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Hitlers afrikanische Opfer
Raffael Scheck untersucht in seiner Studie "Hitlers afrikanische Opfer" die Massaker an schwarzen französischen Soldaten im Sommer 1940 in Frankreich und widerlegt damit die Legende vom "sauberen Westfeldzug" der Wehrmacht.
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So beschloss der Kulturausschuss der Stadt Bochum (Bundesland Nordrhein-Westfalen) in der vergangenen Woche, Gleis 1 des Bochumer Hauptbahnhofs für einen mehrtägigen Aufenthalt des Zuges vorzusehen.[1] In Bochum werden bereits Vorbereitungen für die Spurensuche nach deportierten Kindern und Jugendlichen getroffen - ebenso wie in Dortmund. Dieses Material soll insbesondere von Schulklassen in den "Zug der Erinnerung" eingebracht werden, bevor er seine Fahrt zur Gedenkstätte Auschwitz fortsetzt.
Bündnisse
Auch die Stadt Gotha (Thüringen) will ein würdiges Andenken an die Deportierten und möchte die Zugausstellung deswegen in den gerade renovierten Hauptbahnhof bringen. Ähnliche Pläne verfolgen Initiatoren in Darmstadt, Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart und Tübingen. "In Leipzig kommt der Hauptbahnhof unbedingt in Betracht", heißt es bei dem dortigen "Aktionskreis gegen Rechts" auf Anfrage dieser Redaktion. Dem Bündnis gehören unter anderem die DGB-Region, das Friedenszentrum Leipzig, die sozialdemokratische Jugendorganisation (Jusos), die Leipziger SPD, die Partei DIE LINKE sowie die Israelitische Gemeinde zu Leipzig an.[2] Ähnliche Bündnisse bestehen auch in Dresden, Bautzen und Görlitz - weitere Zielstationen des "Zuges der Erinnerung" auf seinem Weg zur Gedenkstätte des größten Massenmordes der neueren Geschichte. In Auschwitz sollen die Lebenszeugnisse der Kinder und Jugendlichen im kommenden Frühjahr symbolisch niedergelegt werden.[3]
Großverbrechen
Die breiten Bündnisse des Gedenkens haben ein gegenwärtiges Ziel: dem virulenten Antisemitismus und aufflackernden Rassenwahn ebenso entgegenzutreten wie nationalistischen Größenideen radikaler Gruppierungen. Deswegen widmet sich die Zugausstellung nicht ausschließlich den in Deutschland deportierten Kindern. Nach Angaben der Initiatoren wurden über 12.000 in Deutschland gebürtige Minderjährige verschleppt und ermordet. Diese Schicksale sind jedoch grenzübergreifend und lassen die europäische Dimension des Großverbrechens ahnen: Viele der Deportierten konnten zeitweise im Ausland Zuflucht finden, aber wurden dort von der deutschen Militärexpansion eingeholt.
Antislawisch
Ihr Weg in die Lager führt über Zwischenstationen des überfallenen Exils, so in den Niederlanden, Belgien, Frankreich oder Italien. Gemeinsam mit ihren europäischen Leidensgefährten wurden sie in die Vernichtung transportiert. Nach nicht bestätigten Schätzungen starben etwa 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche, weil sie Juden waren oder deutschen Rasseurteilen verfielen. Unter den jugendlichen Opfern befinden sich Sinti und Roma ebenso wie Polen und Russen. Polnische Gefangene gehörten zu den ersten Arbeitssklaven im Konzentrationslager Auschwitz, weil ihre slawische Herkunft der jüdischen gleichgestellt wurde. Sowohl antisemitische wie antislawische Vorurteile bestimmen bis heute das rassistische Milieu in Deutschland.
Erben
Der "Zug der Erinnerung" wird seine deutschlandweite Fahrt im November beginnen und dabei über 3.000 Kilometer zurücklegen - auf den Schienen der früheren Transporte. "Fast sämtliche deutschen Bahngleise waren in das Deportationsgeschehen einbezogen. Die europaweite Logistik der Verschleppung und Vernichtung hätte ohne die Dienste der Reichsbahn nicht funktionieren können", schreiben die Organisatoren, ohne auf die Erben des verbrecherischen Reichsbahn-Unternehmens einzugehen. Die heutige Bahn AG hatte sich über zwei Jahre geweigert, eine Ausstellung über die deportierten Kinder und Jugendlichen in den deutschen Bahnhöfen zuzulassen. Dabei machte sie mehrfach von ihrem Hausrecht Gebrauch und verhinderte das Zeigen von Portraits der Deportierten.[4]
Verhandlungen
Die Deportationsausstellung im "Zug der Erinnerung" kann von der Bahn AG legal nicht gestoppt werden: Die Gleise unterstehen einer Regulierungsbehörde der Bundesrepublik Deutschland, die auf den diskriminierungsfreien Zugang zum Schienennetz achten soll. Zuständig ist das Bundesverkehrsministerium. Ob es sich bei der Bahn AG für eine störungsfreie Fahrt des Zuges einsetzt und die Belegung zentraler Bahnhofsanlagen erwirkt, war auf Anfrage nicht zu erfahren. Wie es in Bochum heißt, stehe man mit dem Bahnunternehmen in Verhandlungen, um auf Gleis 1 gedenken zu dürfen.
Patenschaften
Die hohen Kosten der bundesweiten Kampagne tragen die beteiligten Bürgerinitiativen. Unterstützungsangebote des Verkehrsministeriums, staatlicher Institutionen oder der Bahn AG liegen nach Auskunft der Initiatoren nicht vor. Sie rufen zu privaten oder kommunalen Streckenpatenschaften auf, um das Netz des Gedenkens auszuweiten und dem Rechtsextremismus "aus eigener Kraft, entschlossen und würdig" entgegenzutreten.
Ausführliche Informationen zum "Zug der Erinnerung" finden Sie unter www.zug-der-erinnerung.eu.
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