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Hitlers afrikanische Opfer
Raffael Scheck untersucht in seiner Studie "Hitlers afrikanische Opfer" die Massaker an schwarzen französischen Soldaten im Sommer 1940 in Frankreich und widerlegt damit die Legende vom "sauberen Westfeldzug" der Wehrmacht.
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Im Vorfeld des Berliner Gedenkens und der Proteste im Berliner Hauptbahnhof hatte der Bahnvorsitzende Mehdorn die Veranstalter schriftlich aufgefordert, ihre geplante Pressekonferenz abzusagen und auf die Information der Bahnreisenden zu verzichten. In dem Schreiben, das dieser Redaktion vorliegt, heißt es über die französische Ausstellung der Opferorganisation "Fils et Filles des Déportés Juifs de France" (FFDJF), die hunderte Fotos der deportierten jüdischen Kinder zeigt, sie werde von Mehdorn "als nicht sehr überzeugend angesehen". Diese Abwertung gilt Exponaten, die über mehrere Jahre erfolgreich durch 18 französische Reisebahnhöfe gewandert sind; Teile der Ausstellung von Serge und Beate Klarsfeld befinden sich in den Museen Yad Vashem (Israel) und im Holocaust-Museum Washington (USA). Im März wird die erweiterte Ausstellung im Pariser Rathaus (Hotel de Ville) zu sehen sein.
Kalt
Ähnlich abfällig wie  Mehdorn äußerte sich der Leiter "Schienenverkehr" des Technik-Museums Berlin, Alfred Gottwald, am Vorabend des 27. Januar über die Gedenkkultur der Opfer. Gottwald ist von Mehdorn beauftragt worden, ein DB-eigenes Projekt zusammenzustellen, nachdem der öffentliche Druck zu groß geworden ist.[1] Der Mehdorn-Beauftragte Gottwald rügt die bereits existierende französische Ausstellung mit Fotos der Ermordeten, da sie lediglich „eine große Zahl langer Tabellen und Hunderte von Kinderfotos“ zeige - ohne zu erwähnen, was es mit den "Tabellen" auf sich hat: Es sind die 85 NS-Deportationslisten, die Serge Klarsfeld rekonstruiert hat, um die Kinder anhand ihrer Namen und Geburtsorte der Anonymität zu entreißen. "Das möge ergreifend sein", räumt Gottwald kalt ein, "mache aber alleine noch keine gute Ausstellung aus".[2] (Foto: Bahnbedienstete auf dem Berliner Hauptbahnhof versuchen am 27. Januar ein Transparent zu entreissen. "Was die DB nicht zeigen will: 11000 jüdische Kinder - verfolgt, deportiert, ermordet", heißt es auf dem großformatigen Transparent. Die Protestdemonstration wurde durchgesetzt, nachdem die Teilnehmer angekündigt hatten, sich vor laufender Kamera aus dem Bahnhof tragen zu lassen.)
Emotionen
Daß es der Bahn AG um Abwehr des menschlichen Mitgefühls  und der Trauer geht, hat die Konzernspitze mehrmals angedeutet. In Gestalt des DB-Beauftragten Gottwald kommt diese Haltung jetzt zur Kenntlichkeit. Laut Frau Klarsfeld, die sich auf ein Gespräch mit Gottwald am 11. Januar bezieht, habe dieser zu erkennen gegeben, "dass es in Deutschland gefährlich ist, Fotos jüdischer Kinder zu zeigen, weil vorgeworfen werden kann, Emotionen zu schüren."[3] Aber wie sollte das Schicksal der zehntausenden Kinder nicht Gefühle bewegen? Warum sind Gefühle "in Deutschland gefährlich"? In einer Presseerklärung von Frau Klarsfeld und ihrer Opferorganisation heißt es: "Mit diesem Historiker können wir nicht zusammenarbeiten". (Foto: Beate Klarsfeld - links - und Lea Rosh forderten auf dem Berliner Hauptbahnhof eine sofortige Würdigung der Deportationsopfer und eine gleichberechtigte Beteiligung der französischen und deutschen Initiatoren.)
