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Auf den Spuren moderner Sklaverei
Zehntausende Nigerianerinnen stehen
in Europa als Zwangs-Prostituierte auf der Straße: bestellt, verkauft,
ausgeliefert. Mary Kreutzer und Corinna Milborn liefern einen fundierten
Bericht über Frauenhandel von Afrika nach Europa.
Kurznachrichten
Überprüfung
09.10.2008
Ohne Erfolg
03.10.2008
Nach Ostasien
26.09.2008
Kontrolleure
18.09.2008
Expansionslaune
25.08.2008
Zugriff
21.08.2008
Neue Kluft
20.08.2008
Weiterstricken
12.08.2008
Nationale Sicherheit
08.07.2008
Ehrgeizige Ziele
07.07.2008
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Boykott durchbrechen
06.10.2006
Aktionen zu Ehren der verschleppten Reichsbahn-Opfer kündigen Initiativen in den Regionen Hamburg, Köln, Frankfurt am Main, Mannheim, Karlsruhe, Weimar und Leipzig an. Demonstrationen und Veranstaltungen sollen im Umfeld des 9. November stattfinden und an die ersten Massendeportationen auf dem deutschen Schienennetz im Jahr 1938 erinnern. Damals folgten den Brandschatzungen jüdischen Eigentums Verhaftungen und Internierungen hunderter Deutscher, die der Ethno-Ordnung der Berliner Regierung anheim fielen oder politisch missliebig waren. Sie wurden von der Reichsbahn in Konzentrationslager verbracht.
In Viehwaggons
Auf die Deportationserfahrungen des November 1938 konnte die Deutsche Reichsbahn zurückgreifen, als sie wenige Jahre später zum größten Logistiker der NS-Massenverbrechen wurde. Beispielhaft und für die Skrupellosigkeit der deutschen Politik kennzeichnend sind die Bahn-Deportationen jüdischer Kinder aus Frankreich. Ihre letzte Reise führte über das zentrale deutsche Schienennetz. Für die Todesfahrten ließ sich die Deutsche Reichsbahn Personenentgelte zahlen.[1] Unter den etwa elftausend Deportierten waren über 600 Kinder deutscher und österreichischer Emigranten. Auf dem Weg in die Vernichtungslager fuhren viele von ihnen durch die Bahnhöfe ihrer Heimatorte - in Viehwaggons.
Bündnisse
Deportationsprotokolle, die der französische Historiker Serge Klarsfeld in mehrjähriger Arbeit rekonstruierte, erlauben eine genaue Identifizierung der Opfer. Die Initiativgruppen halten entsprechende Namenslisten bereit, aus denen die deutsche Herkunft der verschleppten Kinder hervorgeht. Neben großstädtischen Zentren (Berlin, Frankfurt am Main, Leipzig u.a.) werden auch Mittel- und Kleinstädte als Ausgangspunkte der Todesodyssee genannt, so Bonn, Darmstadt, Duisburg, Hachenburg, Plauen, Rust, Tiengen oder Worms. Die Initiativgruppen rufen dazu auf, in diesen und anderen Orten lokale Bündnisse einzugehen, um die Bahn-Reisenden im Umfeld des 9. November an das namentlich bekannte Schicksal der Verschleppten zu erinnern.
Umwidmung
Die bereits tätigen Initiativen haben angekündigt, zu unterschiedlichen Aktionsformen zu greifen, die ihren jeweiligen Möglichkeiten entsprechen. So werden an einigen Orten Führungen stattfinden, um die Deportationslogistik der früheren Reichsbahn an weiter bestehenden Einrichtungen der heutigen Bahn AG nachzuvollziehen. Andere Initiativen wollen Reisende durch Filmvorführungen informieren oder planen die Umwidmung heutiger Bahnbezeichnungen, um Namen der Deportationsopfer zu ehren. Da die Todeszüge grenzüberschreitend verkehrten, werden die Ehrungen auch benachbarte Regionen einbeziehen, heißt es bei der Initiative Elftausend Kinder. Bündnisse, die im Umkreis des diesjährigen 9. November erstmalig an die Ermordeten erinnern wollen, werden aufgerufen, mit Fotos der Kinder oder Kunstinstallationen in den jeweiligen Bahnhofsbereichen zu informieren.
Exponate
Die von der Deutschen Bahn AG verweigerten Ausstellungen auf den Personenbahnhöfen werden inzwischen von städtischen Einrichtungen in der gesamten Bundesrepublik eingeladen - in einer reduzierten und mit Eigenmitteln ausgestalteten Version. Neben Leipzig [2] haben Veranstalter in Potsdam, Pforzheim, Eutin und Delmenhorst angefragt, ob eine leihweise Präsentation der Exponate möglich ist. Bei den Ausstellungsgegenständen handelt es sich vor allem um Fotos und letzte Briefe der Kinder, die sie auf die Gleise der Deutschen Reichsbahn warfen. Wegen der Kosten für die inhaltliche Aktualisierung und den Transport der Ausstellung ist eine Ausweitung des bundesweiten Umlaufs gegenwärtig unmöglich. Die Initiativen hoffen, dass die reduzierte Ausstellungsversion die eigentliche Bahnhofsausstellung flankieren und überall dort zu sehen sein wird, wo die Bahnhofsausstellung nicht aufgebaut werden kann.
Vorbereitet
Ob es zur Erinnerung an die elftausend Kinder und alle anderen Bahndeportierten durch einvernehmliche Absprachen mit der Bahn AG kommt, ist weiter ungewiss.[3] Entsprechende Bemühungen des Bundesministers für Verkehr gingen bisher ins Leere. "Wir sind darauf vorbereitet, den Erinnerungsboykott zu durchbrechen und die Kinder im November zu ehren", heißt es bei den bundesweiten Initiativen auf Anfrage dieser Redaktion.
Bitte lesen Sie eine Auswahl der Namen und deutschen Herkunftsorte von Kindern, die von der Reichsbahn in die Vernichtungslager deportiert wurden.
Lesen Sie auch unser EXTRA-Dossier Elftausend Kinder.
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