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Auf den Spuren moderner Sklaverei
Zehntausende Nigerianerinnen stehen
in Europa als Zwangs-Prostituierte auf der Straße: bestellt, verkauft,
ausgeliefert. Mary Kreutzer und Corinna Milborn liefern einen fundierten
Bericht über Frauenhandel von Afrika nach Europa.
Kurznachrichten
Reinrassig
13.11.2008
9. November
10.11.2008
Klare Vorteile
04.11.2008
Embassies meet Business
29.10.2008
Überprüfung
09.10.2008
Ohne Erfolg
03.10.2008
Nach Ostasien
26.09.2008
Kontrolleure
18.09.2008
Expansionslaune
25.08.2008
Zugriff
21.08.2008
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Konzernspitze der Bahn AG: Unversöhnlich
19.01.2006
Nach Konferenzschluss in der Villa "Am Großen Wannsee", die das Auswärtige Amt mit Unterstaatssekretär Luther, das Reichssicherheitshauptamt mit SS-Obersturmbannführer Eichmann beschickt hatte, begann in ganz Europa die letzte Stufe der deutschen Ethno-Politik: industrialisierte Ausrottung mittels Massendeportationen und "Vernichtung durch Arbeit". Hierfür stellte die "Deutsche Reichsbahn" anfangs Personenzüge, später Viehwaggons bereit - in Berlin am Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald. Für Erwachsene berechnete die "Deutsche Reichsbahn" vier Pfennig pro Kilometer, für Kinder die Hälfte. Die Deportationskosten hatte die jüdische Gemeinde zu zahlen. Insgesamt rund 58.000 Deutsche, die als "rassisch minderwertig" galten, wurden aus Berlin in die Vernichtungslager deportiert. Dabei arbeiteten "Polizei und Reichsbahner (...) Hand in Hand mit der SS".[1]
Zwingen
Nach der heutigen Kranzniederlegung im Berliner Bahnhof Grunewald beginnt eine bundesweite Demonstrations- und Veranstaltungsserie, die in Einrichtungen der Bahn AG an das Schicksal der Deportierten erinnern wird. In Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) ist eine Mahnwache am Hauptbahnhof geplant, die am 27. Januar um 18.00 Uhr beginnt. Um 19 Uhr findet im Rathaus der Stadt ein besonderes Gedenken statt; es gilt drei belgischen Männern, die einen deutschen Deportationszug mit 1.618 Insassen stoppten und 225 Gefangenen zur Flucht verhelfen konnten - mit einfachsten Mitteln. Um die Lokomotive zum Anhalten zu zwingen, stellten sie eine rote Laterne auf die Gleise.
Nach Auschwitz
"Wir hatten ein irres Glück", berichtet der letzte Überlebende des Befreiungskommandos über den erzwungenen Halt.[2] "Ich war überrascht von der ungeheuren Stille in diesem Moment. Man hörte keinen Laut, kein Vogelzwitschern. Nichts außer dem Zischen der Lokomotive. Ich ging zum Zug und stand direkt vor einem Waggon. Ich nahm meine Werkzeuge, öffnete die Tür." Unter den Befreiten, die fliehen konnten, war Simon Gronowski, ein damals elfjähriger Junge. Der heute 74jährige wird am 27. Januar in Wuppertal über die Aktion der belgischen Befreier berichten ("Das Kind aus dem 20. Deportationszug nach Auschwitz").
Ohne Rückkehr
Für etwa 11.000 Kinder, die in Frankreich verhaftet und auf dem Schienenweg in die deutschen Lager geschickt worden waren, fanden sich an der Gleisstrecke keine Helfer. Oft hielten die Züge mehrere Stunden. Aber Protest oder gar Befreiungsaktionen auf den Durchgangsbahnhöfen (Saarbrücken, Mannheim, Darmstadt, Frankfurt am Main, Fulda, Weimar, Leipzig, Dresden) sind nicht bekannt. Etwa 600 der Kinder waren in Deutschland aufgewachsen, nach Frankreich geflohen und sahen ihre Heimatstädte nun aus den Fensterverschlägen der "Reichsbahn"-Waggons wieder. Ungefähr 100 Deportierte kamen aus Österreich, ohne zurückzukehren.[3]
Lebendig
An diese jüdischen Kinder werden am 27. Januar Demonstranten im Hauptbahnhof Stuttgart mit Fotoplakaten und Dokumenten erinnern - gegen den Willen der Konzernspitze um den Bahn-Manager Hartmut Mehdorn ("Rambo").[4] Mehdorn hat eine ihm vorgeschlagene Ausstellung über die Deportationsereignisse in den deutschen Publikumsbahnhöfen abgelehnt und selbst Vermittlungsgespräche mit einer hochkarätigen Delegation zurückgewiesen.[5] Über die Weigerung setzt sich jetzt ein Personenbündnis hinweg und ruft zu der Stuttgarter Gedenkveranstaltung auf. Beteiligt sind u.a. Roswitha Ehlinger (Verein Waldheim Gaisburg e.V.), Gebhard Klehr (Stolpersteine Stuttgart Mitte) und Rudi Maier (DemoZ Ludwigsburg e.V.). Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di, Bezirk Stuttgart) und Vertreter der "Initiative Elftausendkinder" als Mitveranstalter [6] fordern in einem Flyer, die "Deportierten dem Vergessen zu entreißen und ihre Namen und Gesichter am Ort des Geschehens lebendig werden zu lassen" - am 27. Januar um 17.30 Uhr im Stuttgarter Hauptbahnhof.
Intransigent
Auf der Demonstration wird auch Beate Klarsfeld erwartet, die Repräsentantin der französichen Organisation "Fils et Filles des Déportés Juifs de France" (FFDJF/Söhne und Töchter der deportierten Juden Frankreichs). FFDJF hatte in den vergangenen Jahren eine Wanderausstellung durch die französischen Bahnhöfe organisiert und dadurch das Schicksal der 11.000 deportierten Kinder in Deutschland bekannter gemacht. Frau Klarsfelds Bemühungen um eine Übernahme der Fotos und Doklumente durch den Berliner Bahn-Konzern scheiterten an der intransigenten Haltung der Führungsgruppe um Hartmut Mehrdorn. Um die Botschaft der Ausstellung dennoch nach Deutschland gelangen zu lassen, hat ver.di Stuttgart (Bärbel Illi, Gerhard Manthey) die Präsentation einer reduzierten Fassung ermöglicht. Zur Eröffnung im Lichthof des Stuttgarter Gewerkschaftshauses lädt ver.di am 27. Januar um 14 Uhr ein. german-foreign-policy.com wird über weitere Gedenk-Veranstaltungen berichten.
Bitte lesen Sie den Brief an die DB-Konzernspitze im Wortlaut.
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