Beifall
In sämtlichen Bahnhöfen und Zügen setzten sich die Mitglieder der Bürgerinitiativen gegen Gedenk- und Protestverbote durch. Zwischen Karlsruhe, Mannheim und Frankfurt a. M. organisierten sie eine Informationsstafette und reisten in mehreren IC-Zügen mit.  Fotos und Flyer erinnerten an die deportierten Kinder. "Die jüdischen Kinder aus Karlsruhe, Mannheim und Frankfurt, die auf diesen Gleisen in den Tod gereist sind, könnten heute als Urgroßmütter oder Urgroßväter unter uns sein, wenn sich die Demokraten damals rechtzeitig gemeinsam gegen den aufkommenden Faschismus gewehrt hätten"[4], heißt es in einer Ansprache, die in den Großraumwagen gehalten wurde. "Es kam zu spontanen Beifallskundgebungen in den Abteilen", berichtet ein Mitarbeiter des Südwestfunks, der die Bürgerinitiative begleitete. (Foto: Teilnehmer der Info-Stafette auf dem Mannheimer Hauptbahnhof). Der Mannheimer Bürgermeister Dr. Peter Kurz sagte bei der städtischen Holocaustgedenk-Veranstaltung: "Angesichts der Weigerung der Deutschen Bahn, die Ausstellung von Beate Klarsfeld über 11000 von der Reichsbahn in die Vernichtungslager deportierte jüdische Kinder auf deutschen Bahnhöfen zu zeigen, möchte ich mich den zahlreichen Appellen an Herrn Mehdorn anschließen (...) Es geht nicht um Übertragung von Schuld, sondern um heutige Verantwortung. Es ist bedauerlich, wenn dies einem öffentlichen Unternehmen klargemacht werden muss." Bereits am Vorabend des 27. Januar hatten Bürgerinitiativen in Frankfurt a. M. vor der dortigen Börse angekündigt, sie würden die bevorstehende Aktienausgabe des Konzerns "kritisch begleiten".
Erinnerung verboten
Bei Beginn der Gedenkveranstaltung auf dem Würzburger Hauptbahnhof versuchte das Bahnhofsmanagement,  auf die Inhalte der geplanten Reden Einfluß zu nehmen und verlangte, diese "in der gebotenen Kürze" zu halten. Gemeint waren Ansprachen des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Würzburg, Dr. Josef Schuster, des Vertreters der "Initiative Elftausend Kinder", Prof. em. Dr. Ekkehart Krippendorff, sowie des evangelischen und katholischen Dekans der Stadt. Weil Redeinhalte mit Bezug auf die Bahn AG dem Bahnmanagement mißfielen, drohte es die Durchsetzung seines Hausrechts an und verbot weitere Ansprachen. Auch auf dem Bahnhof Schweinfurt, der Ziel des "Zugs der Erinnerung" war[5], wurde den Veranstaltern untersagt, sich an die Reisenden zu wenden. (Foto: Der "Zug der Erinnerung" zeigte in historischen Wagen Fotos und Dokumente der Deportationen aus Mainfranken und aus dem besetzen Paris. Auf den Stationen wurde Infomaterial verteilt. Durch Anmietung einer Bahntrasse war es gelungen, den Ausstellungsboykott des Berliner Bahnmanagements zu umgehen.) Das Redeverbot der Bahn AG machte es unmöglich, die Ansprache des Vertreters der jüdischen Gemeinde auf dem Schweinfurter Hauptbahnhof zur Kenntnis zu bringen. german-foreign-policy.com dokumentiert den vollständigen Wortlaut im Anhang.
Sprechchöre

Fotos: In Halle protestierte die örtliche Initiative in der Innenstadt, nachdem sie unter Androhung polizeilicher Zwangsmittel des Bahnhofs verwiesen worden war. Dort hatten die Demonstranten mit Sprechchören auf den Ausstellungsboykott der Bahn AG reagiert, die demnächst an der Börse vermarktet werden soll, aber das zeitnahe und gemeinsame Gedenken an die deportierten jüdischen Kinder verweigert: "Wenn ihr an die Börse geht, müsst ihr uns mitnehmen". In der Innenstadt zeigten die Demonstranten Fotos der Deportierten. Die Initiative verteilte 2000 Flyer.
Bahn erinnern

Fotos: In Köln gelang es der Initiative "Bahn erinnern" in Zusammenarbeit mit zahlreichen örtlichen Arbeitsgruppen, vor dem Eingang des Kölner Hauptbahnhofs diesen "Reichsbahn"-Waggon aufzustellen. Der historische Wagen wurde mit einem Spezialkran auf ein Schienenjoch gehievt. Hier werden in der laufenden Woche Informations- und Gedenkveranstaltungen stattfinden, die zahlreiche Opfergruppen der NS-"Reichsbahn"-Deportationen ehren sollen.
Bitte lesen Sie hierden Wortlaut der Ansprache des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Würzburg, die wegen des Redeverbots auf dem Bahnhof Schweinfurt nicht zur Kenntnis gebracht werden konnte.
Prof. em. Dr. Ekkehart Krippendorffs Ansprache finden Sie hier
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