Mit
,,Entsetzen"habe er von der Weigerung der Deutschen Bahn AG
erfahren, die Ausstellung über das Schicksal der 11.000
deportierten Kinder dem Reisepublikum zugänglich zu machen, teilte
Dr. Durst den Initiatoren des Offenen Briefes mit.
1)Die Begründung dieser Weigerung, man verfüge weder
über ausreichend Geld noch über Personal, sei
,,nicht ernst"zu nehmen und stelle eine Beleidigung der
Ermordeten dar.
,,Die Deutsche Bahn kann unsere Verletzungen nicht übergehen.
Wenn das Unternehmen die Vergangenheit weiter verleugnet, dann
verleugnet es die Morde an unseren Familien", heißt es in dem
Interview mit german-foreign-policy.com. Herr Durst floh 1939 aus
Berlin. Zwei seiner Schwestern im Alter von 13 und 16 Jahren wurden
mit der deutschen Reichsbahn nach Auschwitz deportiert und dort
umgebracht.
Nicht zu verbieten
Trotz der Weigerung der DB AG werden am Auschwitz-Gedenktag
auf mehreren deutschen Personenbahnhöfen Gedenkveranstaltungen
stattfinden. Damit folgen Initiativgruppen und
Einzelpersönlichkeiten dem Aufruf des Offenen Briefes. Dort hatte
es geheißen, man wolle
,,angemessen"und
,,würdig", aber auch
,,entschlossen"an die Auschwitz-Opfer erinnern. Darin werde
man sich von nichts und niemandem behindern lassen. Auch Beate
Klarsfeld, Sprecherin der französischen Organisation
,,Fils et Filles des Deportés Juifs de France"/FFDJF (Söhne
und Töchter der jüdischen Deportierten Frankreichs), ermutigt zu
Aktionen.
,,Erinnerung kann man nicht verbieten", äußerte Frau
Klarsfeld in einem Interview mit dieser Redaktion.
2)
Internationale Presse
Um eventuellen Übergriffen von Beauftragten des deutschen
Bahnunternehmens zuvorzukommen, haben sich die Initiatoren an die
internationale Presse gewandt und unterstreichen den friedlichen
Charakter ihres Gedenkens. Gleichzeitig betonen sie, dass man sich
Erinnerungsverboten unter keinen Umständen beugen werde. Im
Mittelpunkt der Veranstaltungen sollen Fotos der ermordeten Kinder
sowie Dokumente über die Bahndeportation stehen (Auszüge auf der
hier verfügbaren
Infoseite).
Zuspruch
Der Offene Brief, der die Gedenkveranstaltungen angestoßen
hatte, findet weltweiten Zuspruch. Zeichner in der Tschechischen
Republik, in der Schweiz, in Frankreich und in den USA unterstützen
die Forderung nach Freigabe der deutschen Personenbahnhöfe für die
Erinnerung an die Deportationen. german-foreign-policy.com
veröffentlicht auf der
Infoseiteeine Auswahl der neuen Zeichner des Offenen Briefes.
1) s. dazu Offener Brief
2) s. dazu Interview mit Beate Klarsfeld
1) s. dazu Offener Brief
2) s. dazu Interview mit Beate Klarsfeld