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Hitlers afrikanische Opfer
Raffael Scheck untersucht in seiner Studie "Hitlers afrikanische Opfer" die Massaker an schwarzen französischen Soldaten im Sommer 1940 in Frankreich und widerlegt damit die Legende vom "sauberen Westfeldzug" der Wehrmacht.
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Keine Kritik
16.09.2009
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Nachfolger
26.10.2006
Die Presseerklärung von Serge Klarsfeld wird inzwischen von mehreren internationalen Agenturen zitiert [1] und sorgt im Auswärtigen Amt für Tätigkeit. Obwohl die autorisierte Übersetzung unter anderem dpa vorliegt, wird der vollständige Text im deutschen Sprachgebiet nicht verbreitet [2]. In der Erklärung, die german-foreign-policy.com dokumentiert [3], wirft Klarsfeld dem Bahnchef vor, Mehdorn wage es, die Ausstellung "11.000 jüdische Kinder - mit der Reichsbahn in den Tod" zu verunglimpfen. Die Ausstellung war mit Unterstützung der französischen Bahnorganisation SNCF und deren Präsidenten durch rund 20 Stationen gewandert und wurde von Hunderttausenden Reisenden gesehen. Mehdorns Angriffe richten sich deswegen mittelbar gegen das französische Schwesterunternehmen der Bahn AG, schlussfolgert die Presseerklärung. Im Namen der von ihm geleiteten Opferorganisation FFDJF (Söhne und Töchter der deportierten Juden Frankreichs) äußert Klarsfeld sein "Bedauern", dass Mehdorn den deutschen Reisenden die "ungeheure Tragödie" der deportierten jüdischen Kinder vorenthalten wolle. Unter den elftausend Ermordeten befanden sich etwa 600 Kinder deutscher und österreichischer Eltern.
Nicht informiert
Die Isolierung des Bahnchefs und die durch ihn zunehmende Beschädigung außenpolitischer Interessen veranlasst den Bundesminister für Verkehr zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Minister Tiefensee hatte gehofft, mit Mehdorn einen stillschweigenden Kompromiss zu schließen und den Hamburger Mäzen Reemtsma für eine entsprechende Ausstellung als Ausrichter zu gewinnen. Statt die Exponate (Fotos und Dokumente der Kinder) im öffentlichen Bahnhofsbereich zu zeigen (so die Überlegungen des Ministers), könnten sie in zwei historischen Waggons und auf einem Extra-Gleis untergebracht werden. Dieses Konzept hätte Mehdorns Widerstand gegen eine allseits sichtbare Präsentation der Opfer berücksichtigt und die bisherigen Initiatoren (FFDJF sowie die deutsche Initiative "Elftausend Kinder") weitgehend neutralisiert. "Wir waren ohne großes Aufsehen sehr weit, der Startschuss stand kurz bevor", erklärt Tiefensee das beabsichtigte Vorgehen in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".[4] Die Vorbereitungen mit Reemtsma, Mehdorn und der Spitze des Zentralrats der Juden in Deutschland [5] fanden ohne Kenntnis der französischen Opferorganisation um Serge und Beate Klarsfeld statt. Auch die deutsche Initiative "Elftausend Kinder" wurde vom Ministerium nicht informiert, obwohl sich ihre Repräsentanten mehrmals zu Gesprächen mit dem Stab des Ministers in Berlin aufhielten.[6]
Irgendwer
Statt des beabsichtigten Startschusses unter Ausschluss der Initiatoren kam es zwischen Tiefensee und Mehdorn zu einem "schweren Zusammenstoss".[7] Mehdorn lehnte auch den angebotenen Kompromiss ab. Das "heftige Wortgefecht", in dem Mehdorn mit "brutal(en)" Äußerungen hervorgetreten sein soll [8], endete in einem Eklat. Als der Dissens öffentlich zu werden drohte, räumte Mehdorn am Wochenende widerwillig ein, offensichtlich gebe es "einen Bedarf" [9], über die Verbrechensgeschichte der Reichsbahn zu informieren, dem er nun nachkommen wolle - allerdings wiederum außerhalb der Bahnhöfe und mit Inhalten, die er in eigener Vollmacht bestimme, "und nicht wie irgendwer uns das vorschreiben möchte".
