german-foreign-policy.com: Haben Sie nach dem einstimmigen Stadtratsbeschluss bereits Kontakt mit der Bahn AG aufgenommen, um die Freigabe des Leipziger Hauptbahnhofs zu erreichen?
Dr. Georg Girardet: Unser Stadtratsbeschluss ist noch sehr jung. Wir haben daher bislang noch keinen Kontakt aufnehmen können, aber wir müssen ohnehin nicht mit der Bahn AG sprechen, sondern mit dem Centermanagement. Die Bahn verfügt ja nur noch über die Bahnsteige, dort könnte die Ausstellung gar nicht gezeigt werden.
gfp.com: Das Centermanagement, das Teile des Hauptbahnhofs gepachtet hat, lehnte vor einem Jahr die Präsentation der Ausstellung ab, angeblich weil dafür kein Platz zu finden wäre. Werden Sie eine erneute Ablehnung hinnehmen?
Girardet: Wir werden mit dem Centermanagement sprechen und versuchen, es für diesen Gedanken zu gewinnen. Sollte das Centermanagement die Anfrage ablehnen, dann ist das natürlich ein Problem für uns - wir können sie ja nicht dazu zwingen. Das alles geht nur einvernehmlich. Wie wir reagieren werden, falls unser Anliegen abgelehnt werden sollte, müssen wir dann überlegen. Druck auszuüben, das ist schwer möglich. Wir gehen jedoch davon aus, dass das Centermanagement unsere Überlegung positiv aufgreift.
gfp.com: Wird die Stadt Leipzig Forschungsgelder zur Verfügung stellen, um die Identität der aus Leipzig verschleppten Kinder zu rekonstruieren?
Girardet: Ich habe gerade mit Dr. Rodekamp, dem Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, gesprochen. Dort läuft ein größeres Forschungsprojekt über die aus Leipzig verschleppten Juden, unter anderem auch über die verschleppten Kinder. Teile davon werden in die Ausstellung integriert werden können. Es wird eine gewisse Zeit brauchen, zumal wir keine festen Stellen dafür haben - es läuft alles auf ABM-Basis. Wir gehen aber davon aus, dass in absehbarer Zeit - vielleicht in ein, zwei Jahren - die Recherchen zu den verschleppten Kindern abgeschlossen werden können.
gfp.com: Plant die Stadt, an die ermordeten Leipziger Kinder im oder vor dem Hauptbahnhof durch eine permanente Installation, einen Gedenkstein oder eine Tafel zu erinnern?
Girardet: Daran habe ich persönlich noch nicht gedacht. Wir haben hier in Leipzig für das Gedenken an das Schicksal der Juden schon eine Reihe Aktivitäten entfaltet. Wir führen alle zwei Jahre die jüdische Woche durch; jetzt sind wieder "Stolpersteine" des Künstlers Günter Demnig verlegt worden; es ist eine Holocaust-Gedenkstätte errichtet worden; wir haben die räumlichen Kapazitäten der Synagoge erweitert; wir sind dabei, ein jüdisches Begegnungszentrum aufzubauen. Ob es sinnvoll ist, noch zusätzlich eine permanente Installation am Hauptbahnhof zu schaffen, müssen wir in Ruhe besprechen.
gfp.com: Ermutigen Sie Ihre Kollegen in den sächsischen Nachbarstädten, durch die die Deportationszüge fuhren (z.B. Dresden), sich Ihrer Initiative anzuschließen?
Girardet: Sollte unsere Initiative hier in Leipzig positiv ausgehen, was ich sehr hoffe, dann fände ich es richtig, wenn auch in den Nachbarstädten Ähnliches auf den Weg gebracht würde. Wir würden uns dann gerne dafür einsetzen.
Dr. Georg Girardet: Unser Stadtratsbeschluss ist noch sehr jung. Wir haben daher bislang noch keinen Kontakt aufnehmen können, aber wir müssen ohnehin nicht mit der Bahn AG sprechen, sondern mit dem Centermanagement. Die Bahn verfügt ja nur noch über die Bahnsteige, dort könnte die Ausstellung gar nicht gezeigt werden.
gfp.com: Das Centermanagement, das Teile des Hauptbahnhofs gepachtet hat, lehnte vor einem Jahr die Präsentation der Ausstellung ab, angeblich weil dafür kein Platz zu finden wäre. Werden Sie eine erneute Ablehnung hinnehmen?
Girardet: Wir werden mit dem Centermanagement sprechen und versuchen, es für diesen Gedanken zu gewinnen. Sollte das Centermanagement die Anfrage ablehnen, dann ist das natürlich ein Problem für uns - wir können sie ja nicht dazu zwingen. Das alles geht nur einvernehmlich. Wie wir reagieren werden, falls unser Anliegen abgelehnt werden sollte, müssen wir dann überlegen. Druck auszuüben, das ist schwer möglich. Wir gehen jedoch davon aus, dass das Centermanagement unsere Überlegung positiv aufgreift.
gfp.com: Wird die Stadt Leipzig Forschungsgelder zur Verfügung stellen, um die Identität der aus Leipzig verschleppten Kinder zu rekonstruieren?
Girardet: Ich habe gerade mit Dr. Rodekamp, dem Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, gesprochen. Dort läuft ein größeres Forschungsprojekt über die aus Leipzig verschleppten Juden, unter anderem auch über die verschleppten Kinder. Teile davon werden in die Ausstellung integriert werden können. Es wird eine gewisse Zeit brauchen, zumal wir keine festen Stellen dafür haben - es läuft alles auf ABM-Basis. Wir gehen aber davon aus, dass in absehbarer Zeit - vielleicht in ein, zwei Jahren - die Recherchen zu den verschleppten Kindern abgeschlossen werden können.
gfp.com: Plant die Stadt, an die ermordeten Leipziger Kinder im oder vor dem Hauptbahnhof durch eine permanente Installation, einen Gedenkstein oder eine Tafel zu erinnern?
Girardet: Daran habe ich persönlich noch nicht gedacht. Wir haben hier in Leipzig für das Gedenken an das Schicksal der Juden schon eine Reihe Aktivitäten entfaltet. Wir führen alle zwei Jahre die jüdische Woche durch; jetzt sind wieder "Stolpersteine" des Künstlers Günter Demnig verlegt worden; es ist eine Holocaust-Gedenkstätte errichtet worden; wir haben die räumlichen Kapazitäten der Synagoge erweitert; wir sind dabei, ein jüdisches Begegnungszentrum aufzubauen. Ob es sinnvoll ist, noch zusätzlich eine permanente Installation am Hauptbahnhof zu schaffen, müssen wir in Ruhe besprechen.
gfp.com: Ermutigen Sie Ihre Kollegen in den sächsischen Nachbarstädten, durch die die Deportationszüge fuhren (z.B. Dresden), sich Ihrer Initiative anzuschließen?
Girardet: Sollte unsere Initiative hier in Leipzig positiv ausgehen, was ich sehr hoffe, dann fände ich es richtig, wenn auch in den Nachbarstädten Ähnliches auf den Weg gebracht würde. Wir würden uns dann gerne dafür einsetzen.