland. Die katastrophale dortige Situation, die seit langem von der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl angeprangert wird [4], ist mittlerweile gerichtlich festgestellt worden. Die deutschen Behörden hatten einen Asylsuchenden aus Iran nach Griechenland abgeschoben, weil er über Griechenland in die Bundesrepublik geflohen war; damit ist laut den Bestimmungen der EU - Deutschland hat sie durchgesetzt, um möglichst viele Migranten sofort abweisen zu können - Griechenland als erster EU-Staat auf dem Fluchtweg für Asylfragen zuständig.[5] Wie das Verwaltungsgericht in Frankfurt am Main nun urteilt, sind die Verhältnisse in Griechenland mit einem fairen und gerechten Asylverfahren keineswegs vereinbar. "Das Asylverfahren ist eine Farce: Die Anhörung erfolgt im Minutentakt, statt eines Dolmetschers müssen andere Flüchtlinge in gebrochenem Griechisch übersetzen", fasst Pro Asyl die Situation zusammen. "Flüchtlinge werden mittellos in die Obdachlosigkeit gedrängt, überleben nur aufgrund von Armenspeisungen."[6]
The Future Group
Während Menschenrechtsorganisationen schwere Vorwürfe erheben, vermeldet die EU-Flüchtlingsabwehrbehörde Frontex erste "Erfolge". Vor allem die Abschiebeübereinkunft mit Libyen habe die Zahl der Migranten, die Italien erreichten, stark verringert, berichtet ein Frontex-Funktionär; ihm zufolge dürfte die Zahl der Bootsflüchtlinge, die lebend EU-Territorium erreichen, dieses Jahr um 20 bis 25 Prozent sinken.[7] Die deutsch-europäische Flüchtlingsabwehr hat damit noch längst nicht ihren Höhepunkt erreicht. Dies zeigt der Entwurf für ein "Stockholmer Programm", das im Dezember während der EU-Ratspräsidentschaft Schwedens verabschiedet werden soll. Der Entwurf, der im Juni von der EU-Kommission publiziert worden ist, basiert auf den Vorschlägen einer Arbeitsgruppe ("The Future Group"), die die deutsche Ratspräsidentschaft sowie Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble Anfang 2007 gegründet haben.[8] Er umfasst verschiedene Vorschläge zur weiteren Abschottung der EU-Außengrenzen und verlangt unter anderem die "Einführung einer wirksamen Abschiebungs- und Rückführungspolitik".[9]
Vorbild
Für die Zeit nach der Verabschiedung des "Stockholmer Programms" kündigt Spanien engagierten Einsatz für die Vorschläge der von Berlin initiierten "The Future Group" an. Wie Madrid mitteilt, wird es 2010 seine EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um den "Kampf gegen die irreguläre Migration" weiter zu verschärfen. Vor allem müssten neue Abkommen mit Herkunfts- und Transitländern der Migranten geschlossen werden, erklärt der spanische Ministerpräsident und nennt als Vorbild ein spanisch-marokkanisches Abkommen.[10] Genau dieses gehörte zu den Elementen der EU-Flüchtlingsabwehr, die Amnesty International zum Weltflüchtlingstag ganz besonders kritisierte: Spaniens bilaterale Übereinkünfte mit afrikanischen Staaten "werden benutzt, um willkürliche Festnahme, Inhaftierung und Abschiebung von Asylsuchenden und Migranten in diesen Ländern zu rechtfertigen", urteilt die Menschenrechtsorganisation. Dass die Übereinkünfte dennoch in der EU als vorbildlich gelten, offenbart den Stellenwert, den humanitäre Aspekte in Berlin und in Brüssel besitzen.
Bitte beachten Sie auch unser EXTRA-Dossier Festung Europa.
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