Suggerieren
Eine im Nürnberger Bahnmuseum bereits bestehende Ausstellung solle "auf den neuesten Forschungsstand" gebracht werden, um anschließend abseits des eigentlichen Reiseverkehrs geparkt und mit einem "Hinweis" an das Bahnpublikum versehen zu werden. Bei diesem Konzept beruft sich Mehdorn ebenfalls auf den Berliner Zentralrat, mit dem die Bahn in "engem Kontakt" stehe. Der Bezug soll suggerieren, man verfüge über eine autorisierte Deutungshoheit und handele bei der Darstellung der deutschen Verbrechensgeschichte in Übereinstimmung mit den Opfern. Dem Bahn-Konzept hält der Verkehrsminister entgegen, die Deportation der elftausend Kinder habe sich "an ganz öffentlichen Orten abgespielt, an Bahnhöfen. Deshalb gehört die Ausstellung an die gleichen Orte, auf die Bahnhöfe."[10] Allerdings brauche die Bahn "jemanden, der mit diesem schwierigen Thema umgehen kann": Jan Philipp Reemtsma.
Nicht vorbei
Die zwischen dem Tiefensee-Ministerium und der Bahnspitze eskalierenden Auseinandersetzungen, bei denen das Hamburger Reemtsma-Institut als Stichwortgeber für einen politischen Kompromiss helfen soll, werden in Paris kommentarlos verfolgt. Wie "Fils et Filles des Déportés Juifs de France" (FFDJF), die Initiatoren der Ausstellung, auf Anfrage bestätigen, haben sie von der Deutungskonkurrenz zwischen dem Berliner Ministerium und der Bahnspitze erst aus der Presse erfahren. Informationen des Verkehrsministeriums bleiben ebenso aus wie Kontaktversuche der Bahn oder des Reemtsma-Instituts. "Serge Klarsfeld ist nicht nur der bedeutendste Forscher auf dem Gebiet der französischen Reichsbahn-Deportationen; er ist auch im Präsidium der französischen staatlichen Stiftung 'Für das Gedenken an die Shoah' tätig, gemeinsam mit Simone Veil", bemerkt Prof. em. Dr. Wolfgang Popp in einem Interview mit dieser Redaktion. Popp gehört dem deutschen Teil einer wissenschaftlichen Steuerungsgruppe der Ausstellung "Elftausend jüdische Kinder - mit der Reichsbahn in den Tod" an. Die französische Seite präsidiert Serge Klarsfeld. "Wer in Deutschland über die Reichsbahn-Deportationen und ihre Opfer sprechen will, wird an Serge Klarsfeld nicht vorbei kommen."
Empathie
Wie Popp hervorhebt, nehmen die deutschen Initiativgruppen bei der Realisierung des Gedenkens an die Deportationsopfer eine maßgebliche Stellung ein. "Wenn es überhaupt Barrieren gegen das Vergessen und gegen die Radikalisierung der bürgerlichen Mitte gibt", dann durch die Basisinitiativen, sagt Popp. "So wichtig die Verwissenschaftlichung der Verbrechensgeschichte ist, so unentbehrlich ist die emotionale Identifikation mit den Opfern. Die Basis jeder Erinnerung ist Empathie. Ohne die Initiativgruppen in inzwischen über zehn Städten wird es keine erfolgreiche Ausstellung über die Deportationen, wird es kein wirkliches Gedenken geben können."
Bitte lesen Sie das vollständige Interview mit Prof. em. Dr. Wolfgang Popp.
Die Presseerklärung des Präsidenten der französischen Opferorganisation "Fils et Filles des Déportes Juifs de France", Serge Klarsfeld, veröffentlichen wir in unserer Rubrik Dokumente.
Umfassende Informationen über die Tätigkeit von "Fils et Filles des Déportes Juifs de France" sowie über die deutschen Initiativen enthält unser EXTRA-Dossier Elftausend Kinder - auf dem deutschen Schienennetz nach Auschwitz.
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