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Kurznachrichten
Inseln verkaufen
04.03.2010
Deutsche Politiker fordern Griechenland zum Verkauf staatlichen Eigentums auf.

Round Table BMZ/BDI
01.03.2010
Das Ministerium für "Entwicklung" hat einen ersten "Round Table" mit hochrangigen Vertretern der deutschen Industrie durchgeführt.

Truppensteller
11.01.2010
Deutschland bindet armenische Soldaten in den Kriegseinsatz in Afghanistan ein.

Unglaubwürdig
09.12.2009
Zahlreiche Kritiker fordern die Einstellung der Abschiebungen von Roma in das Kosovo.

Die politische Mitte
09.10.2009
Tonangebende deutsche Medien fordern Anerkennung für rassistische Äußerungen eines Vorstands der Bundesbank.

Zur Sonne, zum Profit
07.10.2009
Der Atomkonzern Siemens übernimmt ein führendes Solarunternehmen in Israel und strebt nach einer Spitzenposition auf dem Weltmarkt.

Elite gegen Unterschicht
06.10.2009
Rassistische Forderungen eines Vorstands der Bundesbank stoßen auf Zustimmung in tonangebenden Kreisen der Bundesrepublik.

Kriegsverbrechen
02.10.2009
Der für das Massaker von Kunduz verantwortliche Oberst wird vermutlich vor Gericht gestellt und verurteilt.

Jederzeit kriegsbereit
30.09.2009
Berlin blockiert Bemühungen Schwedens, seine Ausgaben für das EU-Militär zu senken und zu diesem Zweck die Verfügbarkeit der Battle Groups einzuschränken.

Keine Kritik
16.09.2009
Der Außenminister Frankreichs entschuldigt sich bei Deutschland für seine Kritik an dem Massaker von Kunduz.

Schuldanerkenntnis
19.01.2005
FRANKFURT AM MAIN/DÜSSELDORF/BERLIN (Eigener Bericht)
Mehrere deutsche Initiativgruppen wollen der Bahntransporte von 11.000 Kindern in das KZ Auschwitz mit Aktionen an den früheren Durchgangsstationen gedenken. Die aus Frankreich kommenden Deportationszüge waren ab 1942 über das deutsche Schienennetz durch Saarbrücken, Mannheim, Frankfurt am Main, Fulda und Dresden gerollt. Unter den Gefangenen befanden sich auch 520 Kinder deutscher Emigranten, die in Auschwitz ermordet wurden. Die Veranstaltungen sollen am Auschwitz-Gedenktag (27. Januar) stattfinden und Bahnreisende über das Schicksal der Verschleppten informieren. Die Unternehmensleitung der Deutschen Bahn AG weigert sich, das bundesweite Gedenken zuzulassen, und hat ihre Publikumsbahnhöfe wegen mangelnder ,,Ressourcen"für Gedächtnisausstellungen gesperrt. Auch die gemeinnützige Hermann-Niermann-Stiftung lehnt es ab, durch finanzielle Beihilfen an den letzten Weg der 11.000 deportierten jüdischen Kinder zu erinnern. Das deutsche Verhalten sei ,,haarsträubend"und ,,völlig unglaubwürdig", äußert Annette Antignac in einem Interview mit german-foreign-policy.com. Frau Antignac ist die Tochter deutscher Frankreich-Emigranten und konnte den Kinderdeportationen entgehen.
Vorbereitungen für Gedächtnisveranstaltungen am 27. Januar werden aus Frankfurt am Main und aus Dresden gemeldet. In beiden Städten wollen sich unterschiedliche Gruppierungen zu einem gemeinsamen Gedenken auf den jeweiligen Bahnhöfen zusammenfinden. Die Initiatoren werden mit großformatigen Fotos und Flugblättern an die ermordeten Kinder erinnern, deren letzter Weg über die örtlichen Gleisanlagen führte. Einen entsprechenden Aufruf enthält der ,,Offene Brief" , den Hochschullehrer, Publizisten und Historiker in der vergangenen Woche an die Unternehmensleitung der Deutschen Bahn AG gerichtet hatten. Das Protestschreiben kursiert inzwischen auch im Ausland und wird von Zeichnern in der Tschechischen Republik, in den USA und in Frankreich unterstützt. german-foreign-policy.com stellt ab heute eine eigene Infoseiteins Netz, auf der Dokumente über das Schicksal der 11.000 Kinder und Berichte über die auf französischen Bahnhöfen gezeigte Gedächtnisausstellung eingesehen werden können.

Abgelehnt
Nach der Deutschen Bahn AG hat es auch die gemeinnützige Hermann-Niermann-Stiftung abgelehnt, das Gedenken finanziell zu unterstützen. In einem Schreiben, das dieser Redaktion vorliegt, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Uwe Stiemke, es sei ihm ,,nicht möglich", Förderungsmittel frei zu machen. Die entsprechenden Beträge wären ,,in den Jahren 2004 bis 2006 (...) bereits in voller Höhe vergeben bzw. verplant". Die Stiftung verfügt über ein geschätztes Vermögen von mehr als 50 Millionen Euro und steht unter Aufsicht des Landes Nordrhein-Westfalen. In Unkenntnis der Stiftungsgeschichte hatte sich die französische Organisation ,,Fils et Filles des Deportés Juifs de France"(FFDJF/Paris) an Stiemke mit der Bitte um einen Zuschuss zu den Ausstellungskosten über die Kinderdeportationen gewandt. Erst nachdem die Hermann-Niermann-Stiftung jegliche Förderung ablehnte, erfuhr die Pariser Organisation, dass das millionenschwere Stiftungsunternehmen über mehrere Jahre unter dem tätigen Einfluss von Rechtsextremisten stand. 1)

Berliner Schwur
In einem Interview mit german-foreign-policy.com wertet Annette Antignac, die als Tochter deutscher Frankreich-Emigranten den Kinderdeportationen entkam, das Verbot der DB als ein Beispiel unfreiwilliger Schuldanerkenntnis. Der Berliner Schwur ,,Nie wieder Auschwitz"sei nicht ernst zu nehmen, ,,wenn man das öffentliche Gedenken an das wirkliche, an das konkrete Auschwitz und die entsetzlichen Opfer, an die elftausend Kinder, möglichst vermeiden möchte".

Bitte lesen Sie den vollständigen Interviewtext hier.

1) s. auch Baldiger Anschluss
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