In dem Schreiben, das dieser Redaktion vorliegt, heißt es
wörtlich, man erwarte die Duldung der angekündigten Veranstaltungen
und warne davor,
,,Erinnerung und Trauer durch (...) Übergriffe zu stören".
Das Gedenken
,,an die 11.000 Kinder und die Mordbeihilfe"des
DB-Vorgängerunternehmens
,,Deutsche Reichsbahn"sei
,,unabweisbar"(Volltext
hier).
Die Initiatoren des Briefes bedauern, dass sich die DB AG weiter
weigert, eine französische Ausstellung über den letzten Weg der
Deportierten bundesweit einzusetzen.
Verschanzt
Um die Unternehmensleitung der Deutschen Bahn doch noch zu
bewegen, dem konkreten Gedenken auf ihren Bahnhöfen Platz
einzuräumen, sei erheblicher
,,Druck"notwendig, meint Beate Klarsfeld in einem Interview
mit german-foreign policy.com.
,,Ich glaube, es kommt darauf an, ob sich in Deutschland
genügend Menschen finden, die sagen: Die Deutsche Bahn muss diese
Ausstellung zeigen". Frau Klarsfeld, Repräsentantin der
französischen Organisation
,,Fils et Filles des Deportes Juifs de France", weist darauf
hin, dass sich die Spitzen der deutschen Gesellschaft gegenwärtig
hinter Symbolhandlungen
,,verschanzen", aber das konkrete Gedenken möglichst
vermeiden. Mit dem Berliner
,,Holocaust-Denkmal, dem Jüdischen Museum und anderen
Projekten"werde es nicht obsolet, sowohl Opfern wie Tätern zu
ihrer wirklichen Identität zu verhelfen. Frau Klarsfeld fürchtet,
nach den morgigen Feiern zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZ
Auschwitz könnte der Ruf nach einem
,,Schlußstrich"unter die deutschen NS-Verbrechen lauter
werden (Volltext des Interviews
hier).
Forderung
Dem
,,Offenen Brief"an die DB AG haben sich inzwischen auch der
Vizepräsident des Zentrums
,,Schriftsteller im Exil Deutschsprachiger und Skandinavischer
Länder im Internationalen P.E.N.-Club", Boris Schapiro, der
Präsident der Berliner Raoul Wallenberg Loge, B´nai B´rith Europa,
Dr. Andreas Kain, der IG Metall-Vertrauensmann Achim Bigus
(Osnabrück), die Betriebsrätin Heidi Vey, der Publizist Klaus
Thörner, der ver.di-Landesbezirk Hessen (Fachbereich Medien) und
der PDS-Stadtvorstand Dresden angeschlossen (Ausschnitte aus der
Zeichnerliste
hier).
Die
,,Aktion 3. Welt Saar"fordert in einer eigenen
Presseerklärung den Bahnvorstand auf, das Ausstellungsgedenken auf
den DB-Geländen in Saarbrücken, Kaiserlautern und Mannheim
zuzulassen. Gleichzeitig macht die
,,Aktion 3. Welt Saar"den
,,Beauftragten des Vorstands der DB", den ehemaligen
saarländischen Ministerpräsidenten und füheren Bundesminister
Reinhard Klimmt, auf ihre Forderung aufmerksam.
1)
Helfershelfer
Für die Verweigerung des öffentlichen Angedenkens auf den
deutschen Bahnhöfen sind dieselben Kreise verantwortlich, die
angesichts rechtsextremistischer Parlamentsexzesse wie jüngst in
Dresden nach
,,politischem Engagement der Bürger"rufen. Wo dieses
Engagement konkret und nicht lediglich symbolbezogen zum Ausdruck
kommt, wird es untersagt und verfemt, schreiben die Veranstalter
des für Frankfurt am Main angekündigten Gedenkens in einem
Flugblatt.
,,Dem neuen deutschen Milieu des Rechtsradikalismus"dürfe
man ebensowenig weichen
,,wie seinen Helfershelfern in der Mitte und in den Spitzen der
deutschen Gesellschaft", heißt es weiter. An die Deportierten,
die über das deutsche Schiennentz der Vernichtung zugeführt wurden,
soll am morgigen Donnerstag um 16.00 Uhr im Frankfurter
Hauptbahnhof erinnert werden. Im Bahnhof Hanau ist für 17.00 Uhr
eine
,,Widerstandslesung"angekündigt. Ebenfalls um 17.00 Uhr
beginnt in Wuppertal-Döppersberg ein öffentliches Treffen, das an
die Todesfahrten gemahnen soll. Dabei werde man
,,Erinnerungszeichen"anbringen, teilen die Veranstalter mit.
german-foreign-policy.com wird über den Verlauf der Veranstaltungen
berichten.
Lesen Sie auch das Interview mit Beate Klarsfeld, das Schreiben an die Unternehmensleitung der Deutschen Bahn AGvom 25. Januar und die Pressemitteilung vom 25. Januarmit einem Ausschnitt aus der Zeichnerliste des Offenen Briefes vom 14. Januar.
1) Pressemitteilung der Aktion 3. Welt Saar, 25. Januar 2005 - Nr. 8: Zum 60. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, 27.1.
s. auch Elftausend Kinder, Angemessen, würdig, entschlossenund Schuldanerkenntnissowie Unbeugsam
Lesen Sie auch das Interview mit Beate Klarsfeld, das Schreiben an die Unternehmensleitung der Deutschen Bahn AGvom 25. Januar und die Pressemitteilung vom 25. Januarmit einem Ausschnitt aus der Zeichnerliste des Offenen Briefes vom 14. Januar.
1) Pressemitteilung der Aktion 3. Welt Saar, 25. Januar 2005 - Nr. 8: Zum 60. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, 27.1.
s. auch Elftausend Kinder, Angemessen, würdig, entschlossenund Schuldanerkenntnissowie Unbeugsam