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Gabriele del Grande: Das Meer zwischen uns
Flucht und Migration in Zeiten der Abschottung: Jahrelang hat Gabriele del Grande recherchiert, unter Flüchtlingen, auf Ämtern, in Abschiebehaft. Er deckt Missstände bei europäischen Behörden und in europäischen Gesetzen auf, prangert sie an, verleiht inhaftierten und verfolgten Flüchtlingen eine Stimme.
Kurznachrichten
Kapitulation des Rechts
03.02.2012
Spionageschiff
17.01.2012
Von nationaler Bedeutung
28.09.2011
Bertelsmann expandiert
25.08.2011
Partner in Asien
17.08.2011
Partner Vietnam
10.06.2011
South Stream
22.03.2011
Rasse
06.09.2010
Ungesühnt
20.08.2010
Zwischen Russland und China
19.08.2010
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Demütigende Übernahme
11.09.2005
Die Expansion in Frankreich will die Deutsche Bahn AG (DB) sowohl im Personen-
als auch im Güterverkehr vollziehen. Im Personenverkehr ist der Einsatz eines
deutschen ICE-Zuges (ICE 3) auf den Strecken Frankfurt-Paris (über Mannheim,
Kaiserslautern und Saarbrücken) sowie Stuttgart-Paris (über Karlsruhe)
geplant. Die Zulassung des deutschen Zuges für das französische Schienennetz,
um die sich die Deutsche Bahn seit 1995 bemüht, sei von den französischen
Behörden aus Konkurrenzgründen verschleppt worden, heißt es in der deutschen
Presse. DB und SNCF werden zum 1. Januar 2006 ein Gemeinschaftsunternehmen
mit Sitz in Saarbrücken gründen, das den Verkehr auf den beiden
grenzüberschreitenden Strecken organisieren soll. Der erste ICE-Einsatz in
Frankreich ist für Mitte 2007 geplant.
Potenziale
Für die Expansion im Schienengüterverkehr plant die DB ebenfalls eine
Kooperation mit der SNCF. Bereits heute teilen sich die DB-Tochter Railion
und die französische SNCF Fret den Verkehr zwischen vier großen
Rangierbahnhöfen auf beiden Seiten der deutsch-französischen Grenze. Die
Kooperation solle nun "verbessert" werden, um die "Potenziale des
deutsch-französischen Warenaustauschs" nach der endgültigen Entstaatlichung
des europäischen Schienenverkehrs im Jahr 2008 zu realisieren, erklärt das
für Transport und Logistik zuständige Vorstandsmitglied der DB.[1] Ihm
zufolge werden im europäischen Schienengüterverkehr allenfalls "drei, vier
große Player übrig bleiben". Schon jetzt zeichnet sich ein scharfer
Konkurrenzkampf um die deutsch-französischen Strecken, aber auch um die
Nord-Süd-Routen von der Nordsee nach Italien ab.
Weltweit
Die europäische Expansion sucht die DB durch weltweite Aktivitäten ihrer
Tochterunternehmen zu stützen. Erst in der vergangenen Woche hat das
Bahn-Tochterunternehmen Schenker mit einem deutsch-chinesischen Joint Venture
(Schenker BITCC Logistics) ein neues Logistikcenter in Beijing eröffnet.
Schenker ist seit den 1970er Jahren in der Volksrepublik China aktiv und
unterhält dort das erste Gemeinschaftsunternehmen mit ausländischer
Mehrheitsbeteiligung (70 Prozent). Neben Schenker, einem der führenden
internationalen Anbieter von integrierten Transportdiensten, sowie Stinnes
gehört der DB auch Railion, Europas größter und Anbieter im
Schienengüterverkehr.
Ehrenlegion
Die weltweit expandierende DB, die im ersten Halbjahr 2005 rund 35 Millionen
Euro Gewinn erzielte und für das Gesamtjahr Erträge in Höhe von 400 Millionen
Euro erhofft, weigert sich weiterhin, auf ihren Personenbahnhöfen an die
Verbrechen des Vorgängerunternehmens (Deutsche Reichsbahn) zu erinnern.[2]
Bahn-Chef Hartmut Mehdorn, der als enger Vertrauter des deutschen Kanzlers
gilt und im vergangenen Jahr zum Kommandeur der Französischen Ehrenlegion
ernannt wurde, wies kürzlich ein Vermittlungsangebot prominenter
Persönlichkeiten brüsk zurück.[3] Die Weigerung des Konzernchefs hat in den
jüdischen Gemeinden der Bundesrepublik, aber auch im Ausland Bestürzung
ausgelöst und den Konflikt um die Verpflichtungen des Unternehmens weiter
eskalieren lassen. Die Bahn AG ist in sämtlichen europäischen Staaten aktiv,
durch die ihr Berliner Rechtsvorgänger Menschen in den Tod transportierte und
geplünderte Beutebestände nach Deutschland verschob.
Basis
In Polen, wo der jetzige Bahn-Konzern eine Kooperation mit der Staatsbahn PKP
anstrebt, finden sich noch heute Teilstrecken, die von den Arbeitssklaven der
Deutschen Reichsbahn unterhalten werden mussten. Als besonders demütigend
wird es in Warszawa empfunden, dass deutsche Wirtschaftskreise eine
eventuelle Übernahme von PKP-Eigentum ins Auge fassen, ohne dass die Bahn AG
die geringste Bereitschaft zu einem landesweiten Opfergedenken zeigt, wie es
in Deutschland seit Monaten gefordert wird. Über die von der Deutschen
Reichsbahn in Besitz genommenen polnischen Gleisanlagen fuhren u.a. 11.000
jüdische Kinder in den Tod - nach Auschwitz. Zahlreiche Verantwortliche für
die logistische Mordbeihilfe setzten in der Nachkriegszeit ihre Tätigkeiten
im deutschen Bahnmanagement fort. Auf dieser Nachkriegsbasis gründet der
heutige Milliardenreichtum der Bahn AG.
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