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Claude Grungrass
an elftausend deportierte Kinder, darunter mehr als 500 Angehörige deutscher Emigranten, veröffentlichen wir Fotos der in Auschwitz Ermordeten.
Ausstellung
der Organisation "Fils et Filles  des Déportés Juifs de France (FFDJF/Söhne und Töchter der jüdischen Deportierten Frankreichs) .

Auf dem deutschen Schienennetz nach Auschwitz: 11.000 Kinder

Sechzig Jahre nach Befreiung der deutschen Konzentrationslager stellt gfp.com seinen Lesern Fotos und Dokumente über das Schicksal von 11.000 Kindern zur Verfügung, die von der Deutschen Reichsbahn nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet wurden. Die Materialien können für Gedenkverstaltungen rechtefrei reproduziert werden. Jede kommerzielle Nutzung ist ausgeschlossen.




Berichte


Zentralbahnhof Berlin
05.03.2008
BERLIN/AUSCHWITZ/MÜNSTER
(Eigener Bericht ) - Zu einer zentralen Demonstration gegen die Deutsche Bahn AG rufen bundesweite Bürgerinitiativen auf. Die Proteste sollen zum Hauptsitz des Logistikkonzerns führen, der in Berlin residiert. Anlass sind Finanzforderungen der Bahn AG, die das Gedenken an die europäischen Opfer der NS-Deportationen mit hohen Gebühren belegt. Für den Zugang zu einer Wanderausstellung auf deutschen Bahnhöfen, von denen Kinder und Jugendliche in die Vernichtungslager verschleppt wurden, verlangt das Nachfolgeunternehmen der Täter stündliche Zahlungen. Die Gesamtforderungen der Bahn AG summieren sich auf bis zu 100.000 Euro, kalkulieren die Veranstalter im "Zug der Erinnerung". Mit den Lebenszeugnissen ermordeter Jugendlicher aus den Niederlanden, Belgien oder Polen soll der Zug am 8. Mai die Gedenkstätte Auschwitz erreichen. Dutzende Täter, die als Logistiker der NS-"Reichsbahn" für die reibungslosen Todestransporte nach Auschwitz sorgten, setzten ihre Karrieren im deutschen Eisenbahnwesen der Nachkriegszeit fort. Massenverbrecher wurden von der Deutschen Bundesbahn (DB) geehrt. Gleichzeitig brachte das Unternehmen dem Gedenken an die Opfer erbitterten Widerstand entgegen. "Beim jetzigen Bahn-Boykott gegen den 'Zug der Erinnerung' wiederholt sich der Versuch, die staatlichen Kontinuitäten in den deutschen Großorganisationen zu vernebeln und zu vertuschen", heißt es in einer Stellungnahme der Initiatoren im "Zug der Erinnerung". Beim Beschweigen der Kontinuitäten benutzt die Bahn AG Opfer des Holocaust.

Geleugnete Kontinuitäten
24.01.2008
BERLIN
(Eigener Bericht) - Öffentliche Auseinandersetzungen um das Gedenken an die europäischen Opfer der NS-Massendeportationen begleiten die gestrige Eröffnung einer Bahn-Ausstellung in der deutschen Hauptstadt. Die Ausstellung soll der rund drei Millionen Menschen gedenken, die vom NS-"Reichsverkehrsministerium" und der "Deutschen Reichsbahn" in die Vernichtungslager verschleppt wurden. Der deutsche Bahn-Chef Hartmut Mehdorn, der historischer Erbe der "Reichsbahn" ist, war zur Eröffnung nicht erschienen. Das von ihm geleitete Unternehmen (Deutsche Bahn AG) hatte jedes öffentliche Gedenken auf den früheren Deportationsbahnhöfen jahrelang bekämpft. In der jetzt eröffneten Ausstellung, die nach internationalen Protesten und Demonstrationen deutscher Bürgerinitiativen unvermeidlich wurde, wird die Nachkriegstätigkeit der "Reichsbahn"-Verantwortlichen in vier Sätzen abgehandelt. Maßgebliche Mordgehilfen, die ihre Karrieren bei der Bundesbahn fortsetzten, werden nicht erwähnt. Über der Ausstellung liege "ein Schatten", heißt es in ersten Pressereaktionen. Die Bahn AG, größter europäischer Logistikkonzern, entziehe sich weiterhin einer umfassenden Auseinandersetzung mit den Massenverbrechen des NS-Vorgängerunternehmens und leugne die historischen Kontinuitäten. Deswegen behindere der Bahnvorstand den "Zug der Erinnerung", der gegenwärtig in über 40 deutsche Bahnhöfe fährt und in seiner mobilen Ausstellung auch auf die ungetilgte Schuld der "Reichsbahn" hinweist: Ihre kriminellen Transportspezialisten wurden vom deutschen Staat bis in die 1990er Jahre geehrt.

Keinen Cent
07.01.2008
BERLIN/LONDON
(Eigener Bericht) - Der "faktische Boykott" der Deutschen Bahn AG und des Berliner Verkehrsministeriums gegen den "Zug der Erinnerung" löst in Europa Befremden aus. Die Bahn AG, größter Schienenlogistiker auf dem Kontinent, verlangt für das Gedenken an die europäischen Deportationsopfer des NS-Vorgängerunternehmens ("Deutsche Reichsbahn") mehrere zehntausend Euro. So werden Gebühren für die Gleisnutzung gefordert, weil der "Zug der Erinnerung" mit einer Ausstellung über die deportierten Kinder und Jugendlichen auf dem deutschen Schienennetz fährt. Weitere Gelder werden verlangt, weil die Besucher auf dem Weg zur Ausstellung die Bahnsteige betreten. Auch für die Beleuchtung der Opferfotos und letzten Briefe im "Zug der Erinnerung" will die Bahn AG hohe Summen kassieren - insgesamt mehr als 50.000 Euro. Dieses Vorgehen hatte die deutsche Presse als "skrupellos" bezeichnet. Jetzt informieren auch ausländische Medien über die offenkundigen Versuche, den "Zug der Erinnerung" durch maßlose Finanzforderungen zum Halten zu bringen. Die Initiatoren rufen im Ausland dazu auf, Protestschreiben an die dipomatischen Vertretungen der Bundesrepublik zu richten. Der Zug soll am 8. Mai mit mehreren hundert Jugendlichen in der Gedenkstätte Auschwitz eintreffen. "Wir werden der Deutschen Bahn AG keinen Cent zahlen", kündigen die Bürgerinitiativen in einem Interview an.

Die Rechtsnachfolger
27.11.2007
BERLIN
(Eigener Bericht) - Das deutsche Verkehrsministerium weigert sich, das Gedenken an die Opfer der "Reichsbahn"-Deportationen im "Zug der Erinnerung" finanziell zu unterstützen. Gleichzeitig verlangt die Deutsche Bahn AG von den Organisatoren der Zugausstellung Trassengebühren und erhebliche Standgelder. Gefordert werden mehrere zehntausend Euro, um Fotos und letzte Briefe der Deportierten in den deutschen Bahnhöfen zeigen zu dürfen. Einen Erlass hat das Bahn-Management abgelehnt. Die Weigerung führt zu heftigen Reaktionen der Ausstellungsbesucher, die in unerwartet hoher Zahl in den "Zug der Erinnerung" strömen. Nach Angaben der Veranstalter haben seit Fahrtbeginn (8. November 2007) über 20.000 Menschen den Zug aufgesucht. Um den Anfragen aus sämtlichen Bundesländern nachzukommen, müsste die ursprünglich geplante Fahrstrecke verdoppelt werden. Eine Beteiligung an den entsprechenden Kosten lehnt das Verkehrsministerium unter Minister Wolfgang Tiefensee (SPD) kategorisch ab. Als Mitinhaberin der Bahn AG schwimmt die staatliche Fachbehörde für das deutsche Eisenbahnwesen in Geld und beaufsichtigt Milliardenaufkäufe ausländischer Bahnunternehmen. In wenigen Tagen eröffnet die Bahn AG eine neue ICE-Strecke nach Dänemark, nachdem sie zwei Drittel des gesamten britischen Güterverkehrs auf dem Schienenweg unter ihre Kontrolle gebracht hat. Über eine Konzern-Tochter betätigt sich die Bahn AG auch als Kriegs-Logistiker.

Zug der Erinnerung
07.11.2007
BERLIN/FRANKFURT AM MAIN
(Eigener Bericht) - Drei Jahre nach Beginn einer schweren Auseinandersetzung um die Rolle der Deutschen Reichsbahn bei den europaweiten NS-Deportationen weicht das Berliner Nachfolgeunternehmen (Deutsche Bahn AG) dem internationalen Druck und gewährt die Nutzung seiner Bahnhofsanlagen für das Gedenken. Ohne Behinderung läuft am morgigen Donnerstag der "Zug der Erinnerung" in den Frankfurter Hauptbahnhof ein und beginnt eine 3.000 Kilometer weite Fahrt in die früheren Deportationsorte. Der Zug transportiert eine Ausstellung über das Schicksal von mehr als 12.000 Kindern aus Deutschland, die in die Vernichtungslager verschleppt wurden. Europäische Biografien erinnern an die ermordeten Kinder und Jugendlichen aus den vormals okkupierten Staaten, deren Zahl auf über eine Million geschätzt wird. Der "Zug der Erinnerung" wird von Bürgerinitiativen in der gesamten Bundesrepublik getragen und aus Spenden finanziert. Das Berliner Bundesverkehrsministerium, das vor mehreren Monaten um Unterstützung gebeten wurde, lässt sämtliche Hilfsbitten unbeantwortet. Die Eröffnung der ungewöhnlichen Kampagne, die gegen den erklärten Widerstand staatlicher Institutionen durchgesetzt wurde, findet die Aufmerksamkeit der internationalen Medien.

Aus eigener Kraft
14.09.2007
BERLIN/WARSZAWA/DEN HAAG
(Eigener Bericht) - Zum Gedenken an die europäischen Opfer des deutschen Rassismus und der NS-Machtexpansion beginnt in der Bundesrepublik eine landesweite Kampagne zahlreicher Bürgerinitiativen. Sie wollen an über eine Million Kinder und Jugendliche erinnern, die in Deutschland sowie in den vormals okkupierten Staaten des Kontinents gejagt, verhaftet und meist auf dem Schienenweg deportiert wurden. Nur wenige kehrten aus den Konzentrations- und Vernichtungslagern zurück. Um das Schicksal der Deportierten lebendig werden zu lassen, wird ein "Zug der Erinnerung" die Bahnhöfe ihrer Heimatorte anfahren und dort an der aktiven Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart mitwirken, heißt es in einer aktuellen Ankündigung. Beteiligt sind Organisationen und Vereine in wenigstens sieben Bundesländern, darunter Gewerkschaften, Bündnisse gegen Rechts, Gedenkstätten und zahlreiche Jüdische Gemeinden. Der Zug transportiert mehrere Waggons mit Biografien verfolgter Kinder und Jugendlicher aus ganz Europa. In Begleitveranstaltungen wollen die lokalen Träger dem "alten und neuen Antisemitismus und der rassistischen Ideologie" entgegenwirken. Deutsche Kommunen haben angekündigt, den "Zug der Erinnerung" an prominenter Stelle in ihren Hauptbahnhöfen zu empfangen.

