Bitte lesen Sie das vollständige Interview mit Dr. Georg Girardet
Den Wortlaut der Rede von Dr. Volker Külow finden Sie hier.
Unser EXTRA-Dossier Elftausend Kinder informiert ausführlich über das geforderte Gedenken.
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Auf den Spuren moderner Sklaverei
Zehntausende Nigerianerinnen stehen
in Europa als Zwangs-Prostituierte auf der Straße: bestellt, verkauft,
ausgeliefert. Mary Kreutzer und Corinna Milborn liefern einen fundierten
Bericht über Frauenhandel von Afrika nach Europa.
Kurznachrichten
Überprüfung
09.10.2008
Ohne Erfolg
03.10.2008
Nach Ostasien
26.09.2008
Kontrolleure
18.09.2008
Expansionslaune
25.08.2008
Zugriff
21.08.2008
Neue Kluft
20.08.2008
Weiterstricken
12.08.2008
Nationale Sicherheit
08.07.2008
Ehrgeizige Ziele
07.07.2008
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Notfalls erzwingen
28.09.2006
Die in Berlin gescheiterten Gespräche waren auf Einladung des Verkehrsministeirum angesetzt worden und sollten die Bahn AG bewegen, das öffentliche Gedenken an die deportierten Kinder, aber auch an alle anderen Opfer der Reichsbahn-Verbrechen, auf den deutschen Reisebahnhöfen zu ermöglichen.[1] Obwohl eine entsprechende Ausstellung mit Fotos und Dokumenten der Deportierten auf über 18 Bahnhöfen der französischen Staatsbahn SNCF gezeigt werden konnte, weigert sich der deutsche Bahnvorstand seit zwei Jahren, diese Exponate dem Reisepublikum in der Bundesrepublik zugänglich zu machen. Angeblich fehlen dem milliardenschweren Unternehmen die notwendigen finanziellen Mittel, um die Ausstellung auszurichten und gegen Übergriffe zu sichern.[2]
Druck
Gegen das Gedenkverbot hatten in der Vergangenheit immer wieder Bürgerinitiativen protestiert und auf zahlreichen deutschen Bahnhöfen nichtgenehmigte Versammlungen abgehalten. Zu den Demonstrationen waren auch französische Opfer der deutschen Massendeportationen angereist [3], darunter Serge Klarsfeld, Präsident der FFDJF, und Beate Klarsfeld, Kuratorin der Ausstellung über die elftausend Kinder. Über 400 Persönlichkeiten und Organisationen verlangen in einem Offenen Brief die Freigabe der Bahnhöfe.[4] Nachdem die Proteste zu in- und ausländischen Pressenachfragen führten, schaltete sich das Berliner Verkehrsministerium unter Minister Wolfgang Tiefensee ein. In einem Interview mit der Jüdischen Allgemeinen forderte Tiefensee (SPD) von Bahnchef Mehdorn im Frühjahr, den Boykott der Ausstellungsinitiative aufzugeben.[5] Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland schloss sich an. Schließlich verlangten Bundestagsabgeordnete von SPD, Die Linke.PDS sowie CDU ein Ende des Gedenkverbots. Die Bundesregierung erklärte, sie begrüße das Gedenken. Anfang Juli schien es, als ob Mehdorn dem Druck nachgeben müsste - im Verkehrsministerium wurde zu mehrseitigen Gesprächen geladen.
Leer
Doch die Bahn AG erschien nicht und lehnte Kontakte mit den Opferorganisationen weiter ab. Wie das Verkehrsministerium damals mitteilte, hätte eine plötzliche Terminabsage des Zentralrats der Juden die Verschiebung des Treffens erfordert. Beate Klarsfeld (FFDJF/Paris) und die Vertreter der deutschen Initiative mussten unverrichteter Dinge abreisen.[6] Seitdem unterbreiteten die Initiatoren dem Ministerium insgesamt sechs neue Terminangebote, darunter das Angebot, am vergangenen Dienstag in Berlin mit den übrigen Beteiligten zusammenzutreffen. Das Ministerium bestätigte diesen Termin und lud für 15.00 Uhr zu den immer wieder verschobenen Gesprächen ein - erneut blieb die Bahn AG dem Treffen fern. Der Platz des vom Bahnvorstand beauftragten Bevollmächtigten (Herrmann Graf von der Schulenberg) blieb leer. Eine zeitnahe Realisierung der Ausstellung, die inzwischen von Stadtverwaltungen und öffentlichen Einrichtungen in mindestens sechs deutschen Städten angefordert wird, wird unmöglich gemacht.
Angemessen
In einer Pressemitteilung protestieren die deutschen Initiativen gegen die seit zwei Jahren fortdauernde Verschleppung des öffentlichen Gedenkens. "Der Boykott einer einfachen Fotoausstellung, die nichts mehr will, als auf den Bahnhöfen der letzten Reise dieser Kinder an ihr Schicksal zu erinnern, wirft ein Schlaglicht auf den politischen Zustand der Bundesrepublik" [7], heißt es in einer Stellungnahme von Frau Prof. Dr. Gudrun Hentges. Die erneute Weigerung der Bahn AG stelle eine Eskalation dar, auf die man angemessen antworten werde - "überall dort, wo die Deportierten ihre letzte Reise antreten mussten", ergänzt der Pressesprecher der Initiativen. "Der Boykott der Bahn AG wird uns nicht davon abhalten, das Gedenken gegen alle Widerstände durchsetzen - auf den Bahnhöfen und entlang der Todesstrecken."
Ohne Gegenstimmen
Die Aktivitäten der überparteilichen deutschen Initiativen und der Pariser Organisation FFDJF finden u.a. im Rat der Stadt Leipzig Unterstützung. Dort erinnerte Dr. Volker Külow (Die Linke.PDS) jetzt an das Schicksal mehrerer Leipziger Kinder, die den Todestransporten angehörten und ihren letzten Weg über die Leipziger Gleise der Deutschen Reichsbahn nahmen - nach Auschwitz. Der heutige Bahnvorstand habe "über viele Jahre" versucht, "die Erinnerung an die Deportationen mit billigen Ausflüchten zu verhindern" [8], sagte Külow im Stadtrat. "Die Ausstellung wäre (...) ein deutliches Zeichen im weiteren Kampf gegen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkleit und Rassismus." Külows Forderung, die vom Bahnvorstand boykottierten Exponate in den Leipziger Hauptbahnhof zu holen, schlossen sich sämtliche Fraktionen an - ohne Gegenstimmen.
Stark
In einem Interview mit dieser Redaktion macht sich Dr. Georg Girardet (FDP), Leipziger Bürgermeister und Kulturbeauftragter der Stadt, für eine Verbreitung der Ausstellung in Sachsen und Sachsen-Anhalt stark. "Sollte unsere Initiative hier in Leipzig positiv ausgehen, was ich sehr hoffe, dann fände ich es richtig, wenn auch in den Nachbarstädten Ähnliches auf den Weg gebracht würde."
Bitte lesen Sie das vollständige Interview mit Dr. Georg Girardet Den Wortlaut der Rede von Dr. Volker Külow finden Sie hier. Unser EXTRA-Dossier Elftausend Kinder informiert ausführlich über das geforderte Gedenken. |