Aus dem Vergessen in die Gegenwart
12.07.2007
BERLIN/OSWIECIM
(Eigener Bericht) - Mit einem "Zug der Erinnerung" unterstreichen deutsche Bürgerinitiativen ihre Forderung nach öffentlichen Gedenken an die Opfer der Reichsbahn-Deportationen. Der Zug wird in diesem Winter zahlreiche Bahnhöfe anfahren, die Sammelstationen für die Verschleppung in die Konzentrations- und Vernichtungslager waren. Praktisch sämtliche deutschen Groß- und Mittelstädte sind betroffen. Dort soll die Suche nach Lebenszeugnissen der Deportierten angeregt werden. Unter den Opfern befanden sich über 12.000 deutsche Kinder und Jugendliche, die in der übergroßen Mehrzahl aus jüdischen Elternhäusern kamen, den Sinti und Roma angehörten oder in politisch verfolgten Familien lebten. Insbesondere diesen Kindern ist der "Zug der Erinnerung" gewidmet, heißt es in einer gestrigen Pressemitteilung. Der historische Zug wird mehrere Ausstellungswagen mitführen, in denen die gesamteuropäische Dimension des Großverbrechens thematisiert wird. Insgesamt über eine Million Kinder und Jugendliche wurden zwischen 1940 und 1944 mit der Reichsbahn deportiert. "In der Tat besteht hier - trotz der bröckelnden Amnesie - eines der letzten Tabus des bundesrepublikanischen Geschichtsbewusstseins", urteilt Prof. em. Dr. Peter Krahulec, der den "Zug der Erinnerung" in Fulda betreut. Der Zug soll nach einer mehrmonatigen Fahrt durch die Bundesrepublik im kommenden Januar die Gedenkstätte Auschwitz (Oswiecim/Polen) erreichen und dort die gesammelten Lebenszeugnisse der Kinder symbolisch hinterlegen.

Abgetrennt
01.04.2007
Die Bahn AG kündigt eine Ausstellung über die NS-Geschichte des Unternehmens in "abgetrennten Räumen" an. Die Parteien der Opposition im Bundestag verlangen Aufklärung.

Geduld erschöpft
07.02.2007
BERLIN/PARIS/AMSTERDAM/BRUXELLES
(Eigener Bericht) - Die Bundesregierung lehnt das von deutschen Bürgerinitiativen geforderte Gedenken an die Opfer der europaweiten "Reichsbahn"-Deportationen weiter ab. Dies geht aus mehreren Stellungnahmen an den Bundestag hervor. Das zurückgewiesene Ausstellungs- und Erinnerungsprojekt hatte der Chef des "Reichsbahn"-Nachfolgers Deutsche Bahn AG, Dr. Hartmut Mehdorn, bereits zuvor mit der Bemerkung abgetan, es werde "als nicht sehr überzeugend angesehen." Gemeint sind die Opferperspektive und der emotionale Zugang, den mehrere hundert Kinderfotos sowie die dazugehörigen Deportationslisten der Auschwitz-Transporte eröffnen: Das alles "möge ergreifend sein", rügt ein von Mehdorn beauftragter Bahn-Historiker, aber erweise sich als zu wenig "komplex". Daher sei die "direkte, formelle Einbeziehung" der Bürgerinitiativen in eine Historiker-Kommission der Bahn gegenstandslos, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Großmann auf Anfrage des Abgeordneten Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen) jetzt im Bundestag. Parallel leitete die Bundesregierung dem Verkehrsausschuss eine Stellungnahme zu, wonach es gestattet sei, dass sich gesellschaftliche Verbände und Initiativen an die Bahn-Historiker wenden dürften. "Anregungen und Vorschläge" abzuliefern ist ausdrücklich erlaubt. Die Eingaben der Petenten werden sodann "sorgfältig geprüft und ggfs. (gegebenenfalls) aufgegriffen", heißt es weiter. Eine Zusammenarbeit auf dieser Grundlage hatten die französischen Ausstellungsinitiatoren abgelehnt. "Man will die Opfergruppen und Bürgerinitiativen zu untertänigen Bittstellern degradieren, um das Geschichtsbild der Bahn AG durchzusetzen", sagt Tatjana Engel von der "Initiative Elftausend Kinder". Mehrere Bürgergruppen schlagen eine europäische Ausweitung der Aktivitäten vor.

Konsens aufgekündigt
29.01.2007
BERLIN
Mit zahlreichen Zwangsmaßnahmen, gewaltsamen Räumungen durch Bahn- und Polizeikräfte sowie mit Aufenthalts- und Redeverboten reagierte die Konzernleitung der Bahn AG am Auschwitz-Gedenktag auf die bundesweiten Informationsveranstaltungen über das Deportationsschicksal von 3 Millionen NS-Opfern. Auch mehrere zehntausend jüdische Kinder waren mit dem Bahn-Vorgänger "Deutsche Reichsbahn" in die Vernichtungslager transportiert worden. Wie aus Halle berichtet wird, forderte das lokale Bahnmanagement die bereitstehenden Polizeikräfte auf, "mit allen Mitteln" gegen das Gedenken vorzugehen. Auf den Bahnhöfen Würzburg und Schweinfurt wurde den Veranstaltern untersagt, sich mit Redebeiträgen an die Reisenden zu wenden. Anlaß war eine Gedenkansprache des Berliner Wissenschaftlers Prof. em. Dr. Ekkehart Krippendorff. In Göttingen rissen Bahnbedienstete Fotos und Dokumente der 11.000 deportierten jüdischen Kinder von einer provisorischen Ausstellungswand im dortigen Hauptbahnhof. In Frankfurt a. M. griff das lokale Bahnmanagement Mitglieder einer Bürgerinitiative an, die in den Zügen Informationsmaterial an die Reisenden verteilen wollten. Die Repressionsmaßnahmen waren von der Berliner Konzernzentrale angeordnet worden. In Berlin drohte sie, den Berliner Hauptbahnhof zu räumen, sollte es dort zu einer Pressekonferenz mit anschließender Informationsveranstaltung kommen. Angekündigt war die Teilnahme des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Berlin Gideon Joffe und der Publizistin Lea Rosh. Aus Paris kam Beate Klarsfeld in den Berliner Hauptbahnhof. Bahnbedienstete setzten Gewalt ein, um ein Transparent zu beschlagnahmen. "Wir sind bestürzt und beschämt", sagt der Pressesprecher der "Initiative Elftausend Kinder". "Hier wird ein demokratischer Konsens aufgekündigt, der unser aller Vergangenheit betrifft." german-foreign-policy.com dokumentiert die Ereignisse mit Fotos und Redebeiträgen.

Ist Herr Mehdorn ein Antisemit?
25.01.2007
WÜRZBURG/FRANKFURT AM MAIN/MANNHEIM/HALLE
(Eigener Bericht) - Mit einem "Zug der Erinnerung" gedenken Bürgerinitiativen in Bayern am kommenden Samstag der mainfränkischen Deportationsopfer. Etwa 2.000 Deutsche waren zwischen 1941 und 1943 aus Mainfranken mit der "Reichsbahn" in die Vernichtungslager geschleust und dort ermordet worden - wegen ihrer jüdischen Abstammung. Die Todesfahrten begannen auf dem Würzburger Schienennetz. Eine Ausstellung über die Deportationsopfer im Würzburger Hauptbahnhof hat die Deutsche Bahn AG seit mehreren Jahren verhindert. Deswegen werden Fotos und Dokumente jetzt in einem gemieteten "Zug der Erinnerung" gezeigt, der am Samstag auf Gleis elf des Würzburger Hauptbahnhofs einlaufen und anschließend nach Schweinfurt weiterfahren wird. Auf den Bahnsteigen beider Städte sollen am Samstag, dem Auschwitz-Gedenktag, Andachten und Informationsgespräche mit den Reisenden stattfinden. Ähnliche Aktivitäten, die den Ausstellungsboykott der Bahn AG umgehen, kündigen Initiativen in der gesamten Bundesrepublik an. Bereits am Freitag Abend wollen Frankfurter Organisationen vor der dortigen Börse an die zehntausende Kinder erinnern, die mit dem Vorgängerunternehmen der heutigen Bahn AG in den Tod geschickt wurden. Israelitische Kultusgemeinden in mehreren Städten beteiligen sich an Gedenken und Protesten.

Erhebliches Aktienrisiko
19.01.2007
BERLIN/FRANKFURT/DARMSTADT/HALLE
(Eigener Bericht) - Zu einer Demonstration und Protesten auf dem Berliner Hauptbahnhof rufen Bürgerinitiativen anlässlich des bevorstehenden Gedenktages an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz auf. Die für den 27. Januar angesetzten Proteste richten sich gegen die Deutsche Bahn AG. Vom Vorstand des Bahn-Konzerns wird eine sofortige Würdigung der drei Millionen Opfer des Vorgängerunternehmens ("Deutsche Reichsbahn") verlangt. In den Jahren 1938 bis 1945 hatte die "Reichsbahn" Juden, Sinti und Roma sowie weitere "Rassefremde" mit erheblichem logistischen Aufwand in die KZ- und Vernichtungslager geschleust. Auf der Demonstration im Berliner Hauptbahnhof werden unter anderem Beate Klarsfeld (Paris), Lea Rosh (Berlin) und Gideon Joffe (Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Berlin) sprechen. Prof. em. Dr. Ekkehart Krippendorff vertritt die "Initiative Elftausend Kinder", die vom Bahnvorsitzenden Mehdorn seit über zwei Jahren ein angemessenes Gedenken auf den deutschen Bahnhöfen fordert - bisher vergeblich. Man werde die Proteste am 27. Januar auch auf die Börsen ausweiten, um Anlegern das erhebliche Aktienrisiko zu verdeutlichen, sollten sich die Nachfahren der Deportationsopfer zu eventuellen Milliardenforderungen entschließen, heißt es bei den Bürgerinitiativen in Frankfurt am Main. Angekündigt werden Proteste in 20 Städten sowie Informationsveranstaltungen in den Zügen der Bahn AG.

Neue Proteste gegen die Bahn AG
13.01.2007
Flyer

Wegen der anhaltenden Weigerung der Bahn AG, eine angemessene Ausstellung über die Beihilfe des Vorgängerunternehmens am NS-Massenmord auf die deutschen Bahnhöfe zu bringen, gehen Demonstrationen und Proteste weiter. Die "Initiative Elftausend Kinder" verbreitet einen Aufruf zum Gedenktag an die Befreiung des KZ Auschwitz (27. Januar) und bittet um bundesweite Verbreitung. Informationsveranstaltungen und Proteste sollen nicht nur vor und in den Bahnhöfen, sondern auch in den Zügen stattfinden, heißt es in dem Text.

Den doppelseitigen Volltext des Flyers veröffentlichen wir hier: Seite 1, Seite 2.

Anfragen richten Sie bitte an elftausendkinder@web.de.

Preise nach Auflage. 1.000 Flyer 60,00 Euro (inkl. Mehrwertsteuer und Versand). Die Auslieferung des Faltblattes erfolgt binnen weniger Tage.


In den Zügen
09.01.2007
BERLIN
(Eigener Bericht) - Bürgerinitiativen in mehr als zehn deutschen Städten rufen zu Protest- und Gedenkveranstaltungen in den Bahnhöfen der Bundesrepublik sowie auf dem Schienennetz der Deutschen Bahn AG auf. Damit solle an die drei Millionen Deportierten erinnert werden, die während der NS-Zeit mit der Deutschen Reichsbahn in Arbeits- und Vernichtungslager geschleust wurden, heißt es in einem Aufruf zum 27. Januar, dem Auschwitz-Gedenktag. Bundesweite Erinnerung und würdige Proteste seien dringend notwendig, da sich der Bahnvorsitzende Mehdorn noch immer weigere, über die Opfer seines Vorgängerunternehmens "vorbehaltlos" zu informieren. Stattdessen solle eine Ausstellung im Nürnberger Bahn-Museum als "Grundlage" des öffentlichen Gedenkens genügen. Dieses Diktat sei "beschämend", urteilen die Bürgerinitiativen. "In dem Bahnmuseum wird das Schicksal der Deportierten in einer Ausstellungsecke von 18 Quadratmetern abgehandelt (...). 18 Quadratmeter: weniger Fläche als in einem einzigen Deportationswaggon." Eine beliebige "Ergänzung" dieser völlig unangemessenen "Ausstellung" unter alleiniger Kontrolle des Unternehmensvorstands sei völlig unakzeptabel. Wenn sich Mehdorn "nicht vorbehaltlos der Vergangenheit stellt und die europaweite Beihilfe zum Massenmord weiter als lästige Verschlusssache behandelt, wird der internationale Druck noch größer werden", kündigt der Aufruf an. Ausdrücklich wird zu Protesten "in den Zügen der Deutschen Bahn AG" aufgerufen. german-foreign-policy.com bringt Auszüge.

Gefährdete Renditen
04.12.2006
BERLIN/PARIS/HAMBURG
(Eigener Bericht) - In mehreren Presseerklärungen haben die Initiatoren der Ausstellung über NS-Reichsbahn-Deportationen erste Zugeständnisse des Bahnvorsitzenden Mehdorn begrüßt, aber für nicht ausreichend erklärt. Nach zweijährigen Verboten hatte Mehdorn am Wochenende eingewilligt, die deutschen Publikumsbahnhöfe für das Gedenken an elftausend deportierte jüdische Kinder und drei Millionen weitere Reichsbahn-Opfer zu öffnen. Allerdings, so Mehdorn, verfolge er "ein eigenes (...) Konzept". Grundlage solle eine bereits bestehende Museums-Ausstellung in Nürnberg sein, die Mehdorn "ergänzen" möchte. Eine Beteiligung Dritter werde nicht zugelassen. Das in jahrzehntelangen Recherchen erstellte Archiv der französischen Opferorganisation von Beate und Serge Klarsfeld bezeichnet Mehdorn als "Material", von dem "Elemente" in seine Ausstellung "integriert" werden könnten. Dieses "Material" sollen die Opfer "zur Verfügung stellen", ohne am Austellungskonzept mitwirken zu dürfen. Auch den deutschen Bürgerinitiativen, die sich in über 20 Städten für das Gedenken an die Reichsbahn-Deportierten einsetzen, wird jede Beteiligung verweigert. Angesichts dieser Zumutungen kündigen die deutschen Initiatoren weitere Demonstrationen an. Auch die französische Opferorganisation teilt mit, dass jede Zusammenarbeit mit der Bahn AG ausgeschlossen ist, wenn Mehdorn über die Ausstellungsinhalte allein verfügen möchte.

Tiefensee: "Lavieren" und "Hilflosigkeit"
19.11.2006
BERLIN/OFFENBACH/MAINZ/PARIS
(Eigener Bericht) - Der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages fordert die Deutsche Bahn AG und den zuständigen Minister zu einer umgehenden Freigabe des Gedenkens auf den Publikumsbahnhöfen auf. Auch parlamentarische Gremien in Rheinland-Pfalz, Hessen und Berlin verlangen ein Ende der Sperre, die der öffentlichen Erinnerung an mehr als elftausend ermordete Kinder gilt. Eine in Paris bereit gehaltene Ausstellung über das Schicksal der Bahn-Deportierten, die in den NS-Vernichtungslagern endeten, darf laut Anweisung des Bahnvorsitzenden Mehdorn den Reisenden noch immer nicht gezeigt werden. "Es ist traurig und geradezu unerträglich, dass die (...) Ausstellung zum öffentlichen Streitfall geworden ist", sagt Horst Friedrich (MdB), verkehrspolitischer Sprecher der FDP und Mitglied des FDP-Bundesvorstandes, im Gespräch mit dieser Redaktion. Friedrich, der die FDP auch im Verkehrsausschuss des Parlaments vertritt, hat den für die Bahn AG zuständigen Minister wegen der Entwicklung mehrmals öffentlich kritisiert. Minister Tiefensee (SPD) lasse sich von Mehdorn "wie einen Tanzbären durch die Manege" führen, statt den Bahnmanager durch Dienstanweisung des Bundes zur Aufgabe seines Widerstands zu zwingen. "Wir erleben ja nicht nur in dieser Frage eine gewisse Hilflosigkeit dieses Ministers gegenüber den Wünschen und Vorstellungen des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn", urteilt Friedrich gegenüber german-foreign-policy.com. In zahlreichen Briefen, die derzeit im Berliner Verkehrsministerium eingehen, wird Minister Tiefensee gedrängt, endlich zu handeln.

Deutsche Pogrome (III)
12.11.2006
BERLIN/MÜNCHEN/APOLDA/ATHEN
german-foreign-policy.com beschließt sein Schwerpunktthema mit aktuellen Berichten, Analysen und Interviews. Im Mittelpunkt steht die Sühne der Täter, deren Bestrafung die Opfer zwar nicht zum Leben erweckt, aber die Wiederholung des Leidens in neuen Pogromen möglichst ausschließen will - durch das drohende Beispiel der vollzogenen Strafe, durch Täterverdammnis und die Ehrung der Opfer.



Die Massaker deutscher Soldaten in mehr als zweihundert griechischen Dörfern, deren Bevölkerung während der NS-Besatzung pogromartige Übergriffe zu erleiden hatte, sollen ungesühnt bleiben. Dies beantragte der EU-Generalanwalt am diesjährigen Jahrestag der Novemberpogrome (9. November) und widersprach jetzt einem Klagebegehren der griechischen Opfernachkommen vor dem Europäischen Gerichtshof. Die Kläger verlangen, von der Bundesrepublik Deutschland für den Mord an 679 männlichen Einwohnern des Dorfes Kalavryta (Peloponnes) entschädigt zu werden. Das Verbrechen wurde am 13. Dezember 1943 von Einheiten der 117. Jägerdivision begangen. Die Bundesrepublik Deutschland beansprucht, Rechtsnachfolgerin jener staatlichen Insitutionen zu sein, die den Mord befehligten.

Deutsche Pogrome (II)
10.11.2006
WARSZAWA/KARLSRUHE/BERLIN/FRANKFURT AM MAIN/MANNHEIM
Anlässlich der November-Ereignisse des Jahres 1938 vertieft german-foreign-policy.com sein Schwerpunktthema mit weiteren aktuellen Berichten, Interviews und Analysen. Im Mittelpunkt steht das Gedenken an die Opfer. Über sie wird in diesen Tagen breit berichtet, sofern konkrete Bezüge zu den Tätern unterbleiben; Erinnerung stößt auf Widerstand, sobald sie zu den institutionellen Erben der damaligen Verbrechen führt.



Die Stadtverwaltung von Warschau stellt das zentrale Kongressgebäude der polnischen Metropole in Aussicht, um die von der Deutschen Bahn abgewiesene Ausstellung über elftausend deportierte Kinder zu ermöglichen. Der Kulturpalast (Pałac Kultury i Nauki) stehe bereit, um die Fotos und Dokumente zahlreicher französischer, deutscher und auch polnischer Kinder aufzunehmen, heißt es in einer Mitteilung aus der polnischen Hauptstadt. Die Kinder waren von dem Vorgängerunternehmen der heutigen Bahn AG in den Tod geschickt worden - unter anderem nach Oświecim (Auschwitz) im heutigen Polen. "Es ist beschämend, dass der Ermordeten in Polen gedacht werden kann", sagt der Pressesprecher der deutschen Bürgerinitiative "Elftausend Kinder" auf Anfrage dieser Redaktion. "Aber hier, in Deutschland, wo die Deportierten lebten und zur Schule gegangen sind, ist das Gedenken an sie Gegenstand einer anhaltenden Kontroverse und wird nun auch noch den Bundestag beschäftigen."

Deutsche Pogrome (I)
09.11.2006
BERLIN/SAARBRÜCKEN/LEIPZIG/MANNHEIM
Anlässlich der November-Ereignisse des Jahres 1938 widmet german-foreign-policy.com sein Schwerpunktthema deutschen Pogromen. Sie begannen lange vor 1938 und wurden in den Kriegsjahren fortgesetzt. Bei antisemitischen Exzessen erprobt, erfassten die Pogrome bald zahllose Opfer der deutschen Machtexpansion in Europa: Polen ebenso wie Italiener, Griechen genauso wie Russen. Pogrome fanden an englischen und amerikanischen Soldaten statt, die bei ihrer Gefangennahme von der deutschen Bevölkerung erschlagen wurden; Pogrome sind in lapidaren Meldungen der Wehrmachtsberichte verborgen, die Kriegshandlungen vortäuschten, wo es in Wirklichkeit um flottierende Ausschreitungen gegen die Unterworfenen ging.



german-foreign-policy.com wird sein Schwerpunktthema in den kommenden Tagen vertiefen und mit dem konkreten Gedenken an die Opfer verbinden. An die Opfer darf erinnert werden, wenn Bezüge zu den Tätern unterbleiben; Erinnerung stößt auf Widerstand, sobald sie zu den institutionellen Erben der damaligen Verbrechen führt.



Im Gedenken an die Pogrome des Jahres 1938 und die anschließenden Reichsbahn-Deportationen demonstriert die Synagogengemeinde Saar am heutigen Donnerstag in der Saarbrücker Innenstadt und vor dem Hauptbahnhof. Die stille Kundgebung richtet sich gegen das Verbot der Bahn AG, die den Reisenden eine Fotoausstellung über die Deportierten vorenthalten will. In einem provozierenden Interview hatte der deutsche Bahnchef gestern verkündet, das in Staatsbesitz befindliche Unternehmen werde "selbst (...) entscheiden, wie wir mit der Vergangenheit verantwortlich umgehen."

Von hinten erschossen
29.10.2006
LONDON/PARIS/BERLIN
(Eigener Bericht) - Unter dem steigenden Druck der internationalen Öffentlichkeit sucht die deutsche Regierung nach einer Lösung des Konflikts zwischen der Deutschen Bahn AG und dem Berliner Verkehrsministerium. Der Streit um die NS-Deportationen auf dem deutschen Schienennetz und ein angemessenes Gedenken an die etwa drei Millionen Opfer, darunter mehrere Tausend Kinder, müsse "vom Tisch", heißt es im Bundeskanzleramt. Auch das Auswärtige Amt dringt auf eine schnelle Klärung, da die Medien den Skandal weltweit zur Kenntnis nehmen und in Zusammenhang mit rechtsradikalen Entwicklungen in Deutschland bringen. "Frau Merkels Regierung hat es mit einem zwanzigprozentigen Anstieg stark rechtslastiger Gewaltereignisse zu tun", schreibt der Londoner "Independent" und titelt in seinem Korrespondentenbericht aus Berlin: "Der deutsche Bahnchef verhindert eine Ausstellung über die Holocaust-Transporte". Ausführliche Meldungen erscheinen nicht nur in der europäischen Presse, sondern werden auch in den USA sowie in asiatischen Medien verbreitet. Der im Bundeskanzleramt geforderte Kompromiss sieht vor, die Initiatoren der Ausstellung weitgehend zu neutralisieren und das politisch sensible Thema unter die Aufsicht zuverlässiger Instanzen zu bringen. Dem Bahnchef sei die Zusammenarbeit mit der französischen Organisation von Beate Klarsfeld und ihren seit zwei Jahren demonstrierenden deutschen Unterstützern nicht zuzumuten. In einer ersten Konsequenz hat das Verkehrsministerium jegliche Kontakte zu den Bürgerinitiativen in über zehn deutschen Städten abgebrochen, erfährt german-foreign-policy.com aus Berlin.

Nachfolger
26.10.2006
PARIS/BERLIN/HAMBURG
(Eigener Bericht) - In scharfer Form haben Familien französischer Deportationsopfer die Angriffe des deutschen Bahnchefs Hartmut Mehdorn zurückgewiesen. Mehdorn hatte in einem Interview vom vergangenen Wochenende erklärt, er allein bestimme über die öffentliche Darstellung der Reichsbahn-Verbrechen. Eine Ausstellungs-Initiative der Pariser Opferorganisation "Fils et Filles des Déportés Juifs de France" (FFDJF), die an die Ermordung von elftausend jüdischen Kindern erinnert, nannte Mehdorn "nicht angemessen". In der Antwort von Serge Klarsfeld, FFDJF-Präsident und Mitglied des Präsidiums der staatlichen französischen Stiftung "Für das Gedenken an die Shoah", heißt es, Mehdorn habe "über die Erinnerung an die von den Nazis ermordeten Kinder weder zu befinden noch zu bestimmen." Von dem deutschen Bahnchef sagt Klarsfeld, Mehdorn sei "ein Nachfolger jener Verantwortlichen, die die Juden aus ganz Europa in die Vernichtungslager transportierten". Die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagfraktion, Monika Griefahn, wirft der Bahnspitze "unmoralische Resistenz" vor. Gegen den Boykott des Bahnchefs, der die geforderte Ausstellung auf den deutschen Bahnhöfen unbedingt verhindern will, nimmt auch der deutsche Verkehrsminister Stellung. Nachdem es zwischen Minister Tiefensee und Mehdorn zu einem "schweren Zusammenstoß" gekommen war, weil Mehdorn sich Gedenk-Kompromissen verschließt, kündigte Tiefensee gestern ein eigenes Ausstellungsprojekt an. Es soll von dem Hamburger Mäzen Jan Philipp Reemtsma realisiert werden. Über die Anforderungen an das Konzept der Ausstellung sagt Prof. em. Dr. Wolfgang Popp in einem Interview mit dieser Redaktion: "So wichtig die Verwissenschaftlichung der Verbrechensgeschichte ist, so unentbehrlich ist die emotionale Identifikation mit den Opfern. Die Basis jeder Erinnerung ist Empathie".

Widerwärtig
22.10.2006
BERLIN/PARIS/NEW YORK/OSWIECEM
(Eigener Bericht) - Zwischen dem Bundesminister für Verkehr, Wolfgang Tiefensee, und dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, ist es zu einem persönlichen Eklat gekommen. Tiefensee verließ eine gemeinsame Besprechung, als sich Mehdorn trotz wiederholten Drängens kategorisch weigerte, die deutschen Bahnhöfe für das Gedenken an die internationalen Opfer der NS-Deportationsverbrechen zu öffnen. Eine Foto-Ausstellung über mehrere Tausend Kinder, die mit der Deutschen Reichsbahn in den Tod geschickt wurden, werde er auf den deutschen Bahnhöfen zu verhindern wissen, heißt es über Mehdorn aus Teilnehmerkreisen. Die Ausstellung wurde von der französischen Opferorganisation "Fils et Filles des Déportés Juifs de France" (FFDJF/Söhne und Töchter der deportierten Juden Frankreichs) zusammengestellt und ist in den vergangenen Jahren über 18 französische Bahnhöfe gewandert. Teile der Ausstellung sind in Museen in Polen, den USA und Israel zu sehen. Gegen die Weigerung des deutschen Bahnchefs protestieren deutsche und internationale Organisationen und rufen für Anfang November zu massiven Aktionen auf. Um dem öffentlichen Druck zu entgehen, kündigt Mehdorn in einem heute erscheinenenden Zeitungs-Interview an, er werde für eine eigene Ausstellung sorgen - außerhalb der Bahnhöfe. Das Interview enthält schwere Beleidigungen, wonach FFDJF (die französische Opferorganisation um Beate Klarsfeld) den Holocaust unangemessen darstellen wolle.

Boykott durchbrechen
06.10.2006
BERLIN/KARLSRUHE/JENA/PARIS
(Eigener Bericht) - Auf einer Aktionskonferenz haben deutsche Initiativgruppen Gedenkveranstaltungen für die Deportationsopfer der Deutschen Reichsbahn beschlossen. Insgesamt drei Millionen Menschen aus fast sämtlichen Staaten Europas waren während der deutschen NS-Herrschaft auf dem Schienenweg in Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt worden. Unter ihnen befanden sich auch elftausend jüdische Kinder aus Frankreich. Bis heute weigert sich die Berliner Bahn AG, das Nachfolgeunternehmen der Deutschen Reichsbahn, auf den Bahnhöfen der früheren Todestransporte Gedenkausstellungen zuzulassen. Wie das milliardenschwere Unternehmen behauptet, fehlten ihm dafür die finanziellen Mittel. Die Teilnehmer der Frankfurter Aktionskonferenz rufen zu bundesweiten Veranstaltungen im Umfeld des 9. November (Reichspogromnacht) auf. Dabei werde man die Bahnreisenden nicht nur an den Knotenpunkten der früheren Todestransporte, sondern auch auf den Deportationsstrecken umfassend informieren, teilen die Initiatoren mit. Auch an grenzüberschreitende Zugläufe sei gedacht. german-foreign-policy.com veröffentlicht Namen und deutsche Herkunftsorte deportierter Kinder.

Notfalls erzwingen
28.09.2006
BERLIN/LEIPZIG/PARIS/OSWIECIM
(Eigener Bericht) - Initiativgruppen aus mehr als zehn deutschen Städten kündigen der Berliner Bahn AG die kompromisslose Durchsetzung des Gedenkens an elftausend deportierte Kinder an. "Der Bahnvorstand ist zu einem verabredeten Treffen im Verkehrsministerium erneut nicht erschienen - zum zweiten Mal. Den fortgesetzten Boykott einer öffentlichen Ausstellung über die jüdischen Deportierten wird Herr Dr. Mehdorn nicht lange aufrecht erhalten können", heißt es auf Anfrage dieser Redaktion bei der bundesweiten Initiative "Elftausend Kinder". "Dafür werden wir mit unseren Aktivitäten auf den deutschen Bahnhöfen sorgen". Vertreter der Initiative und der Pariser Organisation "Fils et Filles des Déportés Juifs de France" (FFDJF) waren am Dienstag dieser Woche nach Berlin gereist, um im Verkehrsministerium Gespräche über die Präsentation von Bildern der Deportierten auf mehreren deutschen Bahnhöfen zu führen - vergeblich. Die Bahn AG blieb dem Treffen fern. Noch vor Bekanntwerden des erneuten Boykotts forderten sämtliche Fraktionen des Leipziger Stadtrats die Öffnung des dortigen Hauptbahnhofs für das Gedenken an die deportierten Kinder. Unter ihnen befanden sich mehrere hundert Kinder deutscher und österreichischer Emigranten. Aktionsgruppen an der früheren Deportationsstrecke in Sachsen-Anhalt und Sachsen teilen mit, dass sie das öffentliche Gedenken auf den Bahnhöfen notfalls erzwingen werden. german-foreign-policy.com veröffentlicht den Wortlaut der Leipziger Abstimmungsinitiative und ein Interview mit Dr. Georg Girardet, Leipziger Bürgermeister und Beigeordneter für Kultur.

Zeitgewinn
11.07.2006
BERLIN/PARIS
(Eigener Bericht) - Die für den gestrigen Montag geplanten Gespräche über das Gedenken an die NS-Deportationen auf dem deutschen Schiennentz sind gescheitert. Auf das Treffen hatten sich die Initiatoren des Gedenkens (Fils et Filles des Déportés Juifs de France/Initiative Elftausend Kinder) mit dem Bundesminster für Verkehr verständigt. Als weitere Teilnehmer waren die Spitzen der Deutschen Bahn AG und des Zentralrats der Juden in Deutschland geladen. Wie es in Vorbereitung der langfristig vereinbarten Gespräche hieß, sollte versucht werden, eine Ausstellung über elftausend deportierte Kinder auf den deutschen Publikumsbahnhöfen zu ermöglichen. Die Präsentation der Exponate wird seit zwei Jahren vom Berliner Bahnvorstand verhindert, der sämtliche Stationen für das öffentliche Gedenken sperrt und Kontakte mit den Initiatoren ablehnt. Als die Vertreter der französischen Opferorganisation um Beate Klarsfeld und Repräsentanten der deutschen Initiativen bereits aus Paris und mehreren Bundesländern abgereist waren, wurde ihnen mitgeteilt, dass sie nicht empfangen werden. Grund der Absage seien Terminschwierigkeiten, behauptete das einladende Verkehrsministerium. "Es handelt sich um einen Affront, den wir zur Kenntnis nehmen; die Durchsetzung des Gedenkens wird er nicht verhindern", sagt Prof. Dr. Gudrun Hentges in einem Interview mit german-foreign-policy.com. Frau Hentges ist Delegierte der deutschen Initiative "Elftausend Kinder" und hielt sich wegen des jetzt abgesagten Treffens in Berlin bereit.

Besonders ausführlich
29.06.2006
BERLIN/PARIS/PRAG/WEIMAR
(Eigener Bericht) - Konzernvertreter der Deutschen Bahn AG und der Initiative "Elftausend Kinder" werden Anfang Juli zu Gesprächen über ein angemessenes Gedenken an die Deportationsopfer der Deutschen Reichsbahn aufeinandertreffen. Dies bestätigt das Bundesverkehrsministerium, das die Gespräche moderieren soll, auf Anfrage dieser Redaktion. Die Zusammenkunft beendet den Boykott der Bahn AG, deren Vorstandsvorsitzender zwei Jahre versucht hatte, die Forderungen nach einer Wanderausstellung über elftausend jüdische Kinder und deren Schienentransporte in die NS-Vernichtungslager zu ignorieren. Insgesamt etwa drei Millionen Menschen wurden von dem Vorgängerunternehmen der Berliner Bahn AG nach Sobibor, Buchenwald oder Auschwitz geschleust. Bereits im Vorfeld des Treffens kommt es zu kontroversen Stellungnahmen der Beteiligten. Gemeinsam mit der Pariser Opferorganisation um Beate und Serge Klarsfeld ("Fils et Filles des Déportés Juifs de France", FFDJF) verlangt die deutsche Initiative "Elftausend Kinder" die grundsätzliche Freigabe sämtlicher Bahnhöfe, um an die NS-Deportierten auf den Stationen ihrer letzten Reise zu gedenken. Wie es auf der Gegenseite heißt, werde man "unrealistische" Planungen zurückweisen und sei allenfalls zu einem "symbolischen Gedenken" bereit. Sollte sich die Bahn AG diese Position zu Eigen machen, "ist eine eskalierende Auseinandersetzung unausweichlich", kündigen Zeichner eines Briefes an den Vorstandsvorsitzenden Mehdorn an. In einer aktuellen Umfrage unter den Förderern der Initiative "Elftausend Kinder" spricht sich die überwältigende Mehrheit für das ungehinderte Gedenken an den früheren Deportationsbahnhöfen aus und will Einschränkungen nicht hinnehmen. "An dieses Mandat werden wir uns halten", kündigt die Sprecherin der Initiative an. german-foreign-policy.com veröffentlicht den Text der Umfrage.

Technisch durchdacht
04.06.2006
WEIMAR/BERLIN/PARIS/ERFURT
(Eigener Bericht) - Nach vergeblichen Verhandlungen mit der Bahn AG zeigt die Stadt Weimar seit diesem Wochenende eine Ausstellung über die Deportation von elftausend jüdischen Kindern in die NS-Vernichtungslager. Ausstellungsort ist das Stadtmuseum, in dem der Weimarer Oberbürgermeister sowie der Stadtkulturdirektor die Exponate jetzt vorstellten. Die deportierten Kinder, darunter etwa 500 aus Deutschland und 100 aus Österreich, waren auf dem Schienennetz der Deutschen Reichsbahn nach Sobibor und Auschwitz geschleust worden. Das Reichsbahn-Nachfolgeunternehmen, die Berliner Bahn AG, weigert sich seit zwei Jahren, mit Fotos und Dokumenten der deportierten Kinder auf den Stationen ihrer letzten Reise zu erinnern. Trotz öffentlicher Ermahnungen durch den Bundesminister für Verkehr und zahlreiche Bundestagsabgeordnete setzt die Unternehmensführung um den Vorsitzenden Hartmut Mehdorn ihre Blockade fort. Die für Ende Mai terminierten Gespräche über das Ausstellungskonzept fanden nicht statt, da die Bahn AG keinen Kontakt mit den Initiatoren aufnimmt. "Wie lange noch soll die Erinnerung an die ermordeten Kinder verschleppt werden", fragt Beate Klarsfeld von der Pariser Organisation "Fils et Filles des Déportés Juifs de France". Die deutsche Inititiative "Elftausend Kinder" ruft "zu zivilen Protesten und Demonstrationen auf, um an die Opfer der Massendeportationen auf dem deutschen Schienennetz entschlossen zu erinnern". german-foreign-policy.com dokumentiert den Wortlaut.

Champagnerlaune
26.05.2006
BERLIN/KARLSRUHE/LEIPZIG/PARIS
(Eigener Bericht) - Die heutige Einweihung des neuen Berliner Zentralbahnhofs wird von Protestaktionen in mehreren deutschen Städten begleitet. Die Veranstaltungen und Demonstrationen richten sich gegen die Unternehmensführung der Deutschen Bahn AG, der Geschichtsvergessenheit vorgeworfen wird. Zentrum der Proteste ist Karlsruhe. Dort werden ausländische Opfer der Massendeportationen der Reichsbahn erwartet, des Vorgängerunternehmens der heutigen Bahn AG. Gemeinsam mit den deutschen Veranstaltern wollen die Gäste auf dem Karlsruher Hauptbahnhof an das Schicksal von etwa drei Millionen Menschen erinnern, die auf dem deutschen Schienennetz in die NS-Vernichtungslager verschleppt wurden. Eine mehrmalige Bitte um Beteiligung von Bahn-Repräsentanten wurde den Veranstaltern, darunter der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), kommentarlos abgeschlagen. "Damit setzt der Kreis um die Berliner Konzernleitung seine seit zwei Jahren anhaltende Politik der Obstruktion fort", heißt es auf Anfrage dieser Redaktion in Karlsruhe. Während die Erinnerung an das Schicksal der Deportierten gegen den Widerstand der Reichsbahn-Erben durchgesetzt wird, feiert die Crème des heutigen Unternehmens die Eröffnung ihres wieder auferstandenen Berliner Hauptbahnhofs mit einem Mega-Event. Allein die Kosten für diverse Sekt- und Lachsempfänge an diesem Freitag betragen ein Mehrfaches der Aufwendungen, die für eine Deportations-Ausstellung auf den deutschen Publikumsbahnhöfen veranschlagt worden ist. Über den hinhaltenden Widerstand der Mehdorn-Gruppe setzen sich immer mehr Stadtverwaltungen und Parlamentsfraktionen hinweg, so in Weimar und jetzt auch in Leipzig. Sie kooperieren mit einer gemeinsamen Kommission der privaten Ausstellungs-Initiatoren aus Frankreich und der Bundesrepublik, die eine erste Präsentation zahlreicher Dokumente und Fotos auf einem deutschen Publikumsbahnhof noch in diesem Jahr verlangen. "Notfalls wird die Berliner Konzernzentrale mit den Reichsbahn-Opfern unmittelbar konfrontiert werden müssen", befürchtet die Sprecherin der Initiative "Elftausend Kinder".

Taktischer Wechsel
28.04.2006
BERLIN/PARIS/KARLSRUHE
(Eigener Bericht) - Nach dem Ende der Obstruktion des Managements der Deutschen Bahn AG gegen eine bundesweite Wanderausstellung über die NS-Kinderdeportationen ist das seit zwei Jahren geforderte Gedenken an die Todeszüge in die Vernichtungslager noch immer nicht sichergestellt. "Die Demonstrationen in über zehn deutschen Städten und der daraufhin wachsende politische Druck haben die Bahn AG zum Einlenken gezwungen", urteilt die Sprecherin der Initiative Elftausend Kinder gegenüber dieser Redaktion, aber fügt hinzu: "Zugleich wird weiter versucht, das Gedenken örtlich einzuschränken und dem Großteil der Reisenden vorzuenthalten." Die Bahn AG hatte am Mittwoch mitgeteilt, sie werde die geforderte Ausstellung nunmehr zulassen und wolle konzeptionelle Fragen in den kommenden Wochen klären; allerdings bevorzuge man Ausstellungsflächen abseits der zentralen Publikumsbahnhöfe. Wie german-foreign-policy.com aus Kreisen der Bundespolizei erfährt, bemüht sich die Bahn um Stellungnahmen, wonach ihre Bahnhöfe "sicherheitstechnisch gefährdet" seien und deswegen für die bereitstehenden Fotos der Ermordeten nicht in Frage kämen. "In Frankreich wurde die Ausstellung 'Elftausend Kinder' an den Orten des Geschehens mit Erfolg gezeigt, warum sollte das in der Bundesrepublik nicht möglich sein?", fragt Prof. Ahlrich Meyer (Oldenburg) in einem Interview mit dieser Redaktion. "Eine Ausstellung inmitten des Publikumsverkehrs auf den Bahnhöfen würde deutlich machen, was seinerzeit ein offenes Geheimnis war. Etwa 36 Stunden fuhren die Deportationszüge aus Frankreich quer durch Deutschland. (...) Unter der deutschen Zivilbevölkerung war bekannt, dass viele Juden unterwegs in den Güterwaggons verhungerten oder erstickten."

Weichenstellung
31.03.2006
BONN/BERLIN/OSWIECIM
(Eigener Bericht) - In einem Schreiben an sämtliche Abgeordnete des Deutschen Bundestags bittet der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland um politische Interventionen gegen die Deutsche Bahn AG. Der Vorstand des Unternehmens weigert sich seit mehr als einem Jahr, auf den deutschen Publikumsbahnhöfen eine Ausstellung über elftausend ermordete jüdische Kinder zu zeigen. Die Kinder waren auf dem Schiennennetz des Bahn-Vorgängers ("Deutsche Reichsbahn") in die Vernichtungslager deportiert worden. Als "nicht nachvollziehbar" und "(e)benso wenig akzeptabel" bezeichnet es der Zentralrat, dass die in Frankreich bereitstehende Ausstellung "angeblich aus finanziellen und sicherheitstechnischen Gründen" auf deutschen Bahnhöfen nicht zum Einsatz kommen darf. In einem weiteren Schreiben, das in diesen Tagen an den Bahn-Vorstandschef Mehdorn ging, äußert der Bundesverkehrsminister die Erwartung, die Mehdorn-Gruppe möge ihren Widerstand aufgeben. Zuvor hatte die Initiative "Elftausend Kinder" das Ministerium informiert und an dessen politische Verantwortung erinnert. Daraufhin ist es auch im Bundestag zu heftiger Kritik am Bahn-Vorstand gekommen. Der parlamentarische Druck sorgt für Spannungen in der Berliner Bahn-Zentrale. Dort findet heute eine Bilanzpressekonferenz statt. "Wir bereiten uns auf weitere Aktionen vor", heißt es bei der Initiative "Elftausend Kinder". In mehreren deutschen Städten laufen Veranstaltungen an.

Deutsche Industrienorm (DIN)
27.03.2006
BERLIN/MOSKAU/BEIJING
(Eigener Bericht) - Die Deutsche Bahn AG und die Russischen Eisenbahnen (RZD) bauen die gemeinsame Expansion in Richtung China aus. Das Joint Venture ("EurasiaRailLogistics") soll den schienengebundenen Frachtverkehr nach Fernost binnen weniger Jahre auf 400 Tausend Tonnen steigern. Ziel ist es, die deutsche Position als einer der wichtigsten Handelspartner Beijings logistisch auszubauen. Das staatliche deutsche Bahnunternehmen übernimmt gleichzeitig die innerrussische Führung bei "ingenieurtechnischen Dienstleistungen" für mehrere tausend Kilometer Hochgeschwindigkeitstrassen. Die entsprechenden Züge liefert Siemens. Die Angleichung an deutsche Organisationsmuster im Bahnwesen melden auch die Türkischen und Griechischen Eisenbahnverwaltungen. Berlin entwirft eine völlige Vereinheitlichung der europäischen und transasiatischen Schienenlogistik nach deutschem Masterplan und schlägt die konkurrierenden Bahnunternehmen der westlichen Nachbarländer weit ab. Das deutsche Expansionskonzept im Schienensegment folgt dem ständig größer werdenden Exportbedarf der Bundesrepublik und ist Teil der industriellen Gesamtrationalisierung des Kontinents. Sie wird maßgeblich von Berlin betrieben.

Neunundzwanzigtausend Waggons
24.02.2006
PRAG/WARSZAWA/PARIS/BERLIN
(Eigener Bericht) - Überlebende der "Reichsbahn"-Deportationen in die Konzentrationslager des NS-Regimes wollen juristische Schritte gegen den heutigen Unternehmensvorstand der Deutschen Bahn AG prüfen. Dies teilt die Initiative "Elftausend Kinder" mit. Die Deportationsopfer, darunter über elftausend Kinder aus Frankreich und mehrere Millionen aus den okkupierten Gebieten, hatten für die Sammeltransporte auf dem deutschen Schienennetz vier Reichspfennige pro Kilometer zahlen müssen; Kinder wurden mit zwei Pfennigen belastet. Die entsprechenden Beträge zog das Deutsche Reich u.a. bei den jüdischen Gemeinden der Deportierten ein und verteilte anschließend Millionensummen an die "Reichsbahn". Aus dem betrieblichen Vermögensstock und dem Zinseinkommen bedienten sich sämtliche "Reichsbahn"-Nachfolger. Auch die heutige Bahn AG profitiert von den Deportationsgeldern, aber weigert sich, der Verbrechensopfer durch bundesweite Ausstellungen zu gedenken. Nach ersten Klagedrohungen aus Prag, die sich gegen den Unternehmensvorstand der Bahn AG richten, ruft die Initiative "Elftausend Kinder" die Überlebenden der "Reichsbahn"-Verbrechen in sämtlichen Staaten Europas dazu auf, ihre Deportationsfälle bekannt zu machen und für ein internationales Klagebegehren bereit zu halten. "Nach den Menschen verschob die Reichsbahn das Hab und Gut der Deportierten in zehntausenden Waggonladungen quer durch den Kontinent", berichtet Prof. Dr. Wolfgang Dreßen. "Dabei wurden Millionenvermögen gestohlen, aber niemals zurückgegeben."

Verbleib unbekannt
30.01.2006
PARIS/KÖLN/STUTTGART/WEIMAR
(gfp.com) - Bei Demonstrationen in elf deutschen Städten verlangten am vergangenen Wochenende mehrere Deportationsopfer der Deutschen Reichsbahn und über Tausend Kundgebungsteilnehmer die Freigabe der Publikumsbahnhöfe für das Gedenken an die Ermordeten. In Köln enthüllten etwa 300 Demonstranten auf dem Bahnhofsvorplatz ein Mahnmal und legten in der Haupthalle Koffer mit den Namen deportierter Kölner Bürger nieder. In Stuttgart kamen 280 Besucher zur Eröffnung der Ausstellung über die deportierten Kinder aus Frankreich und Baden-Württemberg in das örtliche DGB-Haus. Anschließend verlasen sie im Stuttgarter Hauptbahnhof die Namen der Verschleppten. In Weimar zogen rund 50 Demonstranten vor das Bahnhofsgebäude, nachdem der Oberbürgermeister der Stadt bei der Berliner Bahn AG die Öffnung der Haupthalle für das Gedenken angemahnt hatte. Im Foyer der Gesamtschule Bonn-Beuel machten Portraits der ermordeten Kinder auf die Proteste gegen die Berliner Konzernspitze aufmerksam, die sämtliche Gedenkappelle weiter unbeantwortet lässt. In Saarbrücken wurde der Versuch des ehemaligen Bundesverkehrsministers Reinhard Klimmt (SPD), die Angehörigen der Reichsbahn-Opfer für das Gedenkverbot der heutigen Bahn AG verantwortlich zu machen, vehement zurückgewiesen. Auch bei Demonstrationen in Berlin, Leipzig, Erfurt, Wuppertal, Wurzen und Verden zeigten sich die Teilnehmer entschlossen, an ihren Forderungen festzuhalten, und setzten sich über Versammlungsverbote auf den Bahnhöfen weitgehend hinweg. german-foreign-policy.com veröffentlicht Fotos.

Kategorien der Macht
26.01.2006
PARIS/WIEN/WARSZAWA/BERLIN
(gfp.com) - Mit einer Demonstrations- und Veranstaltungsserie in der gesamten Bundesrepublik antworten deutsche Organisationen auf das Gedenkverbot der Bahn AG. Der größte europäische Logistik-Konzern sperrt seit einem Jahr sämtliche Publikumsbahnhöfe für eine Ausstellung über die Deportationen von mehreren zehntausend Kindern, die über das deutsche Schienennetz in die NS-Vernichtungslager transportiert wurden. Allein 11.000 Kinder kamen aus Frankreich, darunter Flüchtlinge aus Österreich, Polen und Deutschland. Für den morgigen Freitag (Auschwitz-Gedenktag) werden Bahnhofs-Aktionen in Berlin, Hamburg, Leipzig, Stuttgart, Saarbrücken, Wuppertal und Verden (Aller) angekündigt. In Köln rufen die Initiatoren zu einer Demonstration am Samstag auf, an der Überlebende der Bahn-Deportationen teilnehmen. "Wir wollen und werden das Gedenkverbot durchbrechen", erklären Mitglieder der Kölner Initiative gegenüber dieser Redaktion.



Berlin: S-Bahn Zoo 18.00 Uhr (Freitag)

Leipzig: Hauptbahnhof (Freitag)

Stuttgart: DGB-Haus 14.00 Uhr, Hauptbahnhof 17.30 Uhr (Freitag). Es sprechen: Bärbel Illi (ver.di Stuttgart), Beate Klarsfeld (Paris)

Saarbrücken: Hauptbahnhof 16.00-18.00 Uhr (Freitag)

Verden: Hauptbahnhof 13.00-14.30 (Freitag)



Köln: Domtreppe/Hauptbahnhof 15.00 Uhr (Samstag). Unter Beteiligung von Tamar Dreifuss (Überlebender Ghetto Wilna), Marcel Nedschatten (Überlebender KZ Buchenwald), Simon Gronowski (Überlebender der "Reichsbahn"-Deportationen).


Konzernspitze der Bahn AG: Unversöhnlich
19.01.2006
STUTTGART/BERLIN/MECHELEN
(Eigener Bericht) - Am heutigen Donnerstag wird in Berlin der "Reichsbahn"-Deportationen und der Verabredung zum Massenmord im Haus der Wannsee-Konferenz gedacht. In der Straße "Am Großen Wannsee" Nr.56/58 trafen am 20. Januar 1942 Beauftragte der deutschen Reichsregierung zusammen, um "die Endlösung der Judenfrage" zu beraten. In die Beschlussrunde, die sich auf ein Ausrottungsprogramm internationalen Ausmaßes einigte, hatte das Auswärtige Amt (AA) einen Unterstaatssekretär delegiert. Die unmittelbare Beteiligung des AA an den antisemitischen Massenmorden wird in Berlin noch immer in Frage gestellt. Vor der heutigen Eröffnung einer neuen Dauerausstellung im Haus der Wannsee-Konferenz legen französische Delegierte, darunter Beate Klarsfeld (Paris), Kränze am Gleis 17 des Berliner Bahnhofs Grunewald nieder. Von dort wurden deutsche Juden mit der "Reichsbahn" nach Auschwitz deportiert. Unter Beteiligung von Frau Klarsfeld werden in der kommenden Woche Demonstranten in mehreren deutschen Städten an die "Reichsbahn"-Deportationen erinnern und das Recht auf Gedenken in den früheren Durchgangsstationen einfordern. Die Konzernspitze des "Reichsbahn"-Nachfolgers (Deutsche Bahn AG) weigert sich, das Reisepublikum mit Fotos und Dokumenten über den letzten Weg von 11.000 Kindern zu informieren, die auf dem deutschen Schienennetz in die Vernichtungslager verschleppt wurden. Die "Initiative Elftausendkinder" kündigt der Konzernspitze um Hartmut Mehrdorn an, Gedenkverbote nicht zu akzeptieren. Man werde "die Erinnerung an die Ermordeten" am kommenden 27. Januar "verteidigen", heißt es in einem aktuellen Schreiben über eine im Stuttgarter Hauptbahnhof geplante Demonstration. german-foreign-policy.com dokumentiert den Wortlaut des Briefes.

Überparteiliche Koalition
02.01.2006
STUTTGART/BERLIN/PARIS
(Eigener Bericht) - Anlässlich des bevorstehenden Auschwitz-Gedenktages (27. Januar 2006) rufen mehrere Organisationen zu Gedenkveranstaltungen auf den deutschen Bahnhöfen auf und wollen an die Massendeportationen der Deutschen Reichsbahn erinnern. Das staatliche Bahnunternehmen hatte Millionen verschleppter und gefangener NS-Opfer an die Zielorte des Berliner Lagersystems transportiert und für die Todesfahrten eine Kilometerpauschale kassiert. Unter den Deportierten befanden sich Angehörige fast sämtlicher europäischer Nationalitäten, darunter auch elftausend jüdische Kinder aus Frankreich. Ihr Leidensweg endete in Auschwitz. Der Reichsbahn-Nachfolger (DB AG) weigert sich seit einem Jahr, der elftausend Kinder durch eine Ausstellung auf den deutschen Publikumsbahnhöfen zu gedenken, und weist auch entsprechende Bitten der jüdischen Gemeinden in der Bundesrepublik zurück. Über die Weigerung setzt sich jetzt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) im Bezirk Stuttgart hinweg und mobilisiert für eine zentrale Veranstaltung am 27. Januar. Daran werden im Stuttgarter DGB-Haus u.a. Beate Klarsfeld (Paris) und Gerhard Manthey (ver.di) teilnehmen. Anschließend lädt die bundesweite "Initiative Elftausend Kinder" zu einem öffentlichen Gedenken im Stuttgarter Hauptbahnhof ein und will dort jene Dokumente zeigen, mit denen der Berliner Reichsbahn-Nachfolger nicht konfrontiert werden möchte: Fotos der Ermordeten, deren letzter Weg über das deutsche Schienennetz führte. "Erinnerungsverbote des Bahn-Vorstands werden wir in Stuttgart ebenso ignorieren wie vordem in Frankfurt und auf allen anderen Bahnhöfen der Todestransporte", erklärt die Sprecherin der Initiative auf Anfrage dieser Redaktion.

Non-Party Coalition
2006/01/02
STUTTGART/BERLIN/PARIS
(Own Report) - On the occasion of the coming Auschwitz commemoration day (January 27th, 2006), several organizations call for events at German stations to remind of the mass deportations by the German "Reichsbahn" (historically the name of the German State Railways Company of that time). The governmental railways enterprise had transported millions of deported NS captives to the destinations of the Berlin death camps and collected a milage allowance for the conduction of the fatal transports. The deported ones comprised members of almost all European nationalities, including eleven thousand Jewish children from France. Their suffering ended in Auschwitz. The Reichsbahn successor DB-AG now, however, has been refused for one year to commemorate these eleven thousand children through an exhibition at the German stations and also has been rejecting respective requests of the Jewish community in Germany. The "Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft" (ver.di, German Union) in the district of Stuttgart, however, ignored this refusal and is organizing a central event for January 27th. Among others, Beate Klarsfeld (Paris) and Gerhard Manthey (ver.di) will participate at this event in the House of the Stuttgart Union. Afterwards the federal "Initiative Eleven Thousand Children" will invite for a public memorial at the Stuttgart main station and will show those documents, which the Berlin Reichsbahn successor would prefer not to be confronted with: Photos of the murdered ones, whose final path led them through the German railway net. "We will ignore memorial bans of the railway board in Stuttgart like we did before in Frankfurt and at all other stations where these fatal passages have been conducted", declares the speaker of the initiative on a request of this editorial office.

Coalition indépendante des partis politiques
02/01/2006
STUTTGART/BERLIN/PARIS
(Compte-rendu de la rédaction) - A l'occasion de la journée souvenir d'Auschwitz à venir (27 janvier 2006) plusieurs organisations appellent à des cérémonies du souvenir dans le cadre des gares allemandes et à se rappeler les déportations massives de la "Deutsche Reichsbahn" (chemins de fer du Reich allemand). L'entreprise d'état ferroviaire avait transporté jusqu'au but du système carcéral berlinois, vers les divers camps, des millions de victimes prisonnières des nationaux socialistes et déportées et elle avait pour ce faire encaissé un forfait kilométrique. Parmi les déportés se trouvaient des prisonniers de presque toutes les nationalités européennes ainsi que onze mille enfants juifs venant de France. Leur parcours de souffrance se termina à Auschwitz. Le successeur de la "Reichsbahn" la "Deutsche Bahn AG" (DB AG = S.A. chemins de fers fédéraux allemands) refuse depuis un an son autorisation à une exposition, consacrée au souvenir de ces onze mille enfants, dans les gares publiques et repousse même les demandes en ce sens faites par des communautés juives de République Fédérale. La "Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft" (ver.di = syndicat unitaire de services) de la région de Stuttgart, ne tenant pas compte de ce refus, mobilise en faveur d'une cérémonie centrale le 27 juanvier.Beate Klarsfeld (Paris) et Gerhard Manthey (ver.di) y prendront part, à Stuttgart, dans le "DGB-Haus" (maison de la fédération des syndicats ouvriers allemands). Ensuite "l'initiative onze mille enfants", organisation fédérale, invite à une commémoration publique dans la gare centrale de Stuttgart où elle veut montrer les documents avec lesquels le successeur de la "Deutsche Reichsbahn" ne souhaite pas être confronté: Des photos des victimes de meurtre dont le dernier voyage se fit sur les rails allemands. Répondant à notre rédaction la porte-parole de l'"initiative" déclare: "Les interdictions de se souvenir, émanant du conseil d'administration des chemins de fer, seront ignorées par nous comme elles l'ont été auparavant à Francfort et dans toutes la autres gares des transports de la mort."

In Verruf
09.11.2005
MANNHEIM/DEN HAAG/STUTTGART
(Eigener Bericht) - Am heutigen Jahrestag der Angriffe auf jüdische Gebetshäuser, Geschäfte und Wohnungen wird am Mannheimer Hauptbahnhof an die Schändungen und Deportationen von 1938 erinnert. Damals ordnete die Berliner Staatsführung ein antisemitisches Pogrom an, in dessen Folge Tausende Deutsche verhaftet, verschleppt und gefoltert wurden. Die Transporte in Sondergefängnisse und Konzentrationslager übernahm die Deutsche Reichsbahn, das Vorgängerunternehmen der heutigen Deutsche Bahn AG. Mit der Kundgebung vor dem Mannheimer Hauptbahnhof protestieren die Veranstalter gegen das Verbot des Berliner Großunternehmens, auf deutschen Reisebahnhöfen an das Deportationsgeschehen zu erinnern. german-foreign-policy.com veröffentlicht Auszüge aus dem Mannheimer Aufruf. Inzwischen hat sich die Bahn AG europaweit isoliert: Nach den französischen Staatsbahnen (SNCF) weist jetzt auch das niederländische Bahnunternehmen (NS) in 66 Durchgangsstationen auf die Todestransporte hin. In Baden-Württemberg plant der dortige DGB-Landesverband gemeinsam mit dem Fachbereich Medien der Gewerkschaft ver.di eine Ausstellung über die Reichsbahn-Deportationen jüdischer Kinder - "um die Bahn AG in die Pflicht zu nehmen".

Geschichtsvergessenheit
26.10.2005
BERLIN/WEIMAR
(Eigener Bericht) - Anlässlich einer Ausstellungseröffnung im Deutschen Technikmuseum hat der Berliner Rabbiner Andreas Nachama den Vorstand der Deutschen Bahn AG (DB) kritisiert und auf die Verbrechen des Vorgängerunternehmens ("Deutsche Reichsbahn") hingewiesen. Nachama nannte es am Montag "traurig", dass der heutige Bahnvorstand die Erinnerung an 11.000 Kinder, die auf den Schienen der Deutschen Reichsbahn nach Auschwitz geschleust wurden, in ein Museum verbannen möchte, statt der Ermordeten in den Bahnhöfen ihrer letzten Reise zu gedenken. Die anhaltende Weigerung der DB-Verantwortlichen um Hartmut Mehdorn, eine entsprechende Ausstellung zuzulassen, nimmt die bundesweite Initiative "Elftausend Kinder" zum Anlass neuer Aktivitäten. In Weimar fand am 21. Oktober eine Demonstration gegen die Geschichtsvergessenheit der Berliner DB-Führungsetage statt, in Mannheim und Stuttgart werden öffentliche Aktionen vorbereitet. Als "Verbindungsglieder" des Massenmords bezeichnete Nachama "die Züge der Reichsbahn, die Fahrpläne und schließlich die Reichsbahner, die diese Züge führten". german-foreign-policy.com veröffentlicht Auszüge.

Oubli de l’Histoire
26.10.2005
BERLIN/WEIMAR
(Compte rendu de la rédaction) – A l’occasion du vernissage d’une exposition au "Technikmuseum" le rabbin berlinois Andréas Nachama a critiqué le conseil d’administration de la "Deutsche Bahn AG (DB)" Société des chemins de fer allemands et rappelé les crimes de l’entreprise précédente ("Deutsche Reichsbahn"). Nachama a qualifié de "triste" que le conseil d’administration actuel veuille "exiler" dans un musée le souvenir des 11.000 enfants qui ont été conduits à Auschwitz par les rails de la "Deutsche Reichsbahn" au lieu de commémorer le souvenir des assassinés dans le cadre des gares traversées lors de leur dernier voyage. L’initiative fédérale "Elftausend Kinder onze mille enfants" constatant le refus continuel des responsables de la DB, autour de Hartmut Mehdorn, d’autoriser une exposition va entreprendre d’autres actions. C’est le 21 octobre dernier qu’il y eut une manifestation à Weimar contre l’oubli de l’histoire de la direction berlinoise de la "DB" et l’on prépare d’autres actions publiques à Mannheim et à Stuttgart. Nachama a qualifié de "membres de liaison" de cette hécatombe "les trains de la Reichsbahn, les horaires et les cheminots qui conduisirent ces trains". German-foreign-policy.com publie des extraits.

Demütigende Übernahme
11.09.2005
BERLIN/PARIS/WARSZAWA
(Eigener Bericht) - Die Deutsche Bahn AG rechnet mit einer Konzentration des europäischen Schienengüterverkehrs auf "drei, vier große Player" und bereitet sich auf die Expansion in Frankreich vor. Dies bestätigt ein Vorstandsmitglied des Konzerns. Die Pläne des bundeseigenen Unternehmens beziehen sich sowohl auf den Güter- als auch auf den Personenverkehr und sollen in Kooperation mit der französischen Staatsbahn SNCF realisiert werden. Ihre weltweite Expansion treibt die Deutsche Bahn über ihre Tochterunternehmen weiterhin im Alleingang voran; so hat das Bahn-Tochterunternehmen Schenker erst in der vergangenen Woche ein neues Logistikcenter in Beijing eröffnet und damit seine privilegierte Position in China gestärkt. Trotz Millionengewinnen behauptet die weltweit expandierende Deutsche Bahn AG weiterhin, sie verfüge über keinerlei Mittel, um auf den Personenbahnhöfen der Bundesrepublik an die Verbrechen ihres Rechtsvorgängers zu erinnern. Die Deutsche Reichsbahn hatte für die Deportation mehrerer Millionen NS-Gefangener hohe Geldbeträge kassiert. Die Mordbeihilfe galt auch elftausend jüdischen Kindern, die von dem Vorgängerunternehmen der Deutschen Bahn nach Auschwitz verschleppt wurden.

Dritter Klasse
13.06.2005
PARIS/FRANKFURT AM MAIN/HALLE
(Eigener Bericht) - Nach den deutsch-französischen Protesten auf dem Frankfurter Hauptbahnhof und in Halle (Sachsen-Anhalt) wollen die Initiatoren "auf erweiterter Stufenleiter" gegen den Ausstellungsboykott der Deutschen Bahn AG vorgehen. Dies teilt die Initiative "Elftausend Kinder" auf Anfrage mit. Der Unternehmensvorstand der Bahn AG weigert sich, auf den deutschen Reisebahnhöfen Fotos und Dokumente der etwa 11.000 Kinder zu zeigen, die zwischen 1942 und 1944 über das Schienennetz der Deutschen Reichsbahn nach Auschwitz deportiert wurden. Zu den Protesten waren am Wochenende Angehörige der Ermordeten aus Paris angereist ("Fils et Filles des Deportes Juifs de France"/FFDJF). In ihrem Namen forderte Beate Klarsfeld sowohl in Frankfurt wie in Halle, der deutsche Bahnchef Mehdorn möge sich der öffentlichen Erinnerung an die ermordeten Kinder nicht länger verschließen. Den friedlichen Appell erwiderte das Unternehmen am Wochenende mit der Mitteilung, die geforderte Ausstellung bleibe verboten.

Gut beraten
09.06.2005
FRANKFURT AM MAIN/HALLE/PARIS
(Eigener Bericht) - Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat sich der Forderung nach öffentlichem Gedenken an elftausend ermordete Kinder angeschlossen und einen Appell für Ausstellungen über das Schicksal der Deportierten unterzeichnet. Dies teilen die Initiatoren eines "Offenen Briefes" mit, der sich an die Deutsche Bahn AG richtet und den letzten Weg der Kinder in Erinnerung ruft. Sie waren in Viehwaggons des Bahn-Vorgängers (Deutsche Reichsbahn) zwischen 1942 und 1944 von Frankreich nach Auschwitz verschleppt worden. Die Unternehmensführung der heutigen Bahn AG weigert sich, eine Ausstellung mit Fotos und Briefen der Kinder auf den deutschen Reisebahnhöfen zuzulassen. Die Bahn AG müsse "Farbe bekennen" und den Ausstellungsboykott beenden, hat auch der Vorsitzende der Synagogengemeinde Saar, Richard Borg, verlangt. An dem morgigen Empfang für Angehörige französischer Deportierter auf dem Hauptbahnhof Frankfurt am Main werden u.a. Angehörige der Israelitischen Gemeinde der Stadt teilnehmen. Die Veranstalter haben die mehrstündige Verlesung der Opfernamen angekündigt und wollen die Reisenden mit Tausenden Flyern, Fotos, Rezitationen und Liedern informieren.

Nach sechzig Jahren
08.05.2005
BERLIN/FREIBURG
(Eigener Bericht) - Gegen den Versuch, aus der Erinnerung an den 8. Mai 1945 die Rolle der Täter zu tilgen, richten sich Aktivitäten in zahlreichen deutschen Städten. In Berlin versammelten sich Teilnehmer eines Autokorsos vor dem Verwaltungsgebäude des größten europäischen Medienkonzerns ("Hitlers bester Lieferant"). Am Bahnhof Zoo verlangten die Demonstranten von der Deutschen Bahn AG, sie müsse ihre Bahnhöfe für eine Ausstellung über 11.000 Kinder öffnen, die auf dem deutschen Schienennetz in den Tod geschickt wurden. In Freiburg beteiligten sich 350 Besucher an einer Protestveranstaltung gegen die Unternehmensleitung der DB AG. Der Versuch, die Fotos der Opfer aus den Bahnhöfen zu verbannen, "ist die aktuelle Form der Amnesie und des Leugnens, das die Nachkriegszeit prägte", heißt es in einem Freiburger Redebeitrag.

Elftausend Kinder
04.05.2005
BERLIN/PARIS/FREIBURG
(Eigener Bericht) - Fünf Tage vor Ablauf eines Ultimatums an die Deutsche Bahn AG haben an den Strecken der früheren Gleistransporte nach Auschwitz erneute Proteste begonnen. Sie richten sich gegen die Unternehmensleitung, die eine Ausstellung über das Schicksal der Deportierten (darunter mindestens 11.000 Kinder) auf den deutschen Publikumsbahnhöfen verbieten will. Mehrere zehntausend Flyer informieren die Reisenden über das Verbot und erinnern an die "Einbeziehung“ des Bahnvorgängers (Deutsche Reichsbahn) "in den Vernichtungsprozess des Dritten Reiches“. Auftakt der Protestaktionen ist eine Veranstaltung am heutigen Mittwoch in Freiburg, auf der u.a. die Initiatorin der Ausstellung, Beate Klarsfeld (Paris), sprechen wird.

Praktisches Gedenken
14.04.2005
FREIBURG/FRANKFURT AM MAIN/HALLE
(Eigener Bericht) - Mit Veranstaltungen in mehreren deutschen Städten werden die Proteste gegen das Nachfolgeunternehmen der "Deutschen Reichsbahn" (Deutsche Bahn AG) ausgeweitet. Die Bahn AG weigert sich, Fotos und Briefe von ber 11.000 aus Frankreich deportierten Kindern auf den deutschen Publikumsbahnhöfen zu zeigen. Die Deportierten, darunter 520 deutsche und etwa 100 österreichische Kinder, waren zwischen 1942 und 1944 auf dem Schiennentz der "Reichsbahn" nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet worden. Das Schicksal der Deportierten sowie die Verbannung ihrer Bilder von den deutschen Bahnhöfen wird Gegenstand prominenter Meetings am 4. Mai (in Freiburg), am 8. Mai (in Frankfurt am Main), am 10. Juni (in Halle) und am 17. Juni (erneut in Frankfurt) sein. Die Initiatoren rufen im Mai und Juni zu massiven Protesten auf, "die auch in anderen deutschen Publikumsbahnhöfen an die 11.000 Kinder erinnern werden".

Aufwand nicht zumutbar
10.04.2005
WEIMAR/FREIBURG/PARIS
(Eigener Bericht) - Anlässlich des morgigen Jahrestages der Selbstbefreiung des KZ Buchenwald (bei Weimar) ruft die Weimarer "Initiative 11.000 Kinder" zu einem "Schweigegang" in Erinnerung an die Todestransporte der Jahre 1942 bis 1944 auf. Damals ließen die deutschen Besatzungkräfte in Frankreich mehrere zehntausend Menschen verhaften, weil sie jddischer Abstammung waren, und schickten sie in Viehwaggons nach Auschwitz. Der letzte Weg der Deportierten, unter denen sich auch etwa 11.000 Kinder befanden, führte über die Gleisanlagen der "Deutschen Reichsbahn" durch Saarbrücken, Mannheim, Frankfurt am Main, Fulda, Weimar und Dresden. Entlang der früheren Todesstrecke und in mehreren anderen Orten rufen Aktionsgruppen zum Gedenken an die Ermordeten auf. Die Initiativen verlangen von der Deutschen Bahn AG, die Reisenden über das Schicksal der 11.000 Kinder informieren zu dürfen. Wegen der anhaltenden Weigerung des Bahnvorstands finden in Erfurt, Halle, Frankfurt am Main und Freiburg Protestveranstaltungen statt.

Achter Mai
14.02.2005
BERLIN/WEIMAR/PARIS
(Eigener Bericht) - Die Initiatoren eines "Offenen Briefes" an die Deutsche Bahn AG erwarten von der Berliner Konzernleitung die Rcknahme eines Ausstellungsverbots auf den deutschen Personenbahnhöfen und haben dem Unternehmen eine letzte Frist bis zum 8. Mai eingeräumt. Die Bahn AG weigert sich seit mehreren Monaten, dem Reisepublikum Fotos und Dokumente über das Schicksal von 11.000 Kindern zu zeigen, die auf dem deutschen Schienennetz nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden. Für die Mordbeihilfe verantwortlich ist das Vorgängerunternehmen der Bahn AG, die "Deutsche Reichsbahn", in deren Viehwaggons die 11.000 Kinder aus Frankreich durch Deutschland geschleust wurden. Mehrere Appelle und Bitten, das bundesweite Gedenken zumindest auf den Durchgangsstationen der Todestransporte zu ermöglichen (u.a. Saarbrücken, Frankfurt am Main und Dresden), blieben unbeantwortet. Sollte das Unternehmen bis zum 8. Mai, "dem 60. Jahrestag des Sieges der Anti-Hitler-Koalition", nicht einlenken, müsse die Ausstellung auch gegen den Willen der Bahn AG zum Einsatz kommen, heißt es in einem aktuellen Schreiben der Initiatoren, das dieser Redaktion vorliegt. Für diesen Fall werde man "die uns angebotene Handlungshilfe aus dem In- und Ausland gerne annehmen". In mehreren deutschen Städten arbeiten Komitees und Inititiativgruppen an der Durchsetzung des Gedenkens.

Armselig
31.01.2005
BERLIN/SIEGEN/SAARBRÜCKEN
(Eigener Bericht) - Nach mehreren Medienberichten über das Bahnhofsgedenken vom vergangenen Donnerstag und steigendem Zuspruch für eine Unterschriftenliste an die Deutsche Bahn AG befindet sich das Unternehmen auf dem Rückzug. Die Konzernleitung hatte die Ausstellung von Fotos und Dokumenten über die Todestransporte von 11.000 französischen Kindern, die auf dem deutschen Schienennetz der Ermordung zugeführt worden waren, auf staatlichen Personenbahnhöfen der Bundesrepublik untersagt. Gegen das Verbot protestieren inzwischen über 200 Personen und Organisationen in einem "Offenen Brief". In der deutschen Presse heißt es, das Verhalten der DB AG offenbare eine "armselige" Einstellung zur eigenen Geschichte. Das Unternehmen müsse "Farbe bekennen". Prof. em. Dr. Wolfgang Popp, einer der Initiatoren des "Offenen Briefes", fordert in einem Interview mit dieser Redaktion, die DB AG solle bis spätestens 8. Mai diesen Jahres ihre Bereitschaft zur bundesweiten Präsentation der Ausstellung über das Schicksal der 11.000 Kinder erklären.

Durchgesetzt
28.01.2005
HAMBURG/FRANKFURT AM MAIN/DRESDEN
(Eigener Bericht) - Gegen das Verbot der Deutschen Bahn AG setzten Demonstranten in mehreren deutschen Städten am gestrigen Donnerstag Gedenkveranstaltungen auf den Reisebahnhöfen durch. Bei den Demonstrationen, mit denen u.a. an 11.000 Kinder erinnert wurde, die während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich verhaftet und von der "Deutschen Reichsbahn" auf dem Schienenweg nach Auschwitz geschleust worden waren, kam es zu vereinzelten Übergriffen durch Bahnbeauftragte. In Dresden-Neustadt wurden die Trauernden des Bahnhofsgeländes verwiesen. In Leipzig verfügte der Bahnhofsbetreiber, ein in Hamburg beheimatetes Unternehmen, die Totalsperrung für das Auschwitz-Gedenken. In Hamburg besetzten Demonstranten vorbergehend ein Bahngebäude. Im zentralen Publikumsbereich des Hauptbahnhofs Frankfurt am Main wandten sich 80 Demonstranten mit großformatigen Fotos an die Bahnreisenden und machten über mehrere Stunden ihre Ankündigung wahr, bei dem friedlichen Gedenken auf Erinnerungsverbote unter keinen Umständen Rücksicht zu nehmen.

Demonstration gegen das Vergessen
28.01.2005
WUPPERTAL
Ca. 100 Personen folgten dem Aufruf am 27. Januar 2005 im Wuppertaler Hauptbahnhof gegen das Vergessen zu demonstrieren. Die Redner wiesen auf die volle Verantwortung der Reichsbahn und ihres Rechtsnachfolgers der "Deutschen Bahn AG" für die Todestransporte hin. Aus Wuppertal stammte auch der Reichsbahnminister Dorpmüller, der verantwortlich war für die reibungslose Organisation der Deportationen. Die Bahn stellte übrigens für jeden in den Tod transportierten Menschen Fahrgeld und Fahrpersonal in Rechnung. Unter den Augen von Bereitschaftspolizei, die ebenfalls zahlreich erschienen war, wurde eine Gedenktafel in der Schalterhalle angebracht und Kerzen und Blumen aufgestellt. Auf der Gedenktafel stehen die Namen der Wuppertaler Juden, die per Bahn in die Ghettos und Vernichtungslager deportiert wurden. Die DemonstrantInnen trugen große Fotos von jüdischen Deportierten, die in Sobibor, Auschwitz und Thersienstadt ermordet wurden. Verlesen wurden die Namen von jüdische Kindern aus Wuppertal, die mit den Zügen deportiert wurden.

Unabweisbar
26.01.2005
OSWIECIM/SAARBRÜCKEN/HANAU
(Eigener Bericht) - Die staatlichen Symbolveranstaltungen zum Jahrestag der KZ-Befreiung werden von Versammlungsverboten für das konkrete Gedenken an die in Auschwitz ermordeten Menschen begleitet. Nach Informationen aus Leipzig wurde im dortigen Hauptbahnhof ("Promenaden" ein Informationsstand untersagt. Die Antragsteller wollten Reisende am morgigen Donnerstag an die 11.000 Kinder erinnern, deren letzter Weg über das Leipziger Schienennetz nach Auschwitz führte. Trotzdem werde das Gedenken zwischen 10 und 12 Uhr im Bahnhofsbereich stattfinden, teilen die Veranstalter auf Anfrage mit. Auch Initiativen in Wuppertal, Frankfurt am Main und Dresden kündigen an, sie ließen sich das konkrete Gedenken an die deportierten Menschen auf den deutschen Reisebahnhöfen nicht verbieten. Weitere Initiativen werden aus Hanau und Saarbrücken gemeldet. Den "Offenen Brief" an die Unternehmensleitung der DB AG haben inzwischen über 100 Persönlichkeiten und Organisationen unterzeichnet. Die Initiatioren fordern den Unternehmensvorstand auf, alles zu unterlassen, was das geplante Gedenken am morgigen Donnerstag behindern könnte.

Offener Brief (2)
26.01.2005
KÖLN
Initiativen in mehreren deutschen Städten wollen am 27. Januar auf den lokalen Personenbahnhöfen der Todestransporte jddischer Kinder nach Auschwitz gedenken. In einem Offenen Brief an die Unternehmensleitung der Deutschen Bahn AG heißt es, man erwarte die Duldung der angekündigten Veranstaltungen und warne davor, "Erinnerung und Trauer durch (...) Übergriffe zu stören".

Unbeugsam
22.01.2005
BERLIN/HAIFA
(Eigener Bericht) - In vier deutschen Städten werden am 27. Januar Gedenkveranstaltungen auf zentralen Bahnhöfen der Deutschen Bahn AG stattfinden. Dies bestätigen die Initiatoren eines Offenen Briefes auf Anfrage dieser Redaktion. Demnach haben sich in Wuppertal, Frankfurt am Main, Leipzig und Dresden Initiativgruppen gebildet, um an die Todestransporte der Jahre 1942 bis 1944 zu erinnern. Damals waren 11.000 Kinder aus Frankreich, darunter 520 Kinder deutscher Emigranten, über das Schienennetz der Reichsbahn nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet worden. Die Deutsche Bahn AG hat eine entsprechende Ausstellung auf ihren Publikumsbahnhöfen untersagt. In einem Interview mit german-foreign-policy.com verlangt Dr. Nathan Durst, klinischer Direktor des psychosozialen Zentrums für Überlebende des Holocaust (Haifa), "dass alles unterbleibt, was das öffentliche Gedenken behindern könnte". Nathan Durst ermutigt zur Teilnahme an den Gedenkveranstaltungen, die eine "praktische, aktive Hilfe" darstellten. "Die Menschen guten Willens in Deutschland werden unserem stummen, verzweifelten Schrei all dieser Jahre eine Stimme geben."

Schuldanerkenntnis
19.01.2005
FRANKFURT AM MAIN/DÜSSELDORF/BERLIN
(Eigener Bericht) - Mehrere deutsche Initiativgruppen wollen der Bahntransporte von 11.000 Kindern in das KZ Auschwitz mit Aktionen an den früheren Durchgangsstationen gedenken. Die aus Frankreich kommenden Deportationszüge waren ab 1942 über das deutsche Schienennetz durch Saarbrücken, Mannheim, Frankfurt am Main, Fulda und Dresden gerollt. Unter den Gefangenen befanden sich auch 520 Kinder deutscher Emigranten, die in Auschwitz ermordet wurden. Die Veranstaltungen sollen am Auschwitz-Gedenktag (27. Januar) stattfinden und Bahnreisende über das Schicksal der Verschleppten informieren. Die Unternehmensleitung der Deutschen Bahn AG weigert sich, das bundesweite Gedenken zuzulassen, und hat ihre Publikumsbahnhöfe wegen mangelnder "Ressourcen" für Gedächtnisausstellungen gesperrt. Auch die gemeinnützige Hermann-Niermann-Stiftung lehnt es ab, durch finanzielle Beihilfen an den letzten Weg der 11.000 deportierten jddischen Kinder zu erinnern. Das deutsche Verhalten sei "haarsträubend" und "völlig unglaubwürdig", erklärt Annette Antignac in einem Interview mit german-foreign-policy.com. Frau Antignac ist die Tochter deutscher Frankreich-Emigranten und konnte den Kinderdeportationen entgehen.

Angemessen, würdig, entschlossen
15.01.2005
BERLIN/PARIS/NEW YORK
(Eigener Bericht) - Anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz fordern die Unterzeichner eines "Offenen Briefes" von der Deutschen Bahn AG, sich "zu ihrer Mitverantwortung bei der Durchschleusung von Todestransporten nach Auschwitz" zu bekennen. Gleichzeitig rufen die Initiatoren dazu auf, das Gedenken an die mit Reichsbahnzügen deportierten Menschen "entschlossen durchzusetzen". Die Deutsche Bahn (DB) hatte es zuvor abgelehnt, auf den ehemaligen Durchgangsstationen der Todeszüge eine Wanderausstellung über das Schicksal von 11.000 verschleppten Kindern zuzulassen. Ihr letzter Weg führte auf dem deutschen Schienennetz von Frankreich nach Auschwitz und passierte u.a. die Bahnhöfe Saarbrücken, Mannheim, Frankfurt am Main, Fulda und Dresden. An diesen und anderen Orten solle das Gedenken durch "Aktionskomitees" organisiert werden, empfehlen die Unterzeichner des "Offenen Briefes" und bitten um weitere Unterschriften:

elftausendkinder@web.de.

german-foreign-policy.com veröffentlicht den vollständigen Wortlaut des Briefes sowie den Zuglauf der Todestransporte